Die in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg rasch aufblühende Industriestadt Marl verpflichtete für ihre zahlreichen Bauvorhaben international anerkannte Architekten (beispielsweise H. Scharoun für eine Schule, die holländischen Architekten J. H. van den Broek und J. B. Bakema für das Rathaus, H. Schröder und P. Faller für das Hügelhaus) und verwendete jeweils einen bestimmten Prozentsatz der Baukosten für Kunstankäufe. Mit diesen Mitteln erwarb die Stadt Marl nach und nach eine Reihe von Werken renommierter Künstler, vorwiegend des 20. Jahrhunderts - Großskulpturen für den Außenbereich, aber auch eine Reihe von Kleinskulpturen. Im Laufe der Jahre entstand so eine umfangreiche, qualitätvolle Sammlung.
Im Mittelpunkt der Sammmlung stehen Skulpturen der klassischen Moderne und der zeitgenössischen Kunst. Hinzu kommen dreidimensionale Arbeiten wie Objekte und Installationen. Das Spektrum reicht von Auguste Rodin und Constantin Meunier über Max Ernst und Alberto Giacometti bis zu jungen, zeitgenössichen Künstlerinnen und Künstlern. Bildhauerzeichnungen vervollständigen diesen Bereich der Sammlung.
Einen weiteren Schwerpunkt der Museumsarbeit bilden die Neuen Medien. Seit 1984 wird alle zwei Jahre der Marler Video-Kunst-Preis vergeben und seit 1998 zusätzlich ein Video-Installations-Preis.
2002 wurde erstmalig in Kooperation mit dem WDR 3 und der Initiative Hören der Deutsche Klangkunst-Preis durchgeführt.
Die beiden Preise wurden seit 2013 in einem Wettbewerb, den Marler Medienkunst-Preisen, vereint und haben sich auf internationaler Ebene weiterentwickelt zum Marler Videokunst-Preis und dem EUROPEAN SOUNDART AWARD, die weiterhin alle zwei Jahre vergeben werden.
Seit 1990 ist die Paracelsus-Klinik am Lipper Weg eine Außenstelle des Skulpturenmuseums Glaskasten. Die Sammlung umfaßt mittlerweile circa 300 plastische Bildwerke des 20. Jahrhunderts.
Veranstaltungen und Ausstellungen
ZirkusAngstDschungel
Nach über drei Jahren im Pavillon auf dem Schulhof der Martin-Luther-King-Schule in Marl-Hüls widmet das Skulpturenmuseum Marl seine letzte Ausstellung am Übergangsstandort seinen Nachbarn. In der Ausstellung ZirkusAngstDschungel werden ab dem 16.11.2025 Arbeiten der Schülerinnen und Schüler verschiedener Klassenstufen der Gesamtschule gezeigt.
Wie der Titel vermuten lässt, ist die Ausstellung in drei thematische Blöcke unterteilt. Im Zirkus-Raum werden die Besucher in die fantastische Welt der Akrobaten, Clowns und Dompteure eingeladen. Neben den bekannten Akteuren, die die Manege bevölkern, werden sie jedoch auch auf fabelhafte Wesen treffen – so auf einen Lindwurm, dessen Einzug ins Gebäude die Ausstellung eröffnet.
Mit der Angst bekommen es die Gäste des Museums im zweiten Ausstellungsabschnitt zu tun. Die Schülerinnen und Schüler stellen in verschiedenen Medien und Techniken dar, wovor sie sich fürchten. Der Raum eröffnet in besonderem Maße die Möglichkeit zur Einsicht und zum Austausch.
Der letzte Teil der Ausstellung führt die Besucher in den Dschungel. Die etwa dreißig Meter lange Fensterfront des Museums wird so bearbeitet, dass die Besucher den Eindruck gewinnen, durch einen dichten Urwald zu gehen. Eine Klanginstallation, eingebettet in das Farbspektrum des Dschungels und bevölkert von diversen Kreaturen, macht den Eindruck perfekt.
Während der Ausstellungszeit werden die Kulturklassen der Schule das Museum mit Choreographien und Theaterstücken bespielen. Zudem wird anhand der drei Themen ein Rahmenprogramm entwickelt, wodurch sich die Ausstellung den Winter über stets weiterentwickelt.
Für die involvierten Schülerinnen und Schüler bedeutet diese Ausstellung, den Museumsbetrieb aus erster Hand zu erfahren und ihre eigenen Ideen einfließen lassen zu können. Für das Skulpturenmuseum ist es eine Möglichkeit, sich bei der Schule für die vergangenen Jahre mitten auf dem Schulhof zu bedanken – und, einen Grundstein für zukünftige Zusammenarbeit zu legen, um den neuen Standort in Marschall 66 als außerschulischen Lernort zu entwickeln.
Eine Ausstellung in Kooperation von Skulpturenmuseum und Martin-Luther-King-Schule

