Das Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum ist eines der bedeutenden ethnologischen Museen Deutschlands und das einzige seiner Art in Nordrhein-Westfalen. Die Sammlung beinhaltet ca. 60.000 Objekte und 100.000 historische Fotografien von der Frühzeit der Fotografie bis in die 1980er Jahre.
Anders als in einigen anderen ethnologischen Sammlungen, stammen die Bestände des RJM nicht zu einem großen Teil aus Expeditionen oder Sammlungsreisen. Vielmehr kamen sie überwiegend als Schenkungen bzw. Nachlässe von Privatpersonen, als von Mäzenen finanzierte Ankäufe, durch das Engagement des im Jahr 1904 gegründeten Fördervereins Museumsgesellschaft RJM e.V. sowie den sogenannten Dublettentausch mit anderen deutschen und europäischen Museen ans Haus. Unter welchen Umständen die Objekte wann und von wem an ihren Herkunftsorten erworben wurden, ist in vielen Fällen unklar. Die Erschließung und Offenlegung der Objektprovenienzen ist dem RJM ein großes Anliegen, dem sich aktuell mehrere Forschungsprojekte widmen.
Veranstaltungen und Ausstellungen
AMAZONIA – Fotografien von SEBASTIÃO SALGADO
Vom 29. Oktober 2025 bis zum 15. März 2026 zeigt das Rautenstrauch-Joest-Museum die Deutschlandpremiere der Ausstellung AMAZÔNIA von Sebastião Salgado, einem der weltweit renommiertesten Fotografen. Konzipiert und kuratiert wurde die Ausstellung von Lélia Wanick Salgado. Die Architektin und Urbanistin war über Jahrzehnte seine künstlerische Partnerin und Ehefrau.
AMAZÔNIA richtet den Blick auf den Regenwald und die indigenen Gesellschaften, die ihn prägen und bewahren. Salgados Aufnahmen verbinden monumentale Landschaften mit eindringlichen Porträts und machen sowohl die Schönheit als auch die Verletzlichkeit des Amazonasgebiets sichtbar. Interviews mit indigenen Anführer:innen, Schaman:innen und Aktivist:innen geben Einblicke in ihre Sichtweisen auf dieses bedrohte Ökosystem. Die fast zeitgleiche Eröffnung der Ausstellung mit der UN-Klimakonferenz COP30 in Belém unterstreicht ihre Aktualität und Brisanz.

