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Dresden

Correggio. Berührend menschlich

Die Werke von Antonio Allegri, genannt Correggio (um 1489–1534), zählen zu den originellsten künstlerischen Leistungen der italienischen Renaissance. Seine religiösen und profan-erotischen Gemälde faszinieren durch den geschickten Einsatz von Licht und Schatten und die lebhafte Anmut und Sinnlichkeit seiner Figuren. Damit prägte er das Schaffen von Künstlern seiner Zeit und späterer Jahrhunderte, darunter Parmigianino, Peter Paul Rubens und Anton Raphael Mengs. Correggio, der ausschließlich in Parma, Modena und Umland tätig war, mag heute weniger bekannt sein. Doch seine Wirkungsgeschichte, vor allem aber seine ebenso zarte wie energiegeladene Bildsprache sichern ihm einen festen Platz an der Seite von Leonardo, Raffael und Michelangelo.

 

Nach Abschluss der vierjährigen Restaurierung von Correggios »Madonna des heiligen Sebastian« präsentiert die Gemäldegalerie Alte Meister die außerhalb Italiens weltweit erste Retrospektive zum Gesamtwerk des Künstlers. Die Ausstellung versammelt ein Drittel von Correggios malerischem Œuvre, zahlreiche seiner Zeichnungen sowie Arbeiten von Zeitgenossen und Nachfolgern: Spitzenwerke aus Dresden, etwa Correggios legendäre »Heilige Nacht«, treffen auf herausragende Leihgaben aus dem Louvre, dem Prado, den Uffizien oder der National Gallery London. Im Zentrum steht dabei Correggios Meisterschaft in der Darstellung von Gefühlen: Egal, ob es sich um Bilder von Heiligen oder antiken Gottheiten handelt, Correggio verleiht dem Göttlichen ein berührend menschliches Antlitz.