Künstler:innen
Claire Fontaine
Cristina Lama
Lia Meret Lehmkuhl
Peter Jap Lim
Giacomo Miceli
Nasan Tur
Faina Yunusova
Die Städtische Galerie Nordhorn zeigt eine Gruppenausstellung internationaler Künstler:innen, die sich mit verschiedenen Aspekten von Illusion und Desillusion beschäftigt. Die Desillusion gilt im Alltag meist als eine negative Erfahrung. Sie beraubt uns unserer Vorstellungen und Träume, erschüttert unsere Realität. Wir werden desillusioniert, wenn politische Konstanten wegbrechen, wenn sich die Welt in eine Richtung entwickelt, die wir nicht vorhergesehen haben. Doch auch unser Selbstbild kann Opfer von Desillusion werden. Bin ich, wer ich glaube zu sein, oder projiziere ich ein Bild von mir, das gar nicht existiert und jederzeit in sich zusammenfallen kann? Die Illusion und ihr Aufdecken sind seit jeher auch Themen der Kunst, ganz besonders seit der Aufklärung. Das Herstellen einer kaum zu unterscheidenden Illusion war einerseits technisch anspruchsvoll und zeichnete Können und Beobachtungsgabe der Künstler:innen aus, das Spiel mit und die Auflösung der Illusion dagegen bieten fruchtbaren Boden für Überlegungen zu Wahrnehmung und Realität.
Ein zentraler Bereich der Ausstellung wird durch die Behandlung der Desillusion innerhalb des Verhältnisses von eigenem Körper zur Umwelt gebildet. Besonders die Thematisierung von digitalen Welten und ihre Auswirkungen auf unser Selbstbild ist dabei von Interesse. Doch auch die Desillusion durch unsere Umgebung oder durch historische und gesellschaftliche Entwicklungen soll hier ihren Platz finden. Wenn etwa Nostalgie auf eine veränderte Realität trifft, kann Desillusion eine der Reaktionen sein. Es werden sowohl Videoarbeiten als auch Malerei und Fotografie gezeigt. Das Spektrum reicht dabei von der in Madrid arbeitenden Cristina Lama, die in ihren Ölgemälden tradierte künstlerische Themen wie Phantasmen, Masken und Spiegelungen aufgreift, bis zu Nasan Tur, der in einer Videoarbeit Gedanken und Motivationen zum Jäger-sein beleuchtet.
Ausstellungskurator: Jonas Kortmann