Das Schloss Zizers lässt das intime Interieur eines Sammlerpaares wiederaufleben. Eine Sammlung erzählt immer zwei Geschichten: die des Sammlers und die des Dialogs, den die Objekte unabhängig von ihm untereinander führen.
Schlafzimmer, Boudoir, Küche, Bibliothek, Badezimmer: Der Rundgang folgt hier eher einem häuslichen als einem thematischen Ablauf. Der Besuch erlebt sich wie ein natürlicher Spaziergang, ein Eintauchen in den Alltag. Er folgt einer Logik, die der Uhrmacherkunst wohlbekannt ist: der der Hemmung. Dieser Mechanismus, bei dem die Zeit nicht linear verläuft, sondern in Intervallen freigesetzt wird.
In diesem Rundgang treten die Uhren und Emaillearbeiten des MAH nicht als historische Dokumente in Erscheinung, sondern als Präsenz, die den Raum verwandelt und ihn zum Leben erweckt. Sitzgelegenheiten, ein Bett, aufgeschlagene Bücher: Diese unerwarteten Begegnungen zwischen verschiedenen Epochen schaffen Schwingungen, die nebeneinander bestehen.
Der Rundgang verläuft nicht linear: Er lässt sich von den Überraschungen leiten. Auf dem Schloss Zizers lässt sich die Zeit nicht mehr messen; sie verläuft auf andere Weise.