Münster
Museum

Stadtmuseum Münster

Salzstraße 28, 48143 Münster

Im Jahr 1979 wurde das Stadtmuseum Münster gegründet. Die erste Sonderausstellung wurde 1982 eröffnet. Seit 1989 befindet sich das Stadtmuseum an der Salzstraße in einem Neubau hinter einer historischen Fassade aus dem Jahr 1910/1911. Im Erdgeschoss des Gebäudes befindet sich außer dem Museumsfoyer noch eine Anzahl von Geschäften. Museum und Geschäfte sind hier in einer seltenen und gelungenen Verbindung unter dem Motto »Kunst und Kommerz« vereint. Der Museumsshop im Foyer hält für die Besucher ein vielfältiges Angebot bereit, das von Büchern und Ausstellungskatalogen über Plakate und wertvolle Faksimiles bis hin zu Objekten reicht, die führende Designer für das Stadtmuseum entworfen haben.

 

Das Stadtmuseum Münster zeigt die Geschichte der Stadt Münster von den Anfängen bis zur Gegenwart. Das Kernstück des Museums ist die Schausammlung im ersten und zweiten Obergeschoss, die einen Überblick über die münsterische Stadtgeschichte bietet. In zahlreichen Sonderausstellungen werden dem Publikum spezielle Themen und Aspekte der münsterischen Kultur- und Kunstgeschichte vorgestellt. Hierfür stehen weitere Ausstellungsbereiche zur Verfügung.

 

Das Stadtmuseum Münster wendet sich an alle, die sich für die Geschichte und Kultur der westfälischen Metropole interessieren. Der große Zuspruch, den das Museum erfährt, zeigt sich an den zahlreichen Schenkungen, Stiftungen und Leihgaben. Durch diese Unterstützung und die vielen Neuerwerbungen gibt es in der Schausammlung stets Neues zu entdecken, was den Besuch im Stadtmuseum immer wieder zu einem lohnenden Erlebnis macht.

Veranstaltungen und Ausstellungen

05.12.25 - 22.11.26

Vor 50 Jahren – Münster 1976

In der beliebten Ausstellungsreihe »Vor 50 Jahren« lädt das Stadtmuseum Münster zu einer Rückschau auf das Jahr 1976 ein. Mit Schwarz-Weiß-Fotografien gelingt ein lebendiger Rückblick auf die Stadt Münster vor 50 Jahren. Zudem stellt ein Zeitstrahl in der neuen Sonderausstellung weltpolitische Ereignisse des Jahres 1976 den lokalen Geschehnissen gegenüber. 

 

 

Das Jahr 1976 in der Welt

 

1976 war von politischen Umbrüchen und internationalen Krisen geprägt. In Argentinien führte im März der Sturz der Präsidentin Isabel Perón zur Errichtung einer Militärdiktatur, während der Tod von Mao Zedong im September das Ende der chinesischen Kulturrevolution einläutete. Im Sommer erschütterte das Geiseldrama von Entebbe die Weltöffentlichkeit und lenkte die Aufmerksamkeit auf den internationalen Terrorismus. Unter anderem fanden in den USA und der Bundesrepublik Deutschland Wahlen statt: Im Herbst erhielt in den Vereinigten Staaten der Präsidentschaftskandidat Jimmy Carter die meisten Stimmen, in der Bundesrepublik wurde Helmut Schmidt im Amt des Bundeskanzlers bestätigt.

 

Auch sportliche Wettkämpfe prägten das Jahr ‘76: Die Olympischen Winter- und Sommerspiele fanden im Februar in Innsbruck und im Juli im kanadischen Montreal statt und sorgten weltweit für Spannung und Euphorie. In der Bundesrepublik Deutschland wurden die Siege von Rosi Mittermaier auf Skiern sowie der überraschende dritte Platz der Eishockeynationalmannschaft in Innsbruck gefeiert. Die olympischen Erfolge des Dressurreiters Dr. Reiner Klimke sorgten im Sommer besonders in seiner Heimatstadt Münster für Jubel. Das verlorene Finale der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Belgrad im Juni löste dagegen bundesweite Enttäuschung aus.

 

 

Das Jahr 1976 in Münster

 

In Münster begann das Jahr stürmisch: Der Capella-Orkan richtete im nordwestlichen Europa erhebliche Schäden an und forderte zahlreiche Todesopfer, worunter auch ein Münsteraner war. 

 

Im Laufe des Jahres veränderte sich das Stadtbild sichtbar. Im Mittelpunkt des Interesses standen große Bauprojekte – das mehrere Millionen Mark teure Heizkraftwerk sowie die weitläufigen Baustellen am Coesfelder Kreuz und ab Juli am Aegidiimarkt, die noch dem Leitbild der autogerechten Stadt nachkamen. Auch kleinere Veränderungen im Straßenverkehr wurden mit Interesse verfolgt, wie die Installation einer neuen Fußgängerampel auf der Wolbecker Straße, die zur Vermeidung weiterer Unfälle auf dem Schulweg umgesetzt wurde. 

 

Zum Wintersemester 1976/77 erreichte die Zahl der Studierenden einen neuen Höchststand, was den ohnehin angespannten lokalen Wohnungsmarkt zusätzlich belastete. Doch trotz dieser Herausforderung konnte sich jeder, der 1976 in Münster lebte, über ein abwechslungsreiches kulturelles Angebot freuen. Musikgruppen, wie die britische Rockband The Rolling Stones und die New Yorker Philharmoniker, sorgten wie die deutsche Erstaufführung des Theaterstücks »Salmen« des jüdischen Autors Elie Wiesel für Begeisterung. Auch die sportlichen Leistungen des hiesigen Fußballvereins Preußen Münster erregten mit Blick auf die Aufstiegschancen über die ganze Saison hinweg die Gemüter. Zwar wurde am 26. Mai der 4:1-Heimsieg über Borussia Dortmund vor einem Zuschauerrekord gefeiert, doch wenige Wochen später stand fest, dass der Traum von der 1. Bundesliga geplatzt war.

 

Es gibt auch Dinge, die sich in 50 Jahren in Münster nicht verändert haben: Fahrraddiebstähle. Im Frühjahr 1976 wurde das Problem der gestohlenen Fahrräder angegangen. Da die Zahl der Diebstähle immer weiter zunahm, reagierte die Polizei im Mai mit einer kostenlosen Fahrradregistrierung. Diese sollte zur Sicherung der Leezen führen. Im selben Jahr wurde auch ein eher technisches Problem angepackt: Im März wurde eine Testphase zur Einführung des Taschenrechners im Schulunterricht gestartet. Das Ratsgymnasium Münster nahm als eine von elf Schulen in Nordrhein-Westfalen daran teil. Wie gut, dass dieser Test für viele Kopfrechenfaule gut ausgegangen ist. Heutzutage wird das Rechengerät nicht mehr in der Tasche mitgeführt, sondern als App auf dem eigenen Smartphone genutzt.

 

 

Die Ausstellung

 

Mit der Ausstellung wird die Auswertung des umfangreichsten Sammlungsbestands des Stadtmuseums Münster – der Fotografien – fortgesetzt. Mehrere tausend historische Negative und Abzüge ermöglichen eine sorgfältige Auswahl und veranschaulichen die Ereignisse des Jahres 1976 in ihrer ganzen Vielfalt.

 

Zur Ausstellung ist ein Katalog im Aschendorff Verlag erschienen, der im Buchhandel und im Stadtmuseum Münster erhältlich ist.

03.10.26 - 21.11.26

Jenseits der Mauern – Gefängnisarchitektur aus Sicht junger Menschen

Eine Ausstellung der Friedrich-Hundt-Gesellschaft e.V. in Kooperation mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW, Niederlassung Münster.

 

Mit dem Umzug der Justizvollzugsanstalt von der Gartenstraße in den Neubau an der Telgter Straße endet ein prägendes Kapitel münsterischer Stadtgeschichte. Initiiert vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen fotografierten Schülerinnen und Schüler des Adolph-Kolping-Berufskollegs und der Realschule Wolbeck sowohl die historische JVA als auch den Neubau. Dabei entstanden eindrucksvolle Aufnahmen, die Architektur, Geschichte und den Justizvollzug aus einer jungen, persönlichen Perspektive zeigen. Die Ausstellung lädt dazu ein, über Wandel, Verantwortung und die gesellschaftliche Bedeutung des Justizvollzugs nachzudenken. Zugleich hält sie einen besonderen Moment der Stadtentwicklung fest und gewährt seltene Einblicke in Bereiche, die der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich sind.

09.10.26 - 01.02.27

Begegnungen. Reiseporträts von Pan Walther.

Pan Walther (1921–1987) zählt zu den bedeutenden deutschen Fotografen der Nachkriegszeit. Nach seiner Ausbildung in Dresden siedelte er 1950 nach Münster über, wo er über Jahrzehnte als Porträtfotograf tätig war und ein eigenes Atelier unterhielt. Später lehrte er als Professor für Fotografie an der Fachhochschule Dortmund.

 

Im Mittelpunkt dieser Ausstellung stehen Pan Walthers Reiseporträts. Seit Mitte der 1950er Jahre führten ihn Fotoreisen in das damalige Jugoslawien, nach Griechenland, Spanien, Italien, Tunesien und in die Türkei. Dabei entstand eine umfangreiche Folge von Porträts. Pan Walther fotografierte Menschen, denen er unterwegs begegnete – auf Straßen und Plätzen, bei der Arbeit oder im Alltag. Viele der Porträtierten blicken unmittelbar in die Kamera und beziehen so auch die Betrachtenden in die Begegnung ein.

 

Neben Nahporträts stehen Aufnahmen, die Körperhaltung und räumliches Umfeld mit einbeziehen. Pan Walthers Fotografien vermitteln nicht nur die Individualität der Porträtierten, sondern auch Eindrücke der Situation, in der sie entstanden. Lichtführung und kräftige Schwarz-Weiß-Kontraste kennzeichnen seine Bildsprache.

 

Die Reiseporträts halten Begegnungen mit Menschen fest und vermitteln zugleich Eindrücke der Länder, die Pan Walther bereiste. Heute geben sie Einblicke in Alltag, Lebensverhältnisse und gesellschaftliche Situationen einer vergangenen Zeit.

Standort
Standort
Salzstraße 28, 48143 Münster
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag11:00–18:00
Sonntag11:00–18:00
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