Eingebettet in die malerische Altstadt Bietigheims stellt die Städtische Galerie Bietigheim-Bissingen eine gelungene Synthese aus historischer Bausubstanz und moderner Architektur dar.
Die Städtische Galerie hat zwei große Sammlungsschwerpunkte: Zum einen Gemälde, Grafiken und Skulpturen von Künstler:innen der Region, darunter Gustav Schönleber, Walter Strich-Chapell, Theodor Werner, Hermann Rombach, Paul Reichle, Bruno Diemer, Leonhard Oesterle und Luisa Richter. Zum anderen eine umfangreiche, einzigartige Sammlung zum künstlerischen Linolschnitt, in die Sie hier einen Einblick gewinnen können.
Seit Gründung der Städtischen Galerie 1989 liegt der besondere Sammlungsschwerpunkt auf dem künstlerischen Linolschnitt, da in Bietigheim die Deutschen Linoleumwerke ansässig waren. Mittlerweile ist der Bestand auf Linolschnitte von mehr als 300 Künstler:innen angewachsen und bietet einen repräsentativen Querschnitt von 1900 bis heute. Bereits 1992 wurde auf einer Ausstellungstournee in fünf deutschen Städten die europaweit einzigartige Linolschnittsammlung der Städtischen Galerie von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart gezeigt – seither ist die Sammlung wesentlich umfangreicher geworden, auch dank des Grafikwettbewerbs »Linolschnitt heute«, der alle drei Jahre ausgeschrieben wird. Aus Anlass des zehnten Jubiläums dieser wichtigen Auszeichnung ging 2017/18 eine Werkauswahl der zehn Wettbewerbe auf Reisen quer durch die Republik von Quedlinburg im Harz über Würzburg in Unterfranken bis nach Husum und Niebüll an der dänischen Grenze – denn Bietigheim-Bissingen ist längst zur »heimlichen Hauptstadt des Linolschnitts« geworden.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Doris Graf – XPlacesToBe (Part II)
Es ist soweit! Die XPlacesToBe von Bietigheim-Bissingen stehen fest! Mehr als 800 Zeichnungen aus der Bevölkerung sind bei den Aktionen der Stuttgarter Künstlerin Doris Graf entstanden. Anlässlich des 50. Jubiläums zum Zusammenschluss von Bietigheim und Bissingen war sie hier zu Gast. Bei verschiedenen Stadtfesten in diesem Sommer kam sie mit den Menschen vor Ort ins Gespräch und forderte sie auf, über ihre Stadt nachzudenken und ihre Lieblingsorte in Bietigheim-Bissingen zu zeichnen. Nach eingehender Analyse aller zeichnerischen Resultate entwickelte sie schließlich piktografische Bilder, die nun in der Städtischen Galerie präsentiert werden. Vielen Dank an alle, die mitgemacht haben! Wie hat Doris Graf Eure Ideen wohl umgesetzt…?
Dem Himmel so nah – Wolken in der Kunst
Wer kennt es nicht: Wir schauen verträumt in den Himmel, beobachten in Gedanken versunken vorüberziehende Wolken oder blicken neugierig bis ängstlich nach oben: Beginnt es bald zu regnen? Droht Unwetter? Die Beziehung der Menschheit zum Himmel und all seinen Phänomenen ist von tiefer emotionaler und existentieller Bedeutung geprägt.
Wolken und deren Spiel am Himmel faszinieren die Menschen seit jeher. Und so haben diese Ansammlungen von Dunst in der Luft stets auch Künstler:innen zu beeindruckenden Werken angeregt. In der Renaissance und im Barock kamen Wolken vornehmlich als Sinnbild des Göttlichen zum Einsatz, während sie in der Romantik und im Impressionismus als eigenständiges Element ins Zentrum der atmosphärischen Landschaftsmalerei rückten. Der Expressionismus wiederum setzte die Dramatik des Himmels mit eigenen ausdrucksstarken Mitteln fort. In der Malerei wie in der Fotografie können Wolken aber auch Anlass bieten, das bildnerische Abstraktionspotential zu erkunden.
Diese Ausstellung in Kooperation mit der Kunsthalle Emden vereint Werke mehrerer Jahrhunderte und umfasst mehr als 40 internationale Positionen von Albrecht Dürer bis Bjørn Melhus. Die Gemälde, Grafiken, Fotografien, Installationen und Videoarbeiten greifen verschiedene Aspekte des Motivs Wolke auf: von der reinen Naturanschauung über symbolische Konzepte bis hin zu ästhetischen Experimenten. Seit dem frühen 19. Jahrhundert schlägt sich aber auch ein naturwissenschaftliches Interesse an Himmelsphänomenen in der bildenden Kunst nieder. In unserer Gegenwart richtet sich dieses Interesse zunehmend auf die Bedrohung durch die globale Erderwärmung und den Klimawandel.
Die Künstler:innen:
Andreas Achenbach (*1815) / Hendrich Aldegrever (*1502) / Robert de Baudous (*1630/31) / Ludolf Backhuysen (*1574/75) / Pieter de la Cuffle (tätig 1542-57) / Cornelis Cort (*1533) / Johann Jacob Dorner, d.J. (*1775) / Sven Drühl (*1968) / Albrecht Dürer (*1471) / Hendrick Goltzius (*1558) / Berend Goos (*1815) / Anna Grath (*1983) / Wenzel Hablik (*1881) / Erich Heckel (*1883) / Geoffrey Hendricks (*1931) / Felix Hollenberg (*1868) / Hieronymus Hopfer (*1500) / Lucas van Leyden (*1494) / Almut Linde (*1965) / Hiroyuki Masuyama (*1968) / Bjørn Melhus (1966) / Nanne Meyer (1953) / Lyoudmila Milanova (*1979) / Bruce Nauman (*1941) / Emil Nolde (*1867) / Yoko Ono (*1933) / Robin Page (*1932) / Georg Pencz (*um 1500) / Hermann Pleuer (*1863) / Franz Radziwill (*1895) / Marcantonio Raimondi (*1475) / Gerhard Richter (*1932) / Simon Roberts (*1974) / Yvonne Roeb (*1976) / Valentin Ruths (*1825) / Josef Scharl (* 1896) / Gustav Schönleber (* 1851) / Carl Spitzweg (*1808) / Klaus Staeck (*1938) / Rolf Staeck (*1943) / Walter Strich-Chapell (*1877) / Antonio Tempesta (*1555) / David Tscherning (*1615) / Bernd Zimmer (*1948)

