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Frankfurt am Main

Follow the Function?

Die Kabinettpräsentation im Raum »Kunst und Tradition« in der zweiten Etage der Dauerausstellung im Rothschild-Palais präsentiert Arbeiten der Künstlerinnen Rachel Kanter, Rhonda Lieberman und Sari Srulovitch, die Gegenstände zur religiösen Verwendung in zeitgenössischem Design entwerfen.

 

Die jüdische Tradition wird wesentlich durch gemeinschaftliche Zeremonien und Rituale bestimmt. Sie verbinden über Jahrhunderte hinweg Menschen in unterschiedlichen Zeiten und Orten, dabei treffen feste Traditionen immer wieder auf neue Formen und Entwicklungen. Fast immer werden dabei Ritualgegenstände benutzt. Sie können zu diesem Zweck entworfen sein oder auch aus einfachen Alltagsgegenständen entstehen. Erst durch das Ritual bekommen sie eine besondere, religiöse Bedeutung.

 

Im Laufe der Zeit veränderten sich diese Objekte in ihrer Gestaltung. Sie behalten zwar ihre Funktion, werden aber immer wieder neu interpretiert – künstlerisch, kulturell und individuell. Die Kabinettausstellung »Follow the Function?« präsentiert Arbeiten der Künstlerinnen Rachel Kanter, Rhonda Lieberman und Sari Srulovitch, die Gegenstände zur religiösen Verwendung in zeitgenössischem Design entwerfen. Hierbei gehen sie neue Wege und verbinden ihre Ritualobjekte mit Inhalten, die mit dem Ritual verknüpft sind. Ihre Werke zeigen modernes Design und zugleich eine tiefe persönliche Auseinandersetzung mit der Bedeutung ihrer Rituale. Die Funktion bleibt weiterhin wichtigstes Kriterium, neben der Ästhetik wird sie nun von – manchmal humorvoll interpretierten – Inhalten begleitet.

Diese Ausstellung endet in
38
Tage
22
Std
26
Min
59
Sek
Termine
Start18.12.2025
Ende29.11.2026
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Jüdisches Museum Frankfurt
Jüdisches Museum FrankfurtBertha-Pappenheim-Platz 1, 60311 Frankfurt (Jüdisches Museum Frankfurt)

Das Jüdische Museum in Frankfurt am Main macht die Vielfalt jüdischer Kulturen in Geschichte und Gegenwart erfahrbar. Zu diesem Zweck sammelt, bewahrt und erforscht es Kulturgüter und Zeugnisse jüdischen Lebens in Frankfurt. Mit seinen kunst- und kulturhistorischen Ausstellungen, Bildungsprogrammen und digitalen Angeboten sowie seiner Freude an experimentellen Formaten möchte das Jüdische Museum Frankfurt ein Museum ohne Mauern sein. Die beiden Standorte des Jüdischen Museums sind von herausragender Bedeutung für die jüdische Stadtgeschichte. Die permanenten Ausstellungen im Museum Judengasse und im Rothschild-Palais unterstreichen die Bedeutung Frankfurts als eines der Zentren jüdischen Lebens in Europa vom Mittelalter bis zur Vernichtung in der Schoa. Der Neubeginn und die Gegenwart jüdischen Lebens in Frankfurt bilden den Ausgangspunkt dieser Ausstellungen. Die Arbeit des Museums wird von der Überzeugung getragen, dass die Geschichte von Jüdinnen und Juden in der Diaspora einmalig und jüdische Kulturen von zentraler Bedeutung für die europäischen Gesellschaften sind. Die jüdische Erfahrung von Diskriminierung und Gewalt wie auch des Ringens um Gleichberechtigung und soziale Teilhabe ist von unverminderter Aktualität. Vor diesem Hintergrund wollen wir zu interkultureller Verständigung und zur Selbstreflexion anregen. Wir verstehen unsere Arbeit als vernetztes Handeln im digitalen und sozialen Raum und wirken darauf hin, dass in Europa offene, aufgeklärte und zivile Gesellschaften fortbestehen, in deren Mitte Jüdinnen und Juden weiterhin leben wollen und können.