Die Schirn Kunsthalle Frankfurt ist eines der angesehensten und profiliertesten Ausstellungshäuser in Europa. 1986 eröffnet, wurden auf rund 2.000 m² bislang mehr als 250 Ausstellungen präsentiert und von mehr als 9,5 Millionen Besuchern gesehen. Die SCHIRN richtet ihren Fokus auf kunst- und kulturhistorische Themen, Diskurse und Trends aus der Perspektive der unmittelbaren Gegenwart. Ihr Programm ist vielfältig, international und progressiv, versucht neue Sichtweisen zu eröffnen und tradierte Rezeptionsmuster aufzubrechen. Die Ausstellungen widmen sich zeitgenössischen Kunstpositionen und der Kunst der Moderne gleichermaßen.
Die Schirn sprengt räumliche und zeitliche Grenzen, denkt die Dinge immer wieder neu, erweitert den Ausstellungsraum ins Netz, bietet kostenloses, flächendenkendes WiFi und fortschrittliche, digitale Vermittlungsangebote. Als eine der europaweit wichtigsten Kunstinstitutionen ist sie seit 30 Jahren auch eine feste Größe im kulturellen Leben der Stadt Frankfurt, ein Ort der Begegnungen, an dem interessierte Bürger, Förderer und Partner, junge oder etablierte Künstler, engagierte Freunde sowie Menschen aus aller Welt zusammenkommen. Die Schirn ist kein temporäres Museum – nicht in ihrer inhaltlichen Ausrichtung, inszenatorischen Gestaltung oder kunsthistorischen Betrachtung. Als Institution ohne Sammlung ist die Aufgabe der Schirn, fundierte Vorschläge aus einer aktuellen Perspektive zu entwickeln und so einen Diskurs zu fördern, der von Museen wieder aufgenommen werden kann.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Bárbara Wagner & Benjamin de Burca
Die SCHIRN präsentiert die erste große Einzelausstellung des Künstler:innen-Duos in Deutschland mit einer eigens entwickelten Neuproduktion.
Die Filminstallationen von Bárbara Wagner (*1980, Brasília, Brasilien) & Benjamin de Burca (*1975, München, Deutschland) widmen sich kulturellen Bewegungen und kollektiven Praktiken, die außerhalb des etablierten Gebiets der zeitgenössischen Kunst stattfinden. Bezeichnend für ihren künstlerischen Prozess ist die kollaborative Zusammenarbeit, die jeweiligen Gruppen haben aktiv teil an der Gestaltung von Skript, Bühnenbild, Musik, Choreografie und Inszenierung.
Eindrucksvoll unterstreichen die audiovisuellen Arbeiten von Wagner & de Burca implizit drängende sozio-politische Probleme in den Gemeinschaften der Darsteller:innen und wie diese durch die kulturellen Ausdrucksformen, mit denen sie sich identifizieren, eine Stimme finden.
Die SCHIRN präsentiert die erste große Einzelausstellung des Künstler:innen-Duos in Deutschland mit einer eigens entwickelten Neuproduktion. Diese Videoinstallation widmet sich der Hardcore-Szene und insbesondere Straight Edge (kurz »sXe«), eine Bewegung, die an der Ostküste der USA als »cleane« Gegenkultur innerhalb der Post-Hardcore-Punkszene der 1980er-Jahre entstand. Mit ihrem Verzicht auf Drogen, Fleisch und einer Hinwendung zur »Do it yourself«-Ästhetik rebellierte die Bewegung gegen selbstzerstörerischen Hedonismus und den Mainstream. Im post-pandemischen Zeitalter, das ein neues Verständnis von politischem und sozialem Aktivismus und Inklusion definiert, erleben die Hardcore-Punk-Szene und sXe ein bemerkenswertes Wiederaufleben.
Kuratorin: Katharina Dohm
Thomas Bayrle – Fröhlich sein!
Das umfassende Werk von Thomas Bayrle (*1937 in Berlin, Deutschland) handelt von den Gegensätzen zwischen Technologie, Pop- und Massenkultur sowie (Ersatz-)Religion und beschreibt den Weg von der Analogtechnik zur heutigen omnipräsenten Digitalität.
Zu sehen sind 55 Werke insbesondere aus den letzten 20 Jahren, darunter Malerei und Grafik, Skulptur und Objektkunst sowie Soundinstallationen und eine Videoarbeit.
Die SCHIRN KUNSTHALLE FRANKFURT präsentiert eine große Soloschau des in Frankfurt lebenden Künstlers Thomas Bayrle (*1937). Zu sehen sind 55 Werke insbesondere aus den letzten 20 Jahren, darunter Malerei und Grafik, Skulptur und Objektkunst sowie Soundinstallationen und eine Videoarbeit.
Bayrle behandelt in seiner Kunst grundlegende Aspekte der modernen Gesellschaft. Wie hängen Religion und Gesellschaft, Individuum und Masse, industriell gefertigte Produkte und die technischen Apparate ihrer Herstellung zusammen? Neben den Strukturen von Konsum, Urbanität und Technologie spielen Fortbewegung, Pop- und Massenkultur sowie (Ersatz-)Religion eine zentrale Rolle. Der Künstler widmet sich populären Werken der Kunstgeschichte von Michelangelo über Caravaggio und Masaccio bis hin zu Claude Monet ebenso wie dem Thema der Arbeit.
In den 1960er- und 1970er-Jahren legte er den innovativen Grundstein seiner charakteristischen Superformen. Das Wiederholen, Vernetzen und Verweben von Einzelelementen zu einem Gesamtbild findet sich bis heute in nahezu allen Werken Bayrles und ist eng verbunden mit der Biografie des Künstlers.
Bayrle absolvierte zunächst eine Lehre als Maschinenweber, bevor er sich der Gebrauchs- und Druckgrafik zuwandte. Die dort angewandten Drucktechniken hat er sowohl materiell als auch konzeptionell in seiner Kunst weitergeführt, die den Weg von der Analogtechnik zur heutigen omnipräsenten Digitalität beschreibt. So gehen seine Werke mit dem aktuellen Ausstellungsort der SCHIRN, dem Industriegebäude der ehemaligen Dondorf Druckerei, einen besonderen Dialog ein.
Kurator: Matthias Ulrich
Kuratorische Assistenz: Theresa Dettinger

