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Berlin

CHANEL Commission: Lina Lapelytė. We Make Years Out of Hours

Lina Lapelytės Performance »We Make Years Out of Hours« wandelt die historische Halle des Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart für die zweite CHANEL Commission in einen Ort des gemeinsamen Handelns und Singens.Die Ausstellung übertritt Grenzen zwischen Skulptur und Performance, Individuum und Kollektiv: 400.000 Holzwürfel breiten sich auf dem Boden aus, türmen sich zu Stapeln, verbinden sich zu architektonischen und dann zu hügelartigen Strukturen. Die Klötze wandern durch die Hände von Performer:innen und Besucher:innen und so wandelt sich die hölzerne Landschaft stetig. »We Make Years Out of Hours« ist ein lebendiges Monument für Zeit, Fürsorge und Koexistenz. Das partizipative Format betont mit der aktiven Einbeziehung des Publikums das Verständnis des offenen Museums zum 30. Jubiläum des Hamburger Bahnhof.

 

Lina Lapelytė verwandelt die Historische Halle im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart in eine sich stetig verändernde Landschaft aus 400.000 Holzwürfeln. Performer:innen und Besuchende errichten zeitweilige Strukturen begleitet von Klang. Stimmen füllen den Raum mit Liedern. Die gesungenen Texte basieren auf Gedichten von 15 internationalen Autor:innen aus dem frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Darunter der Dichter Khalil Gibran (1883–1931), die Schriftstellerin und Malerin Etel Adnan (1925–2021), die Dichterin und Filmregisseurin Forugh Farrochzad (1935–1967), die Dichterin Layla Sarahat Rushani (1952/4–2004), der Dichter Mahmud Darwisch (1941–2008), der Lyriker Ocean Vuong (geb. 1988), der Dichter Ilya Kaminski (geboren 1977) oder die Poetin und Autorin Arundhathi Subramaniam (geboren 1973). Kurze Zeilen über Gemeinschaft, Entstehung, Liebe, Verlust und Hoffnung bilden das Libretto des Werks.

 

Wie der Ausstellungsraum selbst wird auch das Werk zu einem Ort ständiger Veränderung. Die 10 x 10 x 10 cm großen Klötze aus Fichten- und Kiefernholz wandern durch die Hände von Performer:innen und Besucher:innen. Strukturen entstehen und verschwinden wieder. Für jede neue Form muss eine andere weichen. Das Werk stellt Fragen nach dem, was bleibt und was vergeht. Es fragt auch, wer entscheidet, was gebaut wird, was weichen muss und wessen Leben die Last dieser Veränderungen trägt. Der Titel »We Make Years Out of Hours« (deutsch: wir machen Jahre aus Stunden) beschreibt die Bedeutung des Teils für das Ganze, aus Stunden werden Jahre, aus Einzelnen wird eine Gemeinschaft.

 

Die in der Installation und der Performance verwendeten 400.000 Holzwürfel werden 2027 im Rahmen von Lina Lapelytės Projekt für die Neuen Auftraggeber Teil eines öffentlichen Kunstwerks in Eisenhüttenstadt.

 

 

Die Künstlerin Lina Lapelytė

 

Lina Lapelytė (geboren 1984, Kaunas, Litauen) ist Künstlerin und Komponistin, deren Praxis in der Performance verwurzelt ist. Sie arbeitet zwischen Vilnius und London und entwickelt zusammen mit professionellen und nicht-professionellen Performer:innen kollektive Gesangsaktionen, die Systeme des Zum-Schweigen-Bringens hinterfragen und zur Verletzlichkeit einladen. Ihre Werke waren unter anderem beim Festival d’Automne/Bourse de Commerce (Paris), BAM, MOCA und auf der Biennale von Venedig. Bekannt ist sie für die Oper Sun & Sea (mit Vaiva Grainytė und Rugilė Barzdžiukaitė), die 2019 den Goldenen Löwen der Biennale di Venezia erhielt.

 

 

Katalog zur Ausstellung

 

Begleitend zur Ausstellung erscheint die 19. Ausgabe der Katalogreihe des Hamburger Bahnhof, herausgegeben von Silvana Editoriale Milano mit 116 Seiten, erhältlich im Buchladen des Hamburger Bahnhof und im Onlineshop der Buchhandlung Walther König für 12 Euro. ISBN: 9788836664092

 

 

Kuratoren

 

Die Ausstellung wird kuratiert von Sam Bardaouil und Till Fellrath, Direktoren Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart.

 

 

Performances im Ausstellungsraum

 

Die Performances finden während der Laufzeit der Ausstellung dienstags, donnerstags, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr statt.

 

Konzept, Musik & Regie: Lina Lapelytė
Soundtrack-Komposition: Lina Lapelytė with Daniel Bürkner
Feldaufnahmen: Peter Cusack
Sounddesign & Klangregie: Thorsten Hoppe
Choreografin: Alice Chauchat
Dramaturgie & künstlerische Zusammenarbeit: Cian McConn, Florine Lindner
Sänger:innen: Nérika Amaral, Daniel Belasco Rogers, Josephine Brinkmann, Mustafa Çiçek, Afran, Ruby Haffar, Talin Hajintsi, Cat Jones, Camilla Therese Karlsen, Toto Knoblauch, Paula Kramer, Ligia Liberatori, Niusha Nasim, Lisa Newill-Smith, Ruben Nsue, Cian McConn, Tom Oldham, Mata Sakka, Sandra Sarala, Doris  Schließer, Luca Schüssler, Shao Shin Frieda Luk, Yuri Shimaoka, Maria Vanieieva, Michael Wenzlaff, Barbara Wiebking
Kostüme: Muku
Partitur: Thomas Oldham

Diese Ausstellung endet in
173
Tage
7
Std
45
Min
42
Sek
Termine
Start01.05.2026
Ende10.01.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–20:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart
Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der GegenwartInvalidenstraße 50–51, 10557 Berlin

Der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart beherbergt reiche Sammlungen zeitgenössischer Kunst, die in einer Vielzahl von Ausstellungen gezeigt werden. Erst im Februar 1984 ging der Hamburger Bahnhof in die Verwaltung des Senats von West-Berlin über und wurde anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt teilweise restauriert. Mit der Präsentation »Reise nach Berlin« wurde der Bahnhof 1987 erstmals nach über vierzig Jahren wieder für Ausstellungen genutzt. Ein Jahr später übergab der Senat das Gebäude der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Künftig sollte in ihm ein Museum für zeitgenössische Kunst eingerichtet werden – für Werke aus der Sammlung der Nationalgalerie und der Sammlung Marx. Nach einem umfassenden Umbau und der Sanierung durch den Architekten Josef Paul Kleihues wurde der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin am 3. November 1996 eröffnet. Das Gebäude wurde im Zuge dieser letzten Baumaßnahmen durch Kleihues um einen Anbau an der Wasserseite erweitert. Die zwischen 2004 und 2021 ins Haus gelangte Dauerleihgabe der Friedrich Christian Flick Collection machte eine umfängliche Erweiterung des Museums notwendig. Hierfür wurden die hinter dem Haupthaus liegenden Speditionshallen vom Architekturbüro Kuehn Malvezzi umgebaut und durch einen Übergang mit dem historischen Gebäude verbunden. Mit diesen sogenannten Rieckhallen hat sich die Ausstellungsfläche von 7.000 auf mehr als 10.000 Quadratmeter vergrößert. Heute gehört die Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart zu den größten und wichtigsten öffentlichen Sammlungen für zeitgenössische Kunst weltweit.