Berlin
Museum

Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart

Invalidenstraße 50–51, 10557 Berlin

Der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart beherbergt reiche Sammlungen zeitgenössischer Kunst, die in einer Vielzahl von Ausstellungen gezeigt werden.

 

Erst im Februar 1984 ging der Hamburger Bahnhof in die Verwaltung des Senats von West-Berlin über und wurde anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt teilweise restauriert. Mit der Präsentation »Reise nach Berlin« wurde der Bahnhof 1987 erstmals nach über vierzig Jahren wieder für Ausstellungen genutzt. Ein Jahr später übergab der Senat das Gebäude der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Künftig sollte in ihm ein Museum für zeitgenössische Kunst eingerichtet werden – für Werke aus der Sammlung der Nationalgalerie und der Sammlung Marx. Nach einem umfassenden Umbau und der Sanierung durch den Architekten Josef Paul Kleihues wurde der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin am 3. November 1996 eröffnet. Das Gebäude wurde im Zuge dieser letzten Baumaßnahmen durch Kleihues um einen Anbau an der Wasserseite erweitert.

 

Die zwischen 2004 und 2021 ins Haus gelangte Dauerleihgabe der Friedrich Christian Flick Collection machte eine umfängliche Erweiterung des Museums notwendig. Hierfür wurden die hinter dem Haupthaus liegenden Speditionshallen vom Architekturbüro Kuehn Malvezzi umgebaut und durch einen Übergang mit dem historischen Gebäude verbunden. Mit diesen sogenannten Rieckhallen hat sich die Ausstellungsfläche von 7.000 auf mehr als 10.000 Quadratmeter vergrößert. Heute gehört die Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart zu den größten und wichtigsten öffentlichen Sammlungen für zeitgenössische Kunst weltweit.

Veranstaltungen und Ausstellungen

16.06.23 - Auf unbestimmte Zeit

Forum Hamburger Bahnhof

Als Mikrokosmos Berlins erzählen die Gebäude des Hamburger Bahnhof viele Geschichten. Das »Forum Hamburger Bahnhof« zwischen dem Buchladen und der Sammlungspräsentation im Westflügel präsentiert Objekte und Archivalien, die diese Geschichten von 1848 bis heute aufarbeiten und kapitelweise neu erzählen.

 

Das Hauptgebäude des Hamburger Bahnhofs war Mitte des 19. Jahrhunderts ein epochenprägendes Bahnhofsgebäude, das sich an die historischen Umstände anpasste: Im frühen 20. Jahrhundert diente es als Museum für Bau- und Verkehrswesen, als Ruine des Zweiten Weltkriegs befand es sich an der Demarkationslinie zwischen Ost- und Westberlin. Vom besetzten Künstler:innenhaus in den 1980er-Jahren entwickelte es sich nach der Maueröffnung zu einem Pop-up-Ausstellungsraum, bis es 1996 als Standort der Nationalgalerie eröffnete.

 

Ergänzt wird die Archivausstellung durch einen Raum für partizipatorische und diskursive Programme u. a. mit Filminterviews von Personen, die von den 1980er-Jahren bis heute mit dem Hamburger Bahnhof verbunden sind. Als Ort der Versammlung, Auseinandersetzung und Transformation lädt das Forum die Öffentlichkeit ein, neue Konzepte für das Museum mitzudenken.

 

Der Eintritt in das »Forum Hamburger Bahnhof« und dessen Veranstaltungen ist frei.

 

 

Kuratorisches Team

 

Die Ausstellung wird kuratiert von Sam Bardaouil und Till Fellrath, Direktoren Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, Luisa Bachmann, Volontärin, Claudia Ehgartner, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Bildung und Vermittlung, Kristina Schrei, Kuratorin, Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, mit Anna Bründl, Federico Del Río Lewien, Lea Jedynak, Chrysoula Kalpakidou, Lea Weckert

16.06.23 - Auf unbestimmte Zeit

Unendliche Ausstellung

Die »Unendliche Ausstellung« umfasst inzwischen 22 Kunstwerke aus der Sammlung des Hamburger Bahnhof im Innen- und Außenraum des Museums. Microsite und Booklet führen durch Museum, Garten sowie angrenzende Bereiche und verbinden Sammlung, Geschichte, Gebäude und Nachbarschaft. Zum Rundgang zählen Dan Flavins Lichtinstallation (1996), historische Orte wie der ehemalige Grenzübergang Invalidenstraße, Christian Boltanskis »The Missing House« in der Großen Hamburger Straße (1990) sowie jährliche Auftragsarbeiten von den Berliner Künstlerinnen Judith Hopf (2023), Claudia Wieser (2024). Zum Open House (13. bis 15. Juni 2025) eröffnet Susan Philipszs Soundinstallation.

 

Die Ausstellung wird jedes Jahr um eine Neuproduktion ergänzt, die dauerhaft für die Sammlung der Nationalgalerie erworben wird. Da bisher alle Werke von Künstlern realisiert wurden, wurden zwischen 2023 und 2025 Künstlerinnen eingeladen. Die Installationen »dem Kirschbaum ähnelnde Essigbaumäste« und »Regen« der in Berlin lebende Künstlerin Judith Hopf von 2023 thematisieren Energien und Widerständigkeiten von Natur, die jenseits des menschlichen Einflusses liegen, und sind im Übergang zum Ostflügel zu sehen. Seit Juni 2024 ist ein gefliestes Werk von der in Berlin lebenden Künstlerin Claudia Wieser auf dem runden Fahrstuhlschacht am Eingang des Restaurants zu sehen. Die schottische Klangkünstlerin Susan Philipsz entwickelte für die »Unendliche Ausstellung« eine neue Soundinstallation für den Innenhof des Hamburger Bahnhof, in der sie sich mit dem Ort und seiner Geschichte auseinandersetzt.

 

 

Kuratorisches Team

 

Die Ausstellung wird kuratiert vom Team des Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart.

12.04.24 - Auf unbestimmte Zeit

Joseph Beuys – Werke aus der Sammlung der Nationalgalerie

Der Hamburger Bahnhof präsentiert den umfangreichen Bestand an Werken des Künstlers Joseph Beuys (1921–1986) in der Kleihueshalle.

 

Mit 15 Schlüsselwerken erkundet der neue, erstmals in der Kleihueshalle ausgestellte Parcours das komplexe Werk und die Rezeption von Joseph Beuys. Zu den Arbeiten zählen neben dem Environment »DAS KAPITAL RAUM 1970–1977“ (1980) Skulpturen, Zeichnungen, Multiples und wegweisende Aktionen wie »I like America and America likes Me“ (1974). Die Präsentation spürt nach, wie Beuys mit seinem Werk das Wesen, die Materialität, die Sprache sowie die Wahrnehmung der Grenzen und Aufgaben der Kunst nachhaltig befragte. Zugleich kontextualisiert und vergleicht sie Beuys’ Vorstellung einer langsamen gesellschaftlichen Transformation mit historischen wie heutigen Gegenmodellen von Grace Lee Boggs, Angela Davis und Agnes Denes bis Donna Haraway.

 

Die neue Dauerpräsentation findet anlässlich der großzügigen Schenkung der Familie des Sammlers Erich Marx statt. Sie wird ab sofort mit einer wechselnden Einzelausstellung einer zeitgenössischen Position gezeigt – den Auftakt macht ab 22. März 2023 die Künstlerin Naama Tsabar (* 1982).

 

 

Kuratorin

 

Die Ausstellung wird kuratiert von Catherine Nichols, wissenschaftliche Mitarbeiterin Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart.

06.09.24 - 26.07.26

Museum in Bewegung – Eine Sammlung für das 21. Jahrhundert

Die Sammlungspräsentation im Rahmen der Wiedereröffnung der Rieckhallen zeigt zehn großformatige Werke aus den letzten 25 Jahren, darunter mehrere Neuerwerbungen, die erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden. Diese Werke werfen Fragen zur Zukunft eines Museums für zeitgenössische Kunst auf.

 

»Museum in Bewegung« präsentiert raumgreifende Installationen, Skulpturen und Fotoserien aus der Sammlung des Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart sowie, im Rahmen einer jüngst vereinbarten langfristigen strategischen Partnerschaft, aus der Bundeskunstsammlung. Die Werke thematisieren die sich wandelnde Rolle von Museen für zeitgenössische Kunst und werfen die Frage auf, wie sich Museen an die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft anpassen müssen.

 

Der Ausstellungstitel verweist darauf, dass Museen dynamische Institutionen sind, die sich stetig weiterentwickeln. In einer sich verändernden Gesellschaft wandelt sich auch die Kunst, was sich in der engen Verbindung zwischen Künstler:innen, Museen und ihrer Umwelt widerspiegelt. Ein Museum für zeitgenössische Kunst ist ein integraler Teil der Gesellschaft, fördert kulturelle Produktion und muss sich kontinuierlich an technologische Fortschritte und demografische Veränderungen anpassen. Mit dieser Sammlungspräsentation richtet der Hamburger Bahnhof den Blick in die Zukunft, um diesen Herausforderungen aktiv zu begegnen

 

 

Neuerwerbungen

 

Die Sammlungspräsentation zeigt neue Werke von Cevdet Erek, Elmgreen & Dragset und Anne Imhof, die durch die Unterstützung der Freunde der Nationalgalerie und großzügige Förder:innen, sowie durch den 2023 gegründeten Förderverein Hamburger Bahnhof International Companions ermöglicht wurden. Zudem wird anlässlich der Präsentation die Videoinstallation »Phase Shifting Index« von Jeremy Shaw in die Sammlung aufgenommen.

 

Mit diesen und weiteren Ankäufen und Schenkungen, wie sie aktuell auch in der Sammlungspräsentation »Nationalgalerie. Eine Sammlung für das 21. Jahrhundert« zu sehen sind, erfüllt der Hamburger Bahnhof seinen Auftrag, zeitgenössische Kunst zu sammeln und die Sammlung der Nationalgalerie weiterzuentwickeln.

 

Die Sammlung der Nationalgalerie wurde 1861 durch eine Schenkung des Konsuls und Bankiers Joachim Heinrich Wilhelm Wagener, der seine Bestände zeitgenössischer Kunst des 19. Jahrhunderts dem preußischen Staat vermachte, begründet. Seit ihrer Gründung ist die Sammlung der Kunst der Gegenwart verpflichtet und wird von Generation zu Generation erweitert. Jedes neue Werk, das in die Sammlung aufgenommen wird, verändert und erweitert dieses Archiv künstlerischer Interpretationen der Welt für zukünftige Generationen.

 

»Museum in Bewegung: Eine Sammlung für das 21. Jahrhundert« ist eine von vier Ausstellungen im Hamburger Bahnhof, die unterschiedliche Perspektiven auf die umfangreiche Sammlung des Museums zeigen. Die anderen Präsentationen sind: »Nationalgalerie: Eine Sammlung für das 21. Jahrhundert«; »Joseph Beuys: Werke aus der Sammlung der Nationalgalerie«; »Unendliche Ausstellung«.

 

 

Künstler:innen

 

Cevdet Erek, Elmgreen & Dragset, Manaf Halbouni, Anne Imhof, Maurizio Nannucci, Ricarda Roggan, Jeremy Shaw, Jasmin Werner, David Zink Yi.

 

 

Kuratorisches Team

 

Die Ausstellung wird kuratiert von Sam Bardaouil, Direktor Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, und Gabriele Knapstein, Stellvertretende Direktorin und Sammlungsleiterin Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart.

12.12.25 - 13.09.26

Saâdane Afif – Five Preludes

Der Hamburger Bahnhof präsentiert die erste institutionelle Einzelausstellung von Saâdane Afif in Berlin. Die Ausstellung gibt einen Einblick in das Werk des seit 2003 in der Stadt lebenden, interdisziplinär arbeitenden Künstlers und zeigt unter anderem das vielteilige Werk »The Fountain Archives«. Das künstlerische Archivprojekt widmet sich einem der prominentesten Kapitel der Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts: dem legendären Readymade »Fountain« von Marcel Duchamp aus dem Jahr 1917. Afifs Rauminstallation kam 2023 als großzügige Schenkung von Paul Maenz an das Museum. Die Ausstellung zeigt es mit weiteren Werken, die tiefgründig und mit feinem Humor die Institution des Kunstmuseums und das Prinzip der Autor:innenschaft hinterfragen.

 

Sâadane Afifs Installationen, Objekte, Konzerte und Performances greifen Werke oder Ereignisse aus Kunstgeschichte, Musik und Poesie auf. Das Langzeitprojekt »The Fountain Archives« begann 2008 mit dem Sammeln von Magazinen, Katalogen und Büchern und endete 2022 mit der Publikation eines Index zu Marcel Duchamps (1887-1968) berühmten Readymade eines Urinals, das 1917 eine Debatte darüber auslöste, was Kunst ist. Die Ausstellung zeigt auch das 2010 entstandene Werk »L’Humour noir«, eine Nachbildung des Kulturzentrums Centre Pompidou in Paris, das Fragen zur Geschichte der Avantgarden im 20. Jahrhundert und ihrer Überlieferung im Museum aufwirft. Zu sehen sind zudem die neuen Werke »The Old«, bezugnehmend auf die Werkserie »The New« von Jeff Koons aus den 1980er-Jahren, sowie »Live«, eine fortlaufend aktualisierte Plakat-Präsentation mit Ankündigungen von Berliner Kulturveranstaltungen, die der Künstler als Readymades übernimmt und zu einer Erzählung über das pulsierende kulturelle Leben in der Stadt transformiert.

 

Zu allen in der Ausstellung präsentierten Werken sind auf Afifs Einladung hin poetische Texte, sogenannte »Lyrics«, von Künstler:innen, Schriftsteller:innen und Musiker:innen verfasst worden, die an den Wänden angebracht sind. Außerdem bilden diese »Lyrics« den Ausgangspunkt für Performances, die zwischen Mai und Juli 2026 an verschiedenen Orten in Berlin präsentiert werden.

 

Saâdane Afif (geboren 1970 in Vendôme, Frankreich) lebt in Berlin. Er stellte bei Documenta 12 (2007), 8. Berlin Biennale (2014), 56. Biennale von Venedig (2015) aus und erhielt 2009 den Prix Marcel Duchamp. Er hatte Einzelausstellungen unter anderem im Centre Pompidou in Paris (2010), im Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main (2012), in der Kunsthalle Wiensowie im WIELS in Brüssel (2018). Afif nahm 2016 am Ausstellungsprojekt »Scores« im Hamburger Bahnhof teil und war 2022 künstlerischer Leiter der Bergen Assembly in Norwegen.

 

 

Katalog zur Ausstellung

 

Begleitend zur Ausstellung erscheint die 16. Ausgabe der Katalogreihe des Hamburger Bahnhof, herausgegeben von Silvana Editoriale Milano mit 108 Seiten, erhältlich im Buchladen des Hamburger Bahnhof und im Onlineshop der Buchhandlung Walther König für 12 Euro. ISBN: 9788836660742

Die Publikation wurde ermöglicht durch Hamburger Bahnhof International Companions e. V.

 

 

Performance-Reihe

 

Zur Ausstellung findet zum 30. Jubiläum des Hamburger Bahnhof ab Mai 2026 eine Performance-Reihe an verschiedenen Orten statt.

 

 

Kuratorin

 

Die Ausstellung wird kuratiert von Gabriele Knapstein, Sammlungsleiterin und stellvertretende Direktorin Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart.

27.02.26 - 13.09.26

Giulia Andreani – Sabotage

Giulia Andreani eröffnet das Jubiläumsprogramm des Hamburger Bahnhof mit Gemälden, die Brüche in offiziellen Geschichtsschreibungen sichtbar machen. Andreanis künstlerische Praxis des »Malens mit Fotografien« lebt vom Spannungsfeld zwischen autoritären Figuren und vergessenen Gestalten der Vergangenheit. Ausgangspunkt der figurativen, monochromen Gemälde, deren Paynesgrau an historische Fotografien erinnert, sind Familienalben oder Archive. Sie enthüllen Geschichten, thematisieren kollektives Vergessen und öffnen neue Bedeutungsschichten für die Gegenwart. Andreanis Jubiläumsbeitrag rahmt historische Sammlungen durch zeitgenössische Perspektiven neu: Die Ausstellungsarchitektur verweist auf Sigmar Polkes Ausstellung »Drei Lügen der Malerei« im Hamburger Bahnhof von 1997 und ihre Gemälde werden gemeinsam mit Werken der Antikensammlung, des Kunstgewerbemuseums, des Museums Europäischer Kulturen und des Kupferstichkabinetts gezeigt.

 

Andreani (geboren 1985 in Mestre, Italien) studierte Malerei an der Accademia di Belle Arti in Venedig und Kunstgeschichte der Gegenwart an der Sorbonne Paris. 2018 war Andreani Stipendiatin der Villa Medici, der Französischen Akademie in Rom. 2022 stand sie auf der Shortlist für den Prix Marcel Duchamp. Ihre Arbeiten sind vertreten in Sammlungen u. a. Centre Pompidou (Frankreich), Musée National de l'Histoire de l’Immigration (Frankreich), Fondazione Sandretto Re Rebaudengo (Italien), MASI (Schweiz) und MASP (Brasilien). Die Ausstellung im Hamburger Bahnhof ist Andreanis erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland.

 

 

Katalog zur Ausstellung

 

Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Ausgabe der Katalogreihe des Hamburger Bahnhofs, herausgegeben von Silvana Editoriale Milano.

 

 

Kuratoren

 

Die Ausstellung wird kuratiert von Sam Bardaouil und Till Fellrath, Direktoren Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart.

27.03.26 - 03.01.27

Shilpa Gupta – What Still Holds

Ausgangspunkt von Shilpa Guptas Einzelausstellung im Hamburger Bahnhof ist das monumentale Werk TRUTH an der Schnittstelle von Sprache, Macht und Kontrolle. Während sich die Besucher:innen durch die überdimensionalen Buchstaben im Ausstellungsraum bewegen, hinterfragt das Kunstwerk Mechanismen, die Wahrheit bewahren oder verschleiern. Die skulpturale Installation zeigt auf, wie gemeinschaftlicher Fortschritt davon abhängt, Wahrheit zu beschützen und zu hinterfragen. Ergänzt um weitere Werke der Künstlerin wird Guptas Ausstellung im Hamburger Bahnhof im Dialog mit der Sammlungspräsentation Joseph Beuys gezeigt. Die parallele Betrachtung verweist auf Ähnlichkeiten im Umgang mit Sprache, Partizipation und soziale Reflexion. Als Teil des Jubiläumsprogramms hebt die Ausstellung den künstlerischen Austausch als zentrales Thema des Hamburger Bahnhofs seit der Museumsgründung hervor.

 

Shilpa Gupta (geboren 1976 in Mumbai, Indien) lebt und arbeitet in Mumbai. Guptas multidisziplinäre Praxis aus Installation, Video, Skulptur und Performance setzt sich mit der sozialen Gliederung der Gesellschaft sowie mit gemeinsamen Geschichten und deren soziopolitischer Folgen auseinander. Ihre Installationen verhandeln oft Formen der Vermittlung von Informationen und Gefühlen durch das geschriebene, gesprochene oder gesungene Wort und wie diese geteilt oder systematisch unterdrückt werden. Ausgewählte Einzelausstellungen: Ishara Art Foundation, Dubai (2025); Centro Botín, Santander (2024); Amant, New York (2023); MAXXI L'Aquila (2023); M HKA, Antwerp (2021); Dallas Contemporary, Dallas (2021); Barbican Centre, London (2021); Contemporary Arts Center, Cincinnati (2010). Gupta erhielt 2025 den Possehl Prize for International Art.

 

Nach Naama Tsabar, Andrea Pichl und Delcy Morelos, ist dies die vierte Ausstellung einer Künstlerin im Dialog mit der Joseph Beuys Sammlungspräsentation in der Kleihueshalle im Hamburger Bahnhof.

 

 

Katalog zur Ausstellung

 

Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Ausgabe der Katalogreihe des Hamburger Bahnhofs, herausgegeben von Silvana Editoriale Milano.

 

 

Kuratorisches Team

 

Die Ausstellung wird kuratiert von Sam Bardaouil, Direktor Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart und Ulya Soley, Kuratorin am Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart.

 

 

Die Ausstellung ist Teil des Jubiläumsprogramms 30 Jahre Hamburger Bahnhof. 2026 feiert der Hamburger Bahnhof sein 30-jähriges Bestehen mit einem Programm, das den Bogen von der Geschichte des Ortes bis in die Zukunft spannt: Acht Sonderausstellungen, eine neue Sammlungspräsentation sowie Performances und Konzerte tragen das Museum weit in den Stadtraum hinaus. Höhepunkt ist das Jubiläumswochenende vom 13. bis 15. November, an dem eine internationale Konferenz zur Zukunft zeitgenössischer Sammlungsmuseen stattfindet und das Haus für 30 Stunden durchgehend geöffnet ist.

01.05.26 - 10.01.27

CHANEL Commission: Lina Lapelytė. We Make Years Out of Hours

Lina Lapelytės Performance »We Make Years Out of Hours« wandelt die historische Halle des Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart für die zweite CHANEL Commission in einen Ort des gemeinsamen Handelns und Singens.Die Ausstellung übertritt Grenzen zwischen Skulptur und Performance, Individuum und Kollektiv: 400.000 Holzwürfel breiten sich auf dem Boden aus, türmen sich zu Stapeln, verbinden sich zu architektonischen und dann zu hügelartigen Strukturen. Die Klötze wandern durch die Hände von Performer:innen und Besucher:innen und so wandelt sich die hölzerne Landschaft stetig. »We Make Years Out of Hours« ist ein lebendiges Monument für Zeit, Fürsorge und Koexistenz. Das partizipative Format betont mit der aktiven Einbeziehung des Publikums das Verständnis des offenen Museums zum 30. Jubiläum des Hamburger Bahnhof.

 

Lina Lapelytė verwandelt die Historische Halle im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart in eine sich stetig verändernde Landschaft aus 400.000 Holzwürfeln. Performer:innen und Besuchende errichten zeitweilige Strukturen begleitet von Klang. Stimmen füllen den Raum mit Liedern. Die gesungenen Texte basieren auf Gedichten von 15 internationalen Autor:innen aus dem frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Darunter der Dichter Khalil Gibran (1883–1931), die Schriftstellerin und Malerin Etel Adnan (1925–2021), die Dichterin und Filmregisseurin Forugh Farrochzad (1935–1967), die Dichterin Layla Sarahat Rushani (1952/4–2004), der Dichter Mahmud Darwisch (1941–2008), der Lyriker Ocean Vuong (geb. 1988), der Dichter Ilya Kaminski (geboren 1977) oder die Poetin und Autorin Arundhathi Subramaniam (geboren 1973). Kurze Zeilen über Gemeinschaft, Entstehung, Liebe, Verlust und Hoffnung bilden das Libretto des Werks.

 

Wie der Ausstellungsraum selbst wird auch das Werk zu einem Ort ständiger Veränderung. Die 10 x 10 x 10 cm großen Klötze aus Fichten- und Kiefernholz wandern durch die Hände von Performer:innen und Besucher:innen. Strukturen entstehen und verschwinden wieder. Für jede neue Form muss eine andere weichen. Das Werk stellt Fragen nach dem, was bleibt und was vergeht. Es fragt auch, wer entscheidet, was gebaut wird, was weichen muss und wessen Leben die Last dieser Veränderungen trägt. Der Titel »We Make Years Out of Hours« (deutsch: wir machen Jahre aus Stunden) beschreibt die Bedeutung des Teils für das Ganze, aus Stunden werden Jahre, aus Einzelnen wird eine Gemeinschaft.

 

Die in der Installation und der Performance verwendeten 400.000 Holzwürfel werden 2027 im Rahmen von Lina Lapelytės Projekt für die Neuen Auftraggeber Teil eines öffentlichen Kunstwerks in Eisenhüttenstadt.

 

 

Die Künstlerin Lina Lapelytė

 

Lina Lapelytė (geboren 1984, Kaunas, Litauen) ist Künstlerin und Komponistin, deren Praxis in der Performance verwurzelt ist. Sie arbeitet zwischen Vilnius und London und entwickelt zusammen mit professionellen und nicht-professionellen Performer:innen kollektive Gesangsaktionen, die Systeme des Zum-Schweigen-Bringens hinterfragen und zur Verletzlichkeit einladen. Ihre Werke waren unter anderem beim Festival d’Automne/Bourse de Commerce (Paris), BAM, MOCA und auf der Biennale von Venedig. Bekannt ist sie für die Oper Sun & Sea (mit Vaiva Grainytė und Rugilė Barzdžiukaitė), die 2019 den Goldenen Löwen der Biennale di Venezia erhielt.

 

 

Katalog zur Ausstellung

 

Begleitend zur Ausstellung erscheint die 19. Ausgabe der Katalogreihe des Hamburger Bahnhof, herausgegeben von Silvana Editoriale Milano mit 116 Seiten, erhältlich im Buchladen des Hamburger Bahnhof und im Onlineshop der Buchhandlung Walther König für 12 Euro. ISBN: 9788836664092

 

 

Kuratoren

 

Die Ausstellung wird kuratiert von Sam Bardaouil und Till Fellrath, Direktoren Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart.

 

 

Performances im Ausstellungsraum

 

Die Performances finden während der Laufzeit der Ausstellung dienstags, donnerstags, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr statt.

 

Konzept, Musik & Regie: Lina Lapelytė
Soundtrack-Komposition: Lina Lapelytė with Daniel Bürkner
Feldaufnahmen: Peter Cusack
Sounddesign & Klangregie: Thorsten Hoppe
Choreografin: Alice Chauchat
Dramaturgie & künstlerische Zusammenarbeit: Cian McConn, Florine Lindner
Sänger:innen: Nérika Amaral, Daniel Belasco Rogers, Josephine Brinkmann, Mustafa Çiçek, Afran, Ruby Haffar, Talin Hajintsi, Cat Jones, Camilla Therese Karlsen, Toto Knoblauch, Paula Kramer, Ligia Liberatori, Niusha Nasim, Lisa Newill-Smith, Ruben Nsue, Cian McConn, Tom Oldham, Mata Sakka, Sandra Sarala, Doris  Schließer, Luca Schüssler, Shao Shin Frieda Luk, Yuri Shimaoka, Maria Vanieieva, Michael Wenzlaff, Barbara Wiebking
Kostüme: Muku
Partitur: Thomas Oldham

12.06.26 - Auf unbestimmte Zeit

Tausendmal Berlin – Die Sammlung der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof

Berlin ist ein Ort ständiger Bewegung und Aushandlung, an dem sich künstlerische, politische und migrantische Wege begegnen. Anlässlich seines 30-jährigen Jubiläums präsentiert der Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart eine neue Sammlungspräsentation zur Berliner Kunstszene im globalen Dialog von 1989 bis heute. Über 70 Werke von mehr als 50 Künstler:innen, darunter Gemälde, Zeichnungen, Skulpturen, Fotografien und Videoinstallationen, spiegeln Berlins Mythos von Hedonismus und Subkultur im internationalen Kontext.

 

Berlin ist mit der historischen Teilung der Stadt, konkurrierenden Erzählungen und der Komplexität unterschiedlicher Zugehörigkeiten verbunden. Kunst, die in Berlin entsteht, ist gleichzeitig Spiegelbild des politischen Weltgeschehens. Hier lebende und arbeitende internationale Künstler:innen machen Berlin zum Mikrokosmos globaler politischer Bewegungen und Krisen. Diesem Wechselspiel der Kunst mit der Stadt widmet sich die neue Sammlungspräsentation mit Werken von Cemile Sahin, Katharina Grosse, Mona Hatoum, Pierre Huyghe, Rirkrit Tiravanija, Katharina Sieverding, Thomas Struth, Danh Vo und vielen mehr.

 

Für die neue Sammlungspräsentation setzt der Hamburger Bahnhof den langjährigen Austausch mit der Kunstsammlung des Bundes fort. Die Sammlungspräsentation wird zusätzlich durch eine Reihe von Neuerwerbungen ergänzt. Bekannte Hauptwerke von Robert Rauschenberg oder Isa Genzken sind mit selten und zum Teil noch nie gezeigten Werken zu sehen.

 

 

Kuratorisches Team

 

Die Ausstellung wird kuratiert von Sam Bardaouil, Direktor Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart und Charlotte Knaup, Kuratorin am Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart.

03.07.26 - 28.02.27

[ materialistin ] – Matter of Care, Care of Matter

[ materialistin ] zeigt Skulpturen und raumspezifische Installationen im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, die sich mit gesellschafts- und kulturpolitischen Fragestellungen auseinandersetzen. Die Gruppenausstellung der acht in Leipzig arbeitenden Bildhauer:innen Laura Eckert, Enne Haehnle, Elisabeth Howey, Lucy König, Agnes Lammert, Wibke Rahn, Theresa Rothe und Sophie Uchman hebt neue Formen kollektiver Praxis und Solidarität hervor. Sie ist ein Signal, das im Jubiläumsjahr weit über den Hamburger Bahnhof hinausweist.

 

Die [ materialistin ] ist eine Gruppe Leipziger Künstlerinnen, deren Arbeits- und Handlungsschwerpunkt im erweiterten Feld der Skulptur liegt. Die Künstlerinnen arbeiten mit Stahl, Stein, Gips und Beton, pflanzlichen Fasern und nachwachsenden Rohstoffen, Wachs und Ton. Sie produzieren skulpturale Objekte sowie raumspezifische Installationen. Die Gruppe positioniert sich zu feministischen sowie gesellschafts- und kulturpolitischen Fragestellungen: Sie agiert solidarisch und ist nicht hierarchisch organisiert. Den körperlichen, ökonomischen und logistischen Herausforderungen im Feld der Bildhauerei setzen die Mitglieder das Teilen von Erfahrungswissen, Werkzeugen, Kontakten und Netzwerken entgegen. Die altersübergreifende Struktur stellt eine Besonderheit im Kunstfeld dar.

 

 

Katalog zur Ausstellung

 

Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Ausgabe der Katalogreihe des Hamburger Bahnhof, herausgegeben von Silvana Editoriale Milano.

 

 

Kurator

 

Die Ausstellung wird kuratiert von Sam Bardaouil, Direktor Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart.

Standort
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Invalidenstraße 50–51, 10557 Berlin
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–20:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
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