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Ludwigshafen

Die Unendlichkeit des Raumes. Raumkonzepte in der Moderne

Zu den radikalen Neuerungen der Kunst des 20. Jahrhunderts gehört ein neues Verständnis des Bildraumes. In den vorangegangenen Jahrhunderten wurde, mit der Erfindung der Zentralperspektive, das Bild als »offenes Fenster«, als Blick auf eine andere Welt verstanden. Die Moderne hingegen beginnt, die illusionistische Malerei hinter sich zu lassen und stattdessen Bild und Wirklichkeit neu zu verknüpfen. Vom Expressionismus über Dada bis hin zum Surrealismus wird der Bildraum stark emotional aufgeladen: Steile Blickwinkel, unzusammenhängende Perspektiven und klaustrophobische Ausschnitte kulminieren in dynamischen Räumen zwischen intimem Innenraum und städtischem Außenraum. Parallel dazu löst sich mit dem Suprematismus und Konstruktivismus die Darstellung von jeglicher Gegenständlichkeit. Visionen von kosmischer Unendlichkeit und technologischem Fortschritt schaffen utopische Räume bzw. Architekturen, die ein neues, besseres Leben imaginieren lassen. Die Schnittstellen zwischen Architektur, Malerei und Bildhauerei werden in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts weiterverhandelt und neu ausgelotet. Dabei verweisen insbesondere Reliefarbeiten auf eine grundlegende Verbindung von Bild und Raum bzw. Wandobjekt und Wirklichkeitsraum. Daneben entstehen ungegenständliche Malereien zwischen absoluter Flachheit und unendlicher Tiefe, die den Blick einerseits in die Darstellung hineinziehen, andererseits aber die plane Fläche des Bildträgers als Wesensmerkmal der Malerei anerkennen. 

 

Die Sammlungspräsentation Die Unendlichkeit des Raumes. Raumkonzepte in der Moderne zeichnet in sieben Kapiteln ein facettenreiches Bild der Transformation und Neuerfindung des künstlerischen Raumbegriffs im 20. und 21. Jahrhundert. 

 

Mit Werken von Max Beckmann, Max Bill, Miriam Böhm, Gianni Colombo, Robert Delaunay, Georg Grosz, Ernst Ludwig Kirchner, El Lissitzky, Jean Metzinger, Gerold Miller, Piet Mondrian, Ljubow Popowa, Jean-Paul Riopelle, Thomas Ruff, Tomás Saraceno, Leon Polk Smith u. a.

 

Kuratorin: Julia Nebenführ

Diese Ausstellung beginnt in
8
Tage
20
Std
15
Min
12
Sek
Termine
Start31.10.2026
Ende12.09.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–18:00
Mittwoch11:00–18:00
Donnerstag11:00–20:00
Freitag11:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Wilhelm-Hack-Museum
Wilhelm-Hack-MuseumBerliner Straße 23, 67059 Ludwigshafen

Das Wilhelm-Hack-Museum ist ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in der Stadt Ludwigshafen am Rhein. Aufgrund seiner Sammlung mit Meisterwerken von Künstlern wie Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch, Piet Mondrian, Wassily Kandinsky, Roy Lichtenstein und Andy Warhol ist das Wilhelm-Hack-Museum heute das bedeutendste Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Rheinland-Pfalz. Wahrzeichen des Museums ist seine Keramikfassade, die der katalanische Künstler Joan Miró 1980 an der Südostseite des Hauses gestaltete. Die Stadt Ludwigshafen begann bereits nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Ankauf von Gemälden, Skulpturen und Grafiken hauptsächlich kurpfälzischer Künstler (z. B. Johann Georg Müller, Max Slevogt, Karl Dillinger, Otto Dill, uvm.). Nach erheblichen Kriegsverlusten setzte die Stadt ihre Sammeltätigkeit in den 1940er Jahren fort. Ab 1953 verlagerte man den Schwerpunkt auf die Kunst des Expressionismus, um, so der damalige Oberbürgermeister Dr. Hans Klüber, eine Kunstrichtung zu fördern, »die als ›entartete‹ Kunst in den Zeiten der Barbarei verhöhnt und verfolgt wurde«. Werke von so herausragenden Künstlern wie Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein, Emil Nolde und Max Beckmann fanden so ihren Weg in die Sammlung. Auslöser für die Gründung des Museums war die großzügige Schenkung des Kaufmanns Wilhelm Hack, der seine Kunstsammlung 1971 der Stadt Ludwigshafen vermachte. Diese umfasste neben dem »Gondorfer Fund«, einem Gräberfund der Völkerwanderungszeit aus Gondorf an der Mosel, und mittelalterlicher Kunst auch eine Sammlung von Werken der klassischen Moderne, die die Entwicklung der abstrakten Kunst von ihren Anfängen um das Jahr 1910 bis in die 1950er Jahre in einer seltenen Dichte dokumentiert: Von Wassily Kandinsky, Kasimir Malewitsch und Piet Mondrian über Jackson Pollock und Max Bill sind maßgebliche Künstler der ungegenständlichen Malerei vertreten. Ergänzt durch den städtischen Kunstbesitz bildet die Wilhelm-Hack-Stiftung seit der Eröffnung des Museumsneubaus 1979 den Grundstock der knapp 10.000 Werke umfassenden Sammlung. 1988 gelangte das Wilhelm-Hack-Museum durch die Stiftung des Düsseldorfer Rechtsanwalts und Kunstmäzens Heinz Beck in den Besitz einer der größten deutschen Sammlungen von Grafiken und Multiples der 1960er und 1970er Jahre, die heute als Sammlung Beck bekannt ist.