Berlin
Museum

Sammlung Scharf-Gerstenberg

Schloßstraße 70, 14059 Berlin

Die Sammlung Scharf-Gerstenberg zeigt Entwicklungslinien fantastischer Kunst, begonnen mit Arbeiten Giovanni Battista Piranesis und Francisco de Goyas, die im umfangreichsten Werkkomplex des Hauses gipfeln: im Surrealismus von etwa Max Ernst oder René Magritte.

 

Die Sammlung ist ebenso wie das gegenüberliegende Museum Berggruen privater Sammelleidenschaft zu verdanken. Beide Ausstellungsorte der Nationalgalerie angehören, sind in Charlottenburg zu finden.

 

Die Gebäude des Museums Berggruen und der Sammlung Scharf-Gerstenberg entstanden 1851 bis 1859 im Auftrag Friedrich Wilhelms IV. Ihr Architekt Friedrich August Stüler entwarf später auch die Alte Nationalgalerie. Städtebaulich nehmen die klassizistischen Zwillingsbauten mit ihren Kuppeln Bezug auf das gegenüberliegende Schloß Charlottenburg und bilden den Auftakt zur Schloßstraße. 1855 ließ Friedrich Wilhelm IV. durch Garnisons-Bauinspektor Wilhelm Drewitz auf der östlichen Seite noch einen Marstall, in dem heute ebenfalls die Sammlung Scharf-Gesternberg ausstellt, als eingeschossigen Flügelbau mit einem angebauten quadratischen Wohnhaus errichten, zu dem auch eine Remise gehört.

Veranstaltungen und Ausstellungen

17.07.26 - 15.11.26

Wechselwirkung

Das Prinzip der ungewöhnlichen Nachbarschaft spielt eine wichtige Rolle im Surrealismus. »Schön wie das zufällige Zusammentreffen einer Nähmaschine und eines Regenschirms auf einem Seziertisch« hieß es schon bei Lautréamont, den André Breton im Ersten Manifest des Surrealismus zitiert. Denn die überraschende Begegnung von Dingen, die man für gewöhnlich nicht miteinander in Verbindung bringt, lässt etwas Drittes entstehen, ein Rätsel, das unsere Wahrnehmung stimuliert und unser Denken auf überraschende Bahnen zu lenken vermag.

 

Die Gegenüberstellung von Werken des Fotografen Kai Bornhöft und Stillleben des Malers Frank Tornow erzeugt eine ähnliche Wechselwirkung. Wobei im vorliegenden Fall die Rollen vertauscht zu sein scheinen: Wird grundsätzlich eher dem Medium der Fotografie eine abbildhafte Funktion zugesprochen, ist es hier die Malerei von Tornow, die es erlaubt, die dargestellten Dinge auf Anhieb zu benennen. Umgekehrt scheint die für gewöhnlich der Malerei eingeräumte Freiheit der Erfindung in den Fotografien Bornhöfts die Darstellung zu bestimmen: Erst bei näherem Hinschauen lassen sich die Motive der bisweilen durch mehrmaliges Umkopieren entstandenen analogen Fotografien identifizieren.

 

In der Begegnung der Werke der beiden Künstler wird dieses jeweils »andere« des Mediums besonders deutlich. Dabei verbindet sich die exquisite, an Chardin erinnernde Maltechnik mit Bornhöfts Blick für die rätselhaften Dimensionen des scheinbar Nebensächlichen ebenfalls zu etwas »Drittem«, das wie hinter einem Schleier verborgen ist. Zugleich (und vielleicht sogar eben dadurch) schärft es die eigene Wahrnehmung, auch bei der Betrachtung anderer Werke. Eine derartig »starke Wechselwirkung« bringt das Schauen und Denken zum Tanzen, wie in der Quantenphysik – oder im Surrealismus.

Standort
Standort
Schloßstraße 70, 14059 Berlin
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstaggeschlossen
Mittwoch11:00–18:00
Donnerstag11:00–18:00
Freitag11:00–18:00
Samstag11:00–18:00
Sonntag11:00–18:00
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