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München

CONNY MAIER – Searching for Paradise

Mit der Künstlerin Conny Maier stellt die Staatliche Graphische Sammlung München eine im internationalen Kunstbetrieb selten anzutreffende authentische und zugleich unkonventionelle Position vor. Ihre Malereien und Zeichnungen bestechen auch durch eine eigensinnige künstlerische Handschrift.

 

Auf den ersten Blick gewinnt man den Eindruck, dass Conny Maier die Bildsprache des frühen Expressionismus heraufbeschwört, insbesondere die des Münchner Blauen Reiters, während ihre Farbpalette ein subtiles altmeisterliches Kolorit annehmen kann. Durchkreuzt wird dieser schöne Schein von ästhetischen Ausbrüchen, die der Art brut nahestehen und ihren Motiven immer etwas Wildes und Archaisches geben. Ihre rätselhaften Szenerien sind bestimmt von Archetypen, die elementare Formen der zwischenmenschlichen Begegnung durchspielen. Sie erzählen von den großen Emotionen Liebe, Angst und Zorn, den beherrschenden Themen der Künste seit der klassischen Antike.

 

Conny Maier wird die Münchner Ausstellungsräume in eine überzeitliche Weltlandschaft sowie in einen verwunschenen Klostergarten verwandeln. Sie könnten als irdische Paradiese betrachtet werden, würde dabei nicht das ungute Gefühl aufkeimen, dass sie sich zu einer Apokalypse auswachsen. Bei aller Vertrautheit der Sujets vermitteln die Bilder den Eindruck, dass sie eine zweite Lesart besitzen, hinter der sich Abgründe auftun. Die Themen des Ungewissen und Unheimlichen sprechen aus jedem ihrer Werke. War die Natur in ihren Figurenbildern jedoch bisher immer nur eine Begleitstimme, so stellt Maier sie in ihrem Münchner Ausstellungsprojekt vollends in den Fokus ihres Interesses.

 

Bereits im Herbst 2024 hat Conny Maier für das Projekt mit einer befreundeten Floristin intensive Studien in der Brandenburger Natur betrieben. Die Arbeitsergebnisse wertete sie später in ihrem Atelier in Portugal aus und entwarf daraus in Storyboards mögliche Themenkreise für ihr Projekt. Im Studiensaal der Staatlichen Graphischen Sammlung erweiterte sie ihr Vokabular dieser Feldforschungen dann um klassische kunsthistorische Motive. Im Fokus standen ungewöhnliche Pflanzendarstellungen quer durch die Kunstgeschichte, die paraphrasiert Eingang in ihre Bildsprache fanden.

 

Neu ist, dass Conny Maier vor dem Hintergrund dieser Studien ihre zeichnerischen und malerischen Studien allegorisch und mythologisch auflädt, sodass man sich an rätselhafte Motive mittelalterlicher Gobelins oder barocker Festausstattungen erinnert fühlt. Schon in diesen historischen Vorbildern überbrachte die mit Bedeutung aufgeladene Pflanzenwelt freudvolle, aber auch unliebsame Botschaften, wenn man die Symbole und Zeichen zu lesen verstand. Daneben richtet die Künstlerin in der Rotunde ganz im Stile der barocken Festkultur einen mit blau-weißen Fliesen geschmückten Salon ein, in dem die Besucher verweilen und sich in märchenhaften Bildmotiven wie in einem Gartenlabyrinth verlieren können.

Diese Ausstellung beginnt in
1
Tage
13
Std
5
Min
4
Sek
Termine
Start21.10.2026
Ende17.01.2027
Öffnungszeiten
Montag10:00–18:00
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–20:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Staatliche Graphische Sammlung München
Staatliche Graphische Sammlung MünchenBarer Straße 40, 80333 München

Die Staatliche Graphische Sammlung München bewahrt neben den Kabinetten in Berlin und Dresden die bedeutendste Sammlung für Zeichnungen und Druckgraphik in Deutschland und gehört weltweit zu den führenden Graphiksammlungen. Ihre Bestände von über 400.000 Blatt umfassen alle Epochen der europäischen und nordamerikanischen Zeichenkunst und Druckgraphik vom 12. bis ins 21. Jahrhundert. Die Sammlung Kunst auf Papier ist das Medium des zündenden Einfalls, der packenden Direktheit, aber auch der anschaulichen Verbreitung von Ideen. Ohne Zeichnung und Druckgraphik sind Werke der Malerei, Skulptur oder Architektur kaum denkbar. Künstler erfinden in der Zeichnung und schöpfen aus den Bildern der Druckgraphik. Die im Münchner Kabinett verwahrten Schätze sind immens: Über 400 000 Blätter aus allen Epochen, vom 12. bis zum 21. Jahrhundert, werden für Besucher bereitgehalten. Wechselnde Ausstellungen in der Pinakothek der Moderne eröffnen immer neue Einblicke und machen mit unterschiedlichsten Facetten des Bestands vertraut. Der Studiensaal der Sammlung – das größte »Schaudepot« der Stadt – lädt die Besucher zum Studium der Originale ein: Näher kann man Kunst nicht kommen. Der internationale Ruf der Sammlung gründet unter anderem auf deutschen Holzschnitten des 15. Jahrhunderts, italienischen Renaissancezeichnungen von Künstlern wie Leonardo, Michelangelo, Raffael, einem maßgebenden Rembrandt-Schwerpunkt, auf dem Bestand an Werken von Künstlern um Ludwig I. und nicht zuletzt auf einer in Europa konkurrenzlosen Sammlung US-amerikanischer Kunst seit den 1960er-Jahren. Hier verbinden sich auf einmalige Weise Tradition und Aktualität.