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Hamm

El Tuweina - eine Residenz in der Wüste

Mit der Kabinettausstellung gibt das Gustav-Lübcke-Museum Einblick in aktuelle archäologische Forschungen im Sudan. Im Mittelpunkt steht der Siedlungskomplex von El Tuweina, gelegen im oberen Wadi Abu Dom in der Bayuda-Wüste. Die Anlage wurde in den Jahren 2013 sowie 2017 bis 2019 vom Institut für Ägyptologie und Koptologie der Universität Münster archäologisch untersucht.

 

Der aus drei Baustrukturen bestehende Komplex aus Stein- und Lehmziegelmauern datiert in die Spät-Meroitische Epoche (3. Jhd. n. Chr.) und war ein regionales Zentrum in einer ansonsten von Mobilität geprägten Landschaft. Architektur, Keramik und weitere Funde zeigen dabei eine eigenständige materielle Kultur. Fragmente von rot bemaltem Putz sowie Objekte aus Metall und Fayence weisen auf eine lokale Elite hin, die die Anlage nutzte.

 

Ein Teil der Grabungsfunde wurde zu Forschungszwecken nach Deutschland gebracht. Aufgrund des seit 2023 andauernden Krieges im Sudan konnten die Funde noch nicht zurückkehren und befinden sich derzeit in Münster. Der bewaffnete Konflikt gefährdet nicht nur das Leben der sudanesischen Bevölkerung, sondern auch das kulturelle Erbe des Landes: Archäologische Stätten und Museen werden beschädigt, zerstört oder geplündert, der illegale Handel mit Antiken nimmt stark zu.

 

Die Kabinettausstellung bietet die seltene Gelegenheit, diese Forschungsergebnisse erstmals öffentlich zu präsentieren und Einblicke in das Leben der Menschen in der Bayuda-Wüste vor rund 1.700 Jahren zu gewinnen.

 

Die Ausstellung wird im Sommersemester 2026 von Prof. Dr. Angelika Lohwasser, Universität Münster und Jalina Tschernig, Sammlungsleiterin Altes Ägypten am GLM in Zusammenarbeit mit Studierenden der Universität Münster entwickelt.

Diese Ausstellung beginnt in
34
Tage
9
Std
18
Min
37
Sek
Termine
Start30.10.2026
Ende31.03.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–17:00
Mittwoch10:00–17:00
Donnerstag10:00–17:00
Freitag10:00–17:00
Samstag10:00–17:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Gustav-Lübcke-Museum
Gustav-Lübcke-MuseumNeue Bahnhofstraße 9, 59065 Hamm

Benannt ist das Gustav-Lübcke-Museum nach einem Bürger der Stadt, nämlich Gustav Lübcke (1868–1925), der 1868 in Hamm zur Welt kam. Er lernte das Handwerk der Buchbinderei und widmete sich dem Sammeln von Kunst, Antiquitäten und Münzen. Sein Glück fand Lübcke in Düsseldorf, wo er die Kunsthändlerin Therese Nüsser (1848–1930) kennen und lieben lernte. Im Ersten Weltkrieg suchte das Paar nach einer sicheren und nachhaltigen Unterbringung für die gemeinsam gesammelten Schätze. Mit Vertrag vom 3. April 1917 stifteten sie der Stadt Hamm ihre riesige kunsthandwerkliche Sammlung. Im selben Jahr noch zogen Therese und Gustav Lübcke nach Hamm, wo Gustav Lübcke der erste hauptamtliche Museumsleiter wurde. Seither trägt das Museum den Namen des großzügigen Stifters. Durch Schenkungen und Ankäufe wuchs der Bestand kontinuierlich, so dass die Frage einer angemessenen musealen Unterbringung zusehends brennender wurde. Im 1993 eröffneten neuen Museumsgebäude konnten die Sammlungen mit klaren Strukturen und nach wissenschaftlichen Gesichtspunkten gegliedert neu präsentiert werden: Neben bildende und angewandte Kunst sowie altägyptische Kulturgeschichte traten nun die Bereiche Stadtgeschichte, Vor- und Frühgeschichte sowie Numismatik. Heute zeigt das Gustav-Lübcke-Museum die seit 1886 gesammelten Objekte auf mehr als 4.000 Quadratmetern Fläche und präsentiert immer wieder wechselnde Ausstellungen mit überregionaler Strahlkraft.