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Aachen

Anfänger – als hätten wir noch alles zu lernen

Tut Kunst etwas oder sagt Kunst etwas?
Gibt es Kunst ohne Kontext?
Wie kann man Kunst beurteilen: allgemein oder persönlich?
Was bedeutet es, Kunst zu sammeln, sie öffentlich auszustellen, sie zu kuratieren?
Sollte man jegliche Kunst ausstellen?
Wie wird durch eine Anordnung von Kunstwerken Sinn erzeugt?
Braucht Kunst überhaupt einen Sinn?
Hat jedes Kunstwerk nur eine Bedeutung?
Oder geht es um seinen Ausdruck?
Ist der Ausdruck der Sinn des Werks?
Kann ein Ausdruck gut, schlecht oder inakzeptabel sein?
Wenn ja, wer entscheidet das? Und zu wessen Problem wird es: Zum Problem des Einzelnen, des Publikums insgesamt, der Künstler:innen oder der Institution?

 

Die Sammlung dieses Hauses umfasst Kunstwerke ab 1960 aus aller Welt mit den
Schwerpunkten USA, Europa, ehemalige Sowjetunion, China und Kuba. Sie geht vorwiegend auf die Sammlung des Ehepaars Irene und Peter Ludwig zurück.

 

Dieser Raum ist die Antwort auf eine Frage, die von der neuen Direktorin während
ihrer eigenen ersten Begegnung mit der Sammlung allen Mitarbeitenden des Ludwig
Forums gestellt wurde: »Welche Werke aus unserer Sammlung sprechen besonders
zu Ihnen, welche gar nicht?«

 

Die hier gezeigten Arbeiten wurden von den Mitarbeitenden des Ludwig Forums ausgewählt und in einer gemeinsamen Aktion gehängt. Gefragt wurden die Mitarbeitenden aus den Bereichen Aufbau, Aufsicht, Ausstellungstechnik, Besucher:innenservice, Bibliothek, Direktion, Gebäudereinigung, Inventar, Kommunikation, Kunstvermittlung, Kuration, Restaurierung, Schreinerei, Verwaltung. Die Ausstellung ist nach wie vor im Prozess und kann sich weiter verändern.

 

Statt in einer nüchternen White Cube-Präsentation folgt die Ausstellung in ihrer dichten ›Petersburger Hängung‹ einer Art Überwältigungspraxis, die das Auge nicht richtet
und nicht ruhen lässt – und wirft dafür eine Fülle von Fragen auf.

Diese Ausstellung endet in
10
Tage
11
Std
30
Min
42
Sek
Termine
Start28.06.2026
Ende01.11.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag13:00–17:00
Mittwoch13:00–17:00
Donnerstag10:00–20:00
Freitag10:00–17:00
Samstag10:00–17:00
Sonntag10:00–17:00
Veranstaltungsort
Ludwig Forum Aachen
Ludwig Forum AachenJülicher Straße 97–109, 52070 Aachen

Klassiker der Pop-Art, Gerhard Richter und Georg Baselitz, Graffitimalerei und Leipziger Schule: Peter und Irene Ludwig haben Zeit ihres Lebens eine unvergleichliche Sammlung herausragender Werke seit Beginn der 1960er-Jahre zusammengetragen. Schenkungen und Dauerleihgaben aus ihrer Kollektion sind heute weltweit in mehr als 20 Museen untergebracht. Das Stammhaus dieser einzigartigen Sammlung aber ist das Ludwig Forum für Internationale Kunst in Aachen, wo das Industriellenpaar lebte und von wo aus es eine der größten Schokoladen- und Süßwarenproduktionen der ehemaligen Bundesrepublik lenkte. Im Ludwig Forum Aachen sind etwa 3.000 Arbeiten der Sammlung untergebracht. Die Ludwigs gehören zu den ersten Sammler:innen der Pop-Art. Schon 1968 zeigten sie die neuen Amerikaner:innen in Aachen. Mit dabei: Andy Warhol, dessen beispiellose Karriere eng mit dem Paar verknüpft ist. 1970 reiste Peter Ludwig zu Duane Hanson nach New York und erwarb wichtige Figuren-Gruppen des Künstlers, auch die Supermarket Lady . Die frühen, skandalträchtigen Präsentationen machten Aachen zu einem hochrelevanten Ausstellungsort gegenwärtiger Kunst – noch bevor der Foto- und Hyperrealismus der documenta 5 von 1972 seinen Eroberungszug in Europa antrat. Später führten Ankäufe von Jeff Koons, Jonathan Borofsky, Jean-Michel Basquiat u. a. die amerikanische Linie fort. Seit Anfang der 1970er-Jahre weiteten die Ludwigs ihre Sammeltätigkeit in die DDR und nach Osteuropa aus. Werke aus dem »Ostblock« konnten oft nur in Gruppen erworben werden, und der Staat hatte teilweise Mitspracherecht bei der Auswahl der Arbeiten. So stehen historisch relevante Gemälde in einer Reihe mit Arbeiten von Ilja Kabakov und Erik Bulatov. Den Ankäufen in der UdSSR folgten seit 1983 Bulgarien, Rumänien und Ungarn. Frühwerke von Nedko Solakov und Dan Perjovschi kamen so in die Sammlung. Später erregten China und Kuba die Aufmerksamkeit der Sammler:innen. Gerade die chinesische und die kubanische Kunst sind Schwerpunkte im Aachener Ludwig Forum . Neben den Werken aus der Sammlung Ludwig gehört eine Reihe von Arbeiten aus städtischem Besitz zum Bestand des Hauses. Darunter sind zum Beispiel etwa 300 hochkarätige Videoarbeiten wie z. B. von Bruce Nauman, Richard Serra, Laurie Anderson, Joan Jonas und Nam June Paik.