Die Villa Vauban ist ein Kunstmuseum, das Sammlungen alter und zeitgenössischer Kunstwerke (Malerei, Grafik, Skulptur, Fotografie, 17. bis 21. Jahrhundert) vereint.
Das Museum sieht sich folgenden Aufgaben verpflichtet:
Erhalt, Restaurierung, Inventarisierung und Erforschung europäischer Kunstwerke des 17. bis 21. Jahrhunderts, die Teil der Sammlung aus Gemälden, Skulpturen, Grafiken, Fotografien und kunstgewerblichen Objekten sind, sowie Veröffentlichung der Forschungsergebnisse.
Organisation von Ausstellungen mit Werken aus eigenen Sammlungen und mit Werken aus verschiedensten Beständen. Diese können ganz allgemein Objekte der Bildenden Kunst sein oder aber typische Beispiele für die Arbeit luxemburgischer Künstler bzw. solcher Künstler, die einen Großteil ihres künstlerischen Weges in Luxemburg beschritten haben. Damit soll Kunst unterschiedlichster Genres, Themen und Epochen dem Publikum zugänglich und durch Gegenüberstellung der Werke präsentiert werden.
Förderung des Interesses und des Wissens eines vielschichtigen Publikums durch Ausstellungen alter, moderner oder zeitgenössischer Kunst aus Luxemburg oder aus anderen Teilen der Welt, durch Kataloge und wissenschaftliche Werke sowie durch museumspädagogische und kulturelle Aktivitäten, die im Rahmen der Ausstellungen angeboten werden.
Bereicherung der Sammlung durch Zukäufe, Schenkungen oder Leihgaben; Unterstützung von in Luxemburg lebenden Künstlern durch den Erwerb zeitgenössischer Werke und durch Auftragsarbeiten.
Förderung und Belebung des kulturellen Lebens der Stadt Luxemburg im Bereich der Bildenden Künste.
Sammlung Alte Kunst
Die in der Villa Vauban stattfindenden Ausstellungen schöpfen aus dem städtischen Sammlungsbestand, dessen Schwerpunkte auf der niederländischen Malerei des »Goldenen Zeitalters« (17. Jh.) und der französischen Landschafts- und Historienmalerei des 19. Jahrhunderts liegen. Gemälde, Skulpturen und Graphik europäischer Künstler des 17. bis 19. Jahrhunderts vervollständigen den Bestand.
Sammlung Luxemburger Kunst
Die Sammlungen der Stadt Luxemburg umfassen auch zahlreiche Werke Luxemburger Künstler. Einen Schwerpunkt bildet dabei das 19. und 20. Jahrhundert mit zentralen Vertretern der Sezessionisten aus der Zeit vor dem 2. Weltkrieg und der Gruppe der Iconomaques, die die Nachkriegszeit maßgeblich prägten. Neben Gemälden befinden sich auch Skulpturen im Sammlungsbestand. Darüber hinaus werden die Sammlungen durch Schenkungen und gezielte Neuankäufe stetig erweitert, wobei der Schwerpunkt auf der Luxemburger Kunst liegt.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Bienvenue à la Villa ! (3) – Luxemburger Kunst des 20. Jahrhunderts
Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl an Luxemburger Kunst aus der Zeit von der klassischen Moderne bis zur Jahrtausendwende, darunter zahlreiche Neuerwerbungen und Schenkungen.
Die Epoche bis 1945 ist durch die »Sezessionisten« Kutter, Rabinger, Schaack und Klopp sowie Ernest Wurth und Adrienne Baudoin-d’Huart vertreten. Gemälde von Henri Dillenburg und Nico Thurm, Bilderserien von Wil Lofy, Collagen von Roger Bertemes sowie Pit Nicolas’ Skulpturen zeugen dann vom künstlerischen Schaffen zwischen Figuration und Abstraktion. Ab den 1950er/60er Jahren wird die Kunst zunehmend weiblicher (Jacqueline Hentges, Coryse Kieffer, Triny Beckius). Aus den 1990er/2000er Jahren werden Malerei und Grafik von Moritz Ney, Marie-Paule Feiereisen, Annette Weiwers-Probst und Renée Oberlinkels sowie eine Skulptur von Bettina Scholl-Sabbatini gezeigt.
Vergnügungen auf dem Eis – Niederländische Winterlandschaften, 17.–19. Jahrhundert
In den Niederlanden des 17. Jahrhunderts, gerne als »Goldenes Zeitalter« bezeichnet, erfreute sich in der Malerei das Genre der Winterlandschaft großer Beliebtheit. Denn anders als in vorangegangenen Zeiten, wurde der Winter in den durch Fernhandel wohlhabend gewordenen Nordprovinzen nicht mehr nur mit Frost und Entbehrung assoziiert, sondern mit dem Zeitvertreib unterschiedlichster Bevölkerungsschichten auf dem Eis.
Passend zur Jahreszeit, zeigt die Villa Vauban drei neu in die Sammlung aufgenommene Gemälde niederländischer Künstler aus dem 17. bis 19. Jahrhundert. Eine Winterlandschaft mit Schlittschuhläufern von Jacob Esselens (1626–1687), um die Mitte des 17. Jahrhunderts entstanden, steht für das ursprüngliche Genre. Das stimmungsvolle, großformatige Gemälde wurde der Villa Vauban kürzlich von Herrn Claude Lebrun geschenkt. Eine weitere Schenkung, in diesem Fall seitens der Amis des Musées, Luxembourg, die Winterlandschaft mit Windmühle und Schlittschuhläufern auf dem Eis von Andreas Schelfhout (1787–1870), versinnbildlicht die Wiederentdeckung der altniederländischen Meister im 19. Jahrhundert. Ein kürzlich vom Museum erworbenes, um 1800 entstandenes Gemälde stammt von Andries Vermeulen (1763–1814), einem auf Winterlandschaften in der Manier des 17. Jahrhunderts spezialisierten Künstler.
Dieses für die holländische Malerei des 17. Jahrhunderts so typische Bildthema ist einerseits vor dem Hintergrund der »Kleinen Eiszeit« zu sehen, einer relativen Kälteperiode, die ungefähr von 1500 bis 1850 dauerte. Die damals regelmäßig zugefrorenen Kanäle und Grachten nutzten die Niederländer:innen für vielfältigste Vergnügungen: Neben dem Schlittschuhlauf waren dies das Kolf-Spiel (ähnlich dem heutigen Golf), diverse Schlittenmodelle, auch als Transportmittel, bis hin zu Eis-Yachten, d.h. Segelbooten auf Kufen. In koek-en-zopie-Zelten konnten sich die Eisläufer:innen mit Kuchen und warmen, alkoholischen Getränken versorgen. Darüber hinaus erkannten die Maler in den winterlichen Szenen eine Eigenheit ihrer noch jungen Nation, weshalb man die Gemälde auch als Ausdruck des Stolzes der mit Spanien um ihre Unabhängigkeit ringenden Niederlande betrachten kann.
Die drei Werke werden hier zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert und faszinieren durch ihre Atmosphäre und ihren Detailreichtum sowie den nostalgischen Blick zurück in eine Zeit »echter« Winter.

