Das Museum hat sich zur Aufgabe gemacht, die vielfältigen Beiträge von Karikatur und Satire zu künstlerischen sowie gesellschaftspolitischen Positionen in Vergangenheit und Gegenwart zu verdeutlichen. Karikatur und Satire sind seit jeher ein elementarer Bestandteil einer aufgeklärten Gesellschaft, die sich auf spöttische, humorvolle und ironische Weise mit grundsätzlichen Fragen ihres Seins und Wollens auseinandersetzt.
Den Kern des Museums bilden seine umfangreichen Sammlungen: Das Werk von Wilhelm Busch in seiner Gesamtheit und die Karikaturensammlung, die die Geschichte dieser Kunstform von 1600 bis in die Gegenwart spiegelt. Der seit 2011 im Museum aufbewahrte Nachlass von Ronald Searle ist ein herausragendes Beispiel für den internationalen Rang der Museumssammlungen. In deren Rahmen leistet das Museum auch Forschungsarbeit: Dazu gehören unter anderem die Erstellung der historisch-kritischen Ausgabe des Bildergeschichtenwerks von Wilhelm Busch oder aktuell die Erforschung des künstlerischen Werks von Ronald Searle. Das Museum profitiert dabei von Kontakten zu internationalen Wissenschaftlern.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Comic im BUSCH – eine kleine Zeitreise durch die Geschichte des Comics
Comics sind mehr als Donald Duck und Superhelden. Sie sind politisch, autobiografisch, magisch, grotesk, avantgardistisch. Einer der bekanntesten Vorläufer des Comics war Wilhelm Busch (1832–1908), dessen Geschichten mit komischen Bildern und treffsicheren Texten das Genre prägten.
Die Ausstellung Comic im BUSCH beleuchtet die Schlaglichter der Geschichte des Comics. Hier hängen Zeichnungen vom Beginn des 19. Jahrhunderts neben Arbeiten von e.o. plauen – die Peanuts neben Sailor Moon-Comics. Und was haben eigentlich Mangas mit Wilhelm Busch zu tun?
Kommen Sie mit auf eine kleine Zeitreise durch die Geschichte des Comics.
In Kooperation mit Comicbuchhandlung COMIX Hannover.
Die Ausstellung befindet sich in Teilen noch in Arbeit, ist aber bereits für Sie geöffnet.
ICH SEHE WAS, WAS DU NICHT SIEHST! – Anke Feuchtenberger
Dunkel, poetisch und verstörend schön: Die Bildwelten von Anke Feuchtenberger ziehen uns hinein und lassen nicht mehr los. Ihre Zeichnungen und Geschichten bewegen sich zwischen Traum und Realität. Sie greifen Erinnerungen und Illusion auf und entfalten dabei eine leise innere Spannung.
Feuchtenberger spielt mit weiblichen Rollenbildern, verwischt Grenzen und erschafft ambivalente Wesen aus Mensch und Tier. Die Geschichten folgen einer ganz eigenen Logik und entfalten sich wie Gedanken. Themen wie Kindheit, Körper, Mutterschaft und das Aufwachsen in der DDR ziehen sich dabei wie ein roter Faden durch ihre Bildwelten.
Im Zentrum der Ausstellung stehen großformatige Kohlezeichnungen sowie Originale aus den vielfach ausgezeichneten Werken Genossin Kuckuck und Die Hure H.. Ergänzt werden sie durch weitere medienübergreifende Arbeiten wie Plakate, Siebdrucke und andere Buchprojekte.
ICH SEHE WAS, WAS DU NICHT SIEHST! – Ulli Lust
Wer bestimmt unsere Freiheit?
Wer schreibt die Regeln, nach denen wir leben?
Mit scharfem Blick und anarchischer Energie erzählt Ulli Lust vom Menschsein in all seinen widersprüchlichen Facetten. Ihre Arbeiten sind radikal ehrlich, selbstironisch und zutiefst solidarisch, dabei aber unbequem, berührend und befreiend zugleich.
Die Ausstellung zeigt zentrale Werke aus ihren autobiografischen Comicromanen Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens und Wie ich versuchte ein guter Mensch zu sein. Sie erzählen von Freiheit und Weiblichkeit, aber auch von Tabus und Scham. Ulli Lust stellt sich selbst ins Zentrum, beobachtet statt zu erklären – und hält uns dabei den Spiegel vor.
Mit ihrem mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichneten Comic-Essay Die Frau als Mensch räumt Lust zudem mit hartnäckigen Mythen über Geschlechterrollen in der Frühgeschichte auf. Ergänzt durch Porträts, Reportagen und zeichnerische Beobachtungen entsteht ein vielstimmiges Panorama menschlicher Erfahrungen.
REGELN SIND ZUM BRECHEN DA! – Katharina Greve
Klug, trocken und eigensinnig: Katharina Greve erzählt in ihren Comics von Kindern, die sich nicht anpassen, sondern nachdenken, widersprechen und ihren eigenen Weg gehen. Mit scharfem Humor und präziser Beobachtung seziert sie gesellschaftliche Rollenbilder, und das leichtfüßig, pointiert und zeitgemäß.
In Prinzessin Petronia steht die griesgrämige, naturwissenschaftlich begeisterte Cousine des kleinen Prinzen, einer der bekanntesten Figuren der Weltliteratur, im Mittelpunkt. Statt poetischer Lebensweisheiten setzt sie auf Logik, Skepsis und Ironie – und stellt vertraute Mythen über Schönheit, Sinn und Erwartung radikal infrage. Eine Figur, die aus dem Schatten tritt und selbstbewusst Position bezieht.
Meine Geschichten von Mutter und Tochter ist die weibliche Antwort auf den Comic-Klassiker Vater und Sohn von e.o.plauen. Greve erzählt vom Alltag eines Mutter-Tochter-Duos. Mal turbulent, mal zärtlich, immer mit Witz und einer Prise Anarchie.
BUSCH MEETS Michaela Konrad
Zeitgenössische Comics, aufregende Plakate und eine aussagekräftige Botschaft: Mit BUSCH MEETS Michaela Konrad startet im neuen Wilhelm-Busch-Kabinett eine spannende Reihe, in der gegenwärtige Kunst und historische Werke auf Wilhelm Busch treffen. Im Ergebnis überraschend, pointiert und hochaktuell.
Den Auftakt macht die bildende Künstlerin Michaela Konrad aus Österreich. Sie arbeitet mit der Ästhetik von Midcentury-Comics und historischen Werbekampagnen und verwandelt sie in ironische, kraftvolle Appelle für bewussten Konsum. In Embrace the Future / Wir feiern den Verzicht locken Siebdruck-Plakate mit vermeintlich optimistischen Zukunftsbildern und entlarven dabei unsere verschwenderischen Gewohnheiten. Pictures of Tomorrow warnt hingegen vor den düsteren Folgen einer fortschreitenden Ausbeutung der Natur. In der Ausstellung werden Konrads Motive sogar per App lebendig.
Und Wilhelm Busch? Auch er war scharfer Beobachter, Kritiker von Verschwendung und leidenschaftlicher Naturfreund. Seine Haltung, sein Humor und seine überraschend nachhaltige Lebensweise treten im Kabinett in einen lebendigen Dialog mit Konrads Arbeiten. Sichtbar wird: Busch ist nicht Vergangenheit – er ist hochaktuell.

