Mit seinem Gründungsjahr 1986, als ein spätes Echo auf das legendäre Fluxus-Festival, das 1964 an der Aachener Technischen Hochschule stattfand und in dem Joseph Beuys und Wolf Vostell unter anderen eine wichtige Rolle spielten, ist der NAK mit seinen über 500 Mitgliedern einer der jüngsten Kunstvereine in Deutschland. Der Geist der Zeit des Fluxus-Festivals ist hier in der Region seitdem Antrieb für ein Engagement für die zeitgenössische Kunst.
2001 bezog der NAK die wunderbar im Stadtpark gelegenen Räumlichkeiten des ehemaligen Grünflächenamtes. Diese wurden für den Zweck einer offenen Institution für Zeitgenössische Kunst vom Architekturbüro Heins umgestaltet. Der NAK ist hier in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Carolus Thermen, zum Casino und zum Ludwig Forum für internationale Kunst.
Der NAK übernimmt nicht nur eine Kernfunktion für die lokale Kunstszene sondern findet auch international als innovative Plattform für zeitgenössische Kunst und ihre Diskurse Anerkennung. Dabei genießt er die Freiheit relativ unabhängig von unmittelbaren ökonomischen sowie politischen Interessen zu agieren. Diese zweifache Autonomie prädestiniert den Kunstverein, einen Ort für künstlerisches Experimentieren zu bieten, der keinen politischen Pflichten oder Rentabilitätskalkulationen untergeordnet ist. Die schlanke Organisationsform erlaubt dem NAK außerdem flexibel, zeitnah und unbürokratisch auf die neuesten künstlerischen Entwicklungen einzugehen und sich aktiv für dieselbigen zu engagieren.
Das Programm des NAK nimmt Bezug auf Formen von Visualität, die als Medium von Informationen und Werten in den globalisierten Ökonomien dienen, dieselbigen reflektieren und darüber hinaus aktuelle gesellschaftliche Fragestellungen in sich kristallisieren, um so als Katalysator ein temporäres kritisches Kollektiv zu formen. Weiter werden künstlerische Strategien und Mechanismen der Inszenierung verschiedener Medien hinterfragt. Das Ausstellungsprogramm ist international und am lokalen Kontext orientiert.
Seit mittlerweile über 30 Jahren hat der NAK Neuer Aachener Kunstverein zahlreiche, heute bekannte Künstler ausgestellt, unter ihnen Hans-Peter Feldmann (1991), Bruce Nauman (1993), Candida Höfer (1994), Valie Export, Gerhard Richter, Franz Ackermann (1998), Jonathan Meese, Wolfgang Tillmans (1999), Fiona Banner, Morgan Fisher (2002), Lucy McKenzie (2003), Anne-Mie van Kerckhoven (2004), Matias Faldbakken (2010), Simon Denny, Jos de Gruyter & Harald Thys (2011), Goldin & Senneby (2012), Patrycja German (2014), Josephine Meckseper (2014), Andreas Greiner (2014), Jacob Kirkegaard und Konrad Smolenski (2015), Pola Sieverding (2016), Plamen Dejanoff, Hiroki Tsukuda (2017), Fischerspooner, Julia Scher (2018), Egan Frantz und Lars Eidinger (2019).
Seit 1997 wurde der NAK von Susanne Titz (1997–2004), Anette Freudenberg (2004), Dr. Stefanie Kreuzer (2005–2006), Melanie Bono (2007-2009) und Dorothea Jendricke (2010–2013) geleitet. Interimisch leiteten Stephanie Seidel und Julia Jung (2011–2012) sowie Carla Donauer (2013) den NAK. Seit September 2013 war Ben Kaufmann Direktor des NAK. Aktuell obliegt Maurice Funken die Leitung des Kunstvereins.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Béla Pablo Janssen – Theater der Sonnenzuwendung
Mit Theater der Sonnenzuwendung entwickelt Béla Pablo Janssen (BPJ) eine ästhetische Sprache, die Fragen der Wahrnehmung als Teil übergeordneter planetarer Zusammenhänge begreift.
Die Sonnenzuwendung erscheint dabei als kosmischer Rhythmus, in dem menschliche und nicht-menschliche Prozesse miteinander verschränkt sind. Durch die Zusammenführung verschiedener Werkgruppen und ortsspezifischer Setzungen reflektiert die Ausstellung zugleich das zeitgenössische Potential eines Gesamtkunstwerks.
Dabei knüpft BPJ an seine Auseinandersetzung mit Logiken des Archivs an: durch Verfahren des Sammelns, Schichtens und der Remontage werden Erzählweisen und Prozesse der Ordnungsbildung sichtbar gemacht und teils unterlaufen.
Statt in ein einzelnes Narrativ zu münden, eröffnet die Ausstellung so eine Mehrstimmigkeit von Bezügen, mit denen nicht zuletzt alternative Formen des Zusammenlebens erkundet werden.
Parallel zur Ausstellung erscheint die Publikation
Zeichnungen 2001 – 2026 (fig. 1 – 145) im Verlag der Alber Collection, mit Texten von Sebastian Hammerschmidt, Julia Martel und Thomas Merian.
Béla Pablo Janssen (1981, Köln) studierte an der HAW Hamburg, der UdK Berlin und der HBK Braunschweig. Seine Ausstellungen und Residencies führten ihn u. a. nach Basel (#notforsale, Basel Social Club), Brüssel und Paris (Jeanroch Dard), Düsseldorf (Kunsthalle, LRRH_), Köln (artothek, Galerie ALBER), Rio de Janeiro (Instituto Inclusartiz), São Paulo (FAAP) und Tokio (Sam Francis Residency). Jüngste Publikationen erschienen bei Salon Verlag, Sorry Press und Spontan Verlag.
Vernissage: 31. Januar 2026, 17–23 Uhr
Gartensauna für Gäste (Handtuch mitbringen)
Begrüßung durch Prof. Ilka Helmig, 19 Uhr
Einführung durch Maurice Funken, 19.15 Uhr
Live-Radiosendung: pilot.radio.fm

