Karlsruhe
Museum

Staatliche Kunsthalle Karlsruhe

ZKM Karlsruhe, Lorenzstraße 19, 76135 Karlsruhe

3500 Werke aus den wichtigen Epochen der europäischen Kunstgeschichte sowie knapp 100.000 Zeichnungen und Druckgrafiken umfasst die Sammlung der Kunsthalle Karlsruhe. Zurück geht diese auf den Kunstsinn und die Tätigkeit der badischen Markgräfinnen und Markgrafen als Sammler:innen.

 

Schwerpunkt der Sammlung bilden die Kunst des Mittelalters und der Renaissance, die Niederländische Kunst des 16. und 17. Jahrhunderts sowie die Französische Kunst des 17. und 18. Jahrhunderts. Mit Biedermeier, Romantik, Realismus und Impressionismus ist auch die Malerei des 19. Jahrhunderts mit bedeutenden Werken vertreten. Ebenso präsentiert werden mit der Klassischen Moderne u.a. Konstruktivismus, Expressionismus und Neue Sachlichkeit. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wird die Sammlung mit großen Bemühungen in die Gegenwart überführt, so dass auch Arbeiten des Informel, der Konzeptkunst, der Neuen Figuration sowie medienübergreifende Arbeiten vertreten sind.

 

Als eines der ersten Museumsgebäude Europas konzipierte Heinrich Hübsch die Kunsthalle Karlsruhe zu Beginn des 19. Jahrhundert als Gesamtkunstwerk aus Architektur, Malerei und Skulptur. Noch heute ist sie weitgehend in ihrer originalen Gestaltung erhalten. Um hier auch den Anforderungen der Gegenwart gerecht zu werden, ist eine bauliche Weiterentwicklung in Planung. Aufgrund einer sanierungsbedinten Schließung ist die Sammlung der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe derzeit im ZKM Karlsruhe zu sehen.

Veranstaltungen und Ausstellungen

29.04.23 - Auf unbestimmte Zeit

See You – Begegnungen mit der Kunsthalle Karlsruhe

Die Staatliche Kunsthalle Karlsruhe ist während der Sanierung ihres Hauptgebäudes zu Gast im ZKM | Zentrum für Kunst und Medien und lädt hier zum Schauen, Wahrnehmen und Begegnen ein!

 

Rund 300 Herzstücke aus dem Bestand des Museums sind im 2. Lichthof des Hallenbaus versammelt, darunter Spitzenwerke von Mathias Grünewald, Rembrandt van Rijn, Peter Paul Rubens, Henri Matisse oder Ernst Ludwig Kirchner. Die Sammlungspräsentation See You lädt zu einem Spaziergang durch die Kunstgeschichte ein – vom Mittelalter bis in die späten 1940er Jahre – und spürt dabei den Fragen nach: Wie kommunizieren Bilder? Was erzählen die Werke über die westeuropäische Kunst, die Gesellschafts- und Kulturgeschichte? Und was haben sie mit dem Hier und Heute zu tun? Immer wieder aufs Neue setzen wechselnde Studioausstellungen in den Ausstellungskojen Akzente in der chronologischen Präsentation und ermöglichen den Besucher:innen unerwartete, vielleicht irritierende oder berührende Begegnungen.

 

Den Prolog bildet ein filmischer »Schwellenraum« von Anna Henckel Donnersmarck. Die Videoprojektion vergegenwärtigt den eigentlichen Ort der Kunst, das verlassene Gebäude an der Hans-Thoma-Straße. Nach diesem Medienkunstwerk entwickelt sich ein chronologischer Rundgang. Vertraute Bilder treffen auf selten gezeigte Werke; der Beitrag von Künstlerinnen wird besonders hervorgehoben und der Kanon der Kunstgeschichte durch neue Stimmen erweitert.

 

Neue Akzente im Rundgang setzt unter anderem die Sammlung Röchling, die der Kunsthallen-Sammlung neue Glanzlichter verleiht. Von den mehr als 50 hochrangigen Werken aus der von Dr. Hermann Röchling gegründeten Fontana Stiftung, wird erstmals eine Auswahl gezeigt.

 

Mit einem digitalen Guide können sich die Besucher:innen multimedial durch die Ausstellung begleiten lassen und weitere Hauptwerke, wie etwa die neu restaurierte Kreuztragung Christi von Matthias Grünewald entdecken. Mehrere thematische Rundgänge eröffnen neue Perspektiven auf die Präsentation.

 

Die Ausstellung ist als flexibles Diskussionsangebot gedacht, das von Ausstellungen in der Jungen Kunsthalle und weiteren Präsentationen in der Orangerie ab September 2025 ergänzt wird.

04.07.26 - 01.11.26

Annette Barcelo – Heiße Hunde und stumme Schwestern

Die Schweizer Künstlerin Annette Barcelo (*1943) ist bekannt für ihre kraftvollen, oft surreal anmutenden Zeichnungen auf Papier und Malereien.

 

In ihren Arbeiten kombiniert sie expressive Linienführung mit detailreichen, fantasievollen Figurenwelten. Ihre Zeichnungen werden von einem großen Arsenal an Figuren aus der Tierwelt bevölkert, die sie zeitlebens begleiten und als Ausdruck von Wünschen, Ängsten und Geträumtem verstanden werden können. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Traum und Realität, zwischen Humor und Abgründigkeit.

 

Mit Bleistift, Tusche oder Farbstift schafft Barcelo ein dichtes visuelles Vokabular, das gesellschaftliche Themen ebenso wie persönliche, bisweilen tiefgründige Erzählungen aufgreift. Barcelo entwickelt seit den 1970er Jahren konsequent ihr Werk weiter und war zuletzt auf der Manifesta 2024 in Barcelona vertreten. Mit dieser Studioausstellung widmet die Kunsthalle Karlsruhe dieser faszinierenden, aber bislang nicht ausreichend wahrgenommenen Gegenwartskünstlerin zum ersten Mal in Deutschland eine Einzelpräsentation mit aktuellen Arbeiten auf Papier.

26.09.26 - 10.01.27

Nicolas Daubanes – Le feu intérieur

Ab Herbst widmet sich die Kunsthalle in der Orangerie dem Werk des französischen Künstlers Nicolas Daubanes (*1983). In seinen großformatigen Wandzeichnungen und Rauminstallationen beschäftigt er sich mit Machtstrukturen und dem Willen zum Widerstand gegen sie.

 

Seine Werke reflektieren die Ursachen und Folgen von Gewalt, sozialer Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Krieg, die Skepsis gegenüber autoritären Strukturen und autokratischen Regimen. Historische Recherchen widmet er vor allem Phänomenen der jüngeren französischen und deutschen Geschichte und Gegenwart, der Resistance im Zweiten Weltkrieg und dem Schicksal von Inhaftierten und Deportierten.

 

Im Zentrum seines künstlerischen Interesses steht die Auseinandersetzung mit Strukturen der Herrschaftsausübung und Strategien der Auflehnung, mit Phänomenen, die zeigen, wie sich Menschen in Unrechtssystemen gegen diese zur Wehr setzen und Gehör zu verschaffen versuchen. Spuren hinterlassen diese Prozesse an Architekturen, die Daubanes häufig in Zeichnungen visualisiert oder als authentische Objekte in seine Werke integriert. Das Spektrum der Fälle, mit denen er sich befasst, reicht vom Hausarrest, unter den Galileo Galilei vom Heiligen Offizium in der Villa Medici in Rom gestellt wurde – wo Nicolas Daubanes 2024/2025 Stipendiat ist –, über revolutionäre Künstler wie Giovanni Piranesi, Gustave Courbet und dessen Freund, den Dichter Pierre Dupont, bis zu Jean Moulin, dem einstigen Kopf des französischen Widerstands gegen den Nationalsozialismus und seiner Inhaftierung im Gefängnis Montluc in Lyon. Der Gefängnis-Aufstand in Nancy, der Partnerstadt Karlsruhes, in den 1970er Jahren wird ebenso Thema der Ausstellung sein wie die Geschichte des dortigen einstigen Gefängnisses Charles III. und der einstigen Munitionsfabrik der IWKA in Karlsruhe, die heute das ZKM beherbergt.

 

Der Ausstellungstitel Le feu intérieur verweist sowohl darauf, dass innerhalb von Gesellschaften Brände schwelen, als auch auf das »innere Feuer«, das Künstler, Wissenschaftler, Politiker oder Bürger, die Widerstand leisten, antreibt. Es geht um den Mut zum Ungehorsam, aus dem Ideen für Techniken der Sabotage im Widerstand, Meutereien und Subversionen rühren. Daubanes’ Kunst hat Strategien des Überlebens und der Befreiung zum Inhalt, deren globale Aktualität unabweisbar ist.

Standort
Standort
ZKM Karlsruhe, Lorenzstraße 19, 76135 Karlsruhe
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstaggeschlossen
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag11:00–18:00
Sonntag11:00–18:00
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