Das Overbeck-Museum versteht sich als ein lebendiges Haus für Kunst und Menschen – gastfreundlich, anregend, dem Erhalt und der Vermittlung künstlerischer Werte verpflichtet. Als Nachlassmuseum des Malerehepaares Fritz und Hermine Overbeck ist es in erster Linie dem Wirken dieser beiden Künstler gewidmet. Zu seinen Besonderheiten gehört, dass es von Gertrud Overbeck, der Enkelin von Fritz und Hermine Overbeck, gegründet und aufgebaut wurde. Diesen familiären Bezug, der bis heute in der persönlichen Atmosphäre des Overbeck-Museums Ausdruck findet, möchte das Museum bewahren und im täglichen Umgang an die Besucher:innen weitergeben.
Kern der Sammlung ist der künstlerische Nachlass des Malerehepaares Fritz und Hermine Overbeck. Er setzt sich zusammen aus Ölgemälden, Zeichnungen, Radierungen, Aquarellen, Gouachen und Fotografien. Zum erweiterten Sammlungsbestand gehören außerdem Briefe, private Fotografien, Dokumente und Objekte (Malutensilien, Möbel und Bücher) des Malerpaares. Das Overbeck-Museum versteht es als seine Aufgabe, diese Sammlung in wechselnden Ausstellungen öffentlich zugänglich zu machen, und unterstützt dabei nach Möglichkeit auch Ausstellungen in anderen Museen mit Leihgaben.
Wechselnde Ausstellungen präsentieren die Sammlung in je unterschiedlicher Auswahl und stellen dem Sammlungsbestand auch andere künstlerische Positionen aus Vergangenheit und Gegenwart gegenüber. Die Wahl der gezeigten Künstler:innen und Themen richtet sich danach, ob aufschlussreiche Verknüpfungen zum Werk von Fritz und Hermine Overbeck gegeben sind und so neue Sichtweisen auf die Sammlung ermöglicht werden.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Du traust mir nicht genug Talent zu! – Hermine Overbeck-Rohte in ihrer Zeit
Hermine Overbeck-Rohte kommt 1896 nach Worpswede, um Malunterricht bei Fritz Overbeck zu nehmen. Sie ist damit, gemeinsam mit Marie Bock, die erste Malerin in dem Künstlerdorf. Nur ein Jahr später heiratet sie ihren Lehrer und ringt fortan darum, beides zu sein: Künstlergattin und Malerin. In ihren ersten Ehejahren, auch nach der Geburt des ersten Kindes, entstehen viele ihrer wichtigsten Werke. Sie hat ein eigenes Atelier und arbeitet selbstbewusst an der Seite ihres Mannes. Doch eine schwere Tuberkuloseerkrankung bremst ihre Schaffenskraft.
Das Künstlerpaar verlässt Worpswede schon 1905 und zieht nach Vegesack. Hermine Overbeck-Rohte malt ihre neue Umgebung, den eigenen Garten und zahlreiche Stillleben. Doch die Erkrankung zwingt sie erneut zu einem langen Sanatoriumsaufenthalt. Im Jahr 1909 stirbt ihr Mann, der Maler Fritz Overbeck, unerwartet im Alter von nur 39 Jahren. Hermine Overbeck-Rohte wird zu seiner Nachlassverwalterin und stellt ihr eigenes Schaffen hintan. Erst 1991, mehr als 50 Jahre nach ihrem Tod, wird ihr Werk erstmals umfassend öffentlich ausgestellt.
Die Ausstellung zeichnet den Lebensweg Hermine Overbeck-Rohtes anhand ihrer Werke und zahlreicher persönlicher Fotografien und Dokumente nach und beleuchtet zugleich die Situation der Malerinnen um 1900. Gesellschaftliche Rollenerwartungen, eingeschränkte Ausbildungsmöglichkeiten und die erste Emanzipationsbewegung prägen diese Zeit.
Eröffnung: 23. November 2025, 11:30 Uhr
Es spricht: Dr. Katja Pourshirazi, Leiterin des Overbeck-Museums

