Wallraf-Richartz-Museum & Fondation Corboud in Köln sind eine der großen klassischen Gemäldegalerien Deutschlands. Das älteste Museum der Stadt Köln beherbergt in einem Gebäude von 2001 die weltweit umfangreichste Sammlung mittelalterlicher Malerei, insbesondere der »Kölner Malerschule«, sowie eine repräsentative Auswahl an Kunst des 16. bis 19. Jahrhunderts. Mit den Werken der Fondation Corboud verfügt das Museum über die umfangreichste Sammlung impressionistischer und
Das Museum besitzt eine der wichtigsten Sammlungen mittelalterlicher Malerei weltweit. Stefan Lochners populäre »Muttergottes in der Rosenlaube« ist ihr Höhepunkt. Weitere Highlights sind die Malerei des Barock mit Gemälden von Rubens, Rembrandt, Murillo bis Boucher, die deutsche Romantik sowie der französische Realismus und Impressionismus.
Mit den Bildern der Fondation Corboud besitzt das Wallraf-Richartz-Museum die umfangreichste Sammlung impressionistischer und neoimpressionistischer Kunst in Deutschland. Manet, Monet, Renoir, Pissarro, Sisley, Morisot, Signac und Seurat sind mit hervorragenden Werken vertreten, van Gogh, Cézanne, Gauguin, Bonnard, Ensor und Munch leiten die Moderne ein.
Das Gebäude des Kölner Stararchitekten Oswald Mathias Ungers (1926–2007) wurde 2001 eröffnet und besticht durch seine klaren Proportionen. Die Einrichtung der Schausammlung wird ständig optimiert. Die Didaktik bietet reichhaltige Informationen und ermuntert zum Anschauen und Mitdenken.
Im Graphischen Kabinett (2. Obergeschoss) zeigt das Museum Meisterblätter aus seiner reichen Sammlung, die Zeichnungen von Leonardo da Vinci, Albrecht Dürer, Rubens, Max Liebermann, Auguste Rodin und vielen andere
Veranstaltungen und Ausstellungen
B{L}OOMING – Barocke Blütenpracht
Rosen, Tulpen, Nelken – Blumen sind für den Menschen nicht nur eine Augenweide, sondern auch Heilmittel, Accessoire und Symbol für Liebe, Glaube und Treue. Besonders im Barock feierten vor allem Künstler:innen die vergängliche Schönheit der Blume und verewigten sie in ihren Gemälden, wie das Wallraf-Richartz-Museum vom 6. Juni 2025 bis zum 31. Mai 2026 in seiner neuen Jahresausstellung »B{L}OOMING – Barocke Blütenpracht« beweist. Mit bekannten und unbekannten, zum Teil neu erforschten und frisch restaurierten Stillleben, Porträts und Allegorien aus Privatsammlungen und eigenem Bestand präsentiert das Kölner Museum den Boom und die Vielfalt von Blumenmotiven im Barock. Zudem führt ein eigener »Blumenparcours« das Publikum von der Ausstellung in die ständige Sammlung zu weiteren blühenden Bildern.
In »B{L}OOMING« grünt und blüht ein Novum: Denn um 1600 werden bunte Blumensträuße und kunstvoll geflochtene Girlanden zu einem eigenständigen Bildmotiv und entwickeln sich rasch zu einer beliebten Gemäldegattung. Die Blumenmalerei startete ihren Siegeszug in Flandern und war bald in vielen europäischen Ländern äußerst populär, wie sich leicht an der Herkunft der gezeigten Meister ablesen lässt: Flamen wie Daniel Seghers und Jan Brueghel d.Ä., auch bekannt als »Blumenbrueghel«, Holländer wie Adriaen Coorte und Roelant Savery sowie der Italiener Giovanni Stanchi und der Deutsche Peter Binoit sind in der Ausstellung vereint. All ihre Werke blühen heute noch genauso farbenfroh wie am Tag ihrer malerischen Geburt vor vier Jahrhunderten.
Stichwort Blühen: Ein besonderes Exponat in der Ausstellung ist ein stets frisch arrangiertes Blumengebinde, das auf einem eigenen Sockel präsentiert wird. Die Künstler:innen dieser Werke sind Florist:innen, die sich bewerben können, um ihre Blumenarrangements in »B{L}OOMING« zeigen zu können. Alle Infos zu dieser Aktion bietet die Website der freunde unter www.kunstfreunde.koeln.
Expedition Zeichnung – Niederländische Meister unter der Lupe
Welche Geheimnisse stecken in jahrhundertealten Zeichnungen? Wie bringt man die stummen Meisterwerke zum Sprechen? Und woran lassen sich Original und Kopie unterscheiden? Diese und weitere spannende Fragen beantwortet in Köln ab 14. November 2025 die Ausstellung »Expedition Zeichnung – Niederländische Meister unter der Lupe«. Mit ihr stellt das Wallraf-Richartz-Museum erstmals die erstaunlichen Ergebnisse eines mehrjährigen Forschungsprojekts vor. Knapp 850 Zeichnungen des 15. bis 18. Jahrhunderts nahmen die Expert:innen dabei unter die Lupe und das Mikroskop.
Mit insgesamt 90 Werken von Meistern wie Rembrandt, Rubens und Goltzius kann das Publikum bis zum 15. März 2026 durch die faszinierende Welt der niederländischen Zeichenkunst reisen. Die »Expedition Zeichnung« schlägt dabei Schneisen durch unerforschtes Terrain, macht Entdeckungen sichtbar und erzählt die faszinierenden Geschichten hinter den Arbeiten.
Die Palette der abwechslungsreichen und farbenfrohen Zeichenkunst reicht dabei von der briefmarkenkleinen Studie bis zum furios skizzierten Entwurf. Außerdem zeigt die Ausstellung die passende »Ausrüstung« für eine solch intensive Erforschungsreise und fragt nach dem richtigen Weg: Haben sich die Expert:innen vielleicht auch mal verlaufen, oder führen alle Wege zum Ziel?

