Weil am Rhein
Museum

Vitra Design Museum

Charles-Eames-Straße 2, 9576 Weil am Rhein

Das Vitra Design Museum zählt zu den führenden Designmuseen weltweit. Es erforscht und vermittelt die Geschichte und Gegenwart des Designs und setzt diese in Beziehung zu Architektur, Kunst und Alltagskultur. Im Hauptgebäude von Frank Gehry präsentiert das Museum jährlich zwei große Wechselausstellungen, darunter große Einzelausstellungen sowie vielfältige Themenausstellungen wie »Plastik. Die Welt neu denken« (2022), »Here We Are! Frauen im Deisgn 1900–heute« (2021), »Home Stories. 100 Jahre, 20 visionäre Interieurs« (2020), »Objekte der Begierde. Surrealismus und Design 1924–heute« (2019), »Doshi. Architektur für den Menschen« (2019) oder »Charles & Ray Eames. The Power of Design« (2017). Parallel dazu werden in der Vitra Design Museum Gallery temporäre Ausstellungen gezeigt, die einen aktuellen und oftmals experimentellen Ansatz verfolgen.

 

Das Vitra Schaudepot von Herzog & de Meuron präsentiert circa 400 Schlüsselobjekte seiner umfangreichen Sammlung und zählt damit zu den weltweit größten Dauerausstellungen und Forschungsstätten zum modernen Möbeldesign. Die jährlich wechselnde Sammlungspräsentation hebt unterschiedliche Aspekte der Sammlung hervor. Viele Ausstellungen entstehen in Zusammenarbeit mit bekannten DesignerInnen und befassen sich mit zeitgenössischen Themen wie Zukunftstechnologien, Nachhaltigkeit, Mobilität oder sozialer Verantwortung. Andere richten ihren Fokus auf historische Themen oder zeigen das Gesamtwerk bedeutender Persönlichkeiten aus den Bereichen Design, Kunst und Architektur.

 

Grundlage der Arbeit des Vitra Design Museums ist eine Sammlung, die neben Ikonen der Designgeschichte auch mehrere bedeutende Archive und Nachlässe umfasst. Die Museumsbibliothek und das Dokumentenarchiv stehen ForscherInnen auf Anfrage zur Verfügung. Die Ausstellungen des Museums sind als Wanderausstellungen konzipiert und werden weltweit präsentiert. Auf dem Vitra Campus werden sie um ein vielfältiges Begleitprogramm aus Events, Führungen und Workshops ergänzt.

Veranstaltungen und Ausstellungen

23.05.26 - 09.05.27

Verner Panton. Form, Farbe, Raum

 

Er ließ Stühle schweben und verwandelte Räume in farbige Landschaften: Kaum ein Gestalter hat das Design der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts so geprägt wie Verner Panton (1926–1998). Zum 100. Geburtstag des dänischen Designers und Architekten widmet das Vitra Design Museum ihm eine umfassende Ausstellung im Vitra Schaudepot. »Verner Panton. Form, Farbe, Raum« beleuchtet Pantons Werk aus verschiedenen Epochen: von ikonischen Entwürfen wie dem Panton Chair, dem Cone Chair oder der Flowerpot-Leuchte über visionäre Wohnlandschaften bis hin zu selten gezeigten Möbeln und Architekturprojekten. Eine begehbare Rekonstruktion (Edition 1/8) der legendären Fantasy Landscape von 1970 macht Pantons Raumverständnis unmittelbar erfahrbar und lädt dazu ein, in seine skulpturalen, farbintensiven Welten einzutauchen.

 

Als Absolvent des Studiengangs Architektur an der Königlich Dänischen Kunstakademie in Kopenhagen war Verner Panton eigentlich in der Tradition des dänischen Möbeldesigns verwurzelt und sammelte erste Berufserfahrung im Büro des bekannten Architekten Arne Jacobsen. Doch schon früh orientierte er sich in eine andere Richtung: ab Ende der 1950er Jahre entwickelte Panton radikal neue Raumkonzepte, in denen Farbe, Textilien und Licht eine tragende Rolle spielten. Mit Schaukeln und Wohntürmen erfand er neue, spielerische Formen der Raumnutzung, mit Licht und geschickt eingesetzten Farbskalen modulierte er Stimmung und Charakter seiner Interieurs. Diese Wohnwelten spiegelten das neue, unbeschwerte Lebensgefühl der Nachkriegsjahre, doch gleichzeitig verfügte Panton über die Präzision eines Industriedesigners.

 

Bestes Beispiel dafür ist der Panton Chair, dessen Grundidee der Designer schon Mitte der 1950er Jahre entwickelte und später mit der Firma Vitra zur Serienreife brachte. Als erster hinterbeinloser Stuhl aus einem Stück Kunststoff war der Panton Chair 1967 eine technische Meisterleistung und sorgte sofort für Aufsehen in den internationalen Medien. Für die Ausstellung Visiona II schuf Panton eine seiner bekanntesten Installationen, die organisch geformte Fantasy Landscape (1970). Sie entstand im Auftrag der Firma Bayer und sollte die Möglichkeiten neuer Synthetikstoffe demonstrieren. Panton wusste die neuen Materialien so zu nutzen, dass mit der Visiona II ein Gesamtkunstwerk entstand, welches die Möglichkeiten des Wohnens radikal neu dachte und heute als Meilenstein des modernen Designs gilt.

 

Die chronologisch gegliederte Ausstellung zeigt, wie systematisch Verner Panton seine gestalterischen Vorstellungen verfolgte. Schon die ersten Interieurs in den 1950er Jahren waren selbstbewusste, farbenfrohe Statements, mit denen er sich von den skandinavischen Designtraditionen emanzipierte. Pantons Zusammenarbeit mit der Firma Plus‑linje führte zu den ersten international bekannten Sitzmöbeln wie dem tütenförmigen Cone Chair. In den 1960er und 1970er Jahren bildeten sich mehrere Schaffensbereiche heraus, darunter Wohnlandschaften und private Interieurs, modulare Möbelsysteme, Textilien, Leuchten und experimentelle Architekturen. Mit Projekten wie dem Panton Chair wurde der Designer international bekannt, es folgten Großaufträge wie die Visiona-Ausstellungen (1968 und 1970), die Einrichtung des Spiegel-Verlagshauses in Hamburg (1969) oder das Restaurant Varna (1971) in Aarhus. Hier konnte Panton die ganze Bandbreite seines Schaffens zeigen und zu einzigartigen Raumkunstwerken verbinden. Das Spätwerk der 1980er und 1990er Jahre verdeutlicht, wie er seine Formensprache stetig weiterentwickelte, seinen Grundthemen wie Farbe und einem spielerischen Gestaltungsansatz aber weiterhin treu blieb.

 

Eingebettet sind die Exponate in einer farbreichen Ausstellungsarchitektur – ein farbiges Band durchzieht das gesamte Schaudepot und versetzt die Gäste selbst in eine Panton-Welt aus abgestuften Farbskalen. Alle Objekte stammen aus dem Panton-Archiv im Vitra Design Museum, welches Möbel, Prototypen, Modelle sowie mehr als 40.000 Dokumente umfasst, darunter über 20.000 Pläne und Zeichnungen. Auf dieser Grundlage kann die Ausstellung Werke aus allen Schaffensperioden Pantons präsentieren und ermöglicht einen differenzierteren Blick auf Panton als bisher. So wird beispielsweise Pantons unrealisiertes architektonisches Werk erstmals ausführlicher gezeigt und bei vielen Designprojekten der Entwurfsprozess beleuchtet. Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit der Verner Panton Design AG, die sämtliche Rechte am Werk Pantons hält. Sie wirft ein neues Licht auf einen Designer, dessen optimistischer Zukunftsglaube uns heute fern erscheint und doch nichts von seiner Faszination verloren hat.

 

Eine Ausstellung des Vitra Design Museum in enger Zusammenarbeit mit der Verner Panton Design AG, die sämtliche Rechte am Werk Pantons hält.

26.09.26 - 28.02.27

Geoffrey Bawa. Architektur für die Sinne

Mit einer über fünfzig Jahre währenden Schaffenszeit und mehr als 200 realisierten Projekten zählt Geoffrey Bawa (1919–2003) zu den einflussreichsten Architekten Asiens des 20. Jahrhunderts. Sein Werk verbindet die Prinzipien des Modernismus auf einzigartige Weise mit regionalen und traditionellen Elementen und entwickelt so eine unverwechselbare Architektursprache, die sensibel auf den Ort, lokale Materialien und kulturelle Identitäten reagiert. Bawas Oeuvre prägte die Architektur des postkolonialen Sri Lanka nachhaltig und umfasst Hotels, Privathäuser, Schulen, Universitäten, Fabriken, Bürogebäude sowie das Parlamentsgebäude des Landes. Heute wird sein Ansatz weltweit neu entdeckt und dient als inspirierendes Vorbild für sozial und ökologisch nachhaltiges Bauen.

 

Im Herbst 2026 präsentieren das Vitra Design Museum und M+ Hongkong in Zusammenarbeit mit dem Geoffrey Bawa Trust die erste umfassende Retrospektive zu Bawa seit zwei Jahrzehnten. Die Ausstellung beleuchtet zentrale Leitmotive seines Schaffens – von interdisziplinärer Zusammenarbeit sowie ökologischem, sozialem und kulturellem Engagement bis hin zu gestalterischen Formensprache, die seine Architektur unverwechselbar prägt. Eine außergewöhnlich umfangreiche Auswahl an Zeichnungen, Modellen, Möbeln, Fotografien und Filmen macht die sinnliche Atmosphäre von Bawas Vermächtnis spürbar und betont seine zeitlose Relevanz.

 

Eine Ausstellung des Vitra Design Museums, dem M+ in Kooperation mit dem Geoffrey Bawa Trust

Standort
Standort
Charles-Eames-Straße 2, 9576 Weil am Rhein
Öffnungszeiten
Montag10:00–18:00
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
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