Mit Mirrorball präsentiert die Weserburg Museum für moderne Kunst die erste museale Einzelausstellung von Anys Reimann (*1965, Düsseldorf). Die Künstlerin erforscht in ihren Werken das Spannungsfeld von Identität und Körper, von kultureller Zugehörigkeit und Repräsentation. Bekannt ist sie vor allem für Bildnisse Schwarzer Frauen: selbstbewusst, vielschichtig und herausfordernd zugleich. Westlich-kolonial geprägten Perspektiven setzt Reimann eigensinnige Bildwelten entgegen. Ihre Werke feiern das Hybride und Vieldeutige. Dabei verbindet sie klug Fragmente aus Kunstgeschichte, Film, Musik, Mode und Literatur zu einer vibrierenden, zeitgenössischen Mythologie. Ikonen und Außenseiterinnen, queere Bildsprachen und eine widerständige Schwarze Popkultur sind allgegenwärtig.
Die Ausstellung in Bremen gibt einen umfassenden Einblick in Reimanns jüngstes Schaffen: Großformatige Collage-Gemälde, rätselhafte Skulpturen aus Leder, Objekte mit Plateauschuhen oder Körperabformungen mit geballten Fäusten. Für Mirrorball entstehen mehrere neue Werke unter anderem ein schwarzer Garten im Museum als begehbare Installation mit ausnahmslos schwarzblühenden Pflanzen, ein sinnliches, beinahe unwirkliches Biotop, speziell für diesen Ort olfaktorisch angereichert.
Ausstellung auf Ebene 3
Kuratiert von Ingo Clauß

