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Berlin

Guerrilla Girls

Seit über 40 Jahren rütteln die Guerrilla Girls am Gewissen der Kunstwelt. Mit bissigem Humor und provokanten Slogans in visuell auffälligen Plakatkampagnen verdeutlichen sie Ungleichheiten in Bezug auf Gender und race im internationalen Kunstbetrieb und darüber hinaus. Dabei prangern die Guerrilla Girls insbesondere institutionelle Strukturen an, in denen der weiße, männliche und heteronormative Status Quo dominiert. Die anonyme Präsenz der Guerrilla Girls – die Mitglieder des Kollektivs sind stets mit Gorillamasken verkleidet und nutzen statt ihrer eigenen Namen die von verstorbenen Künstlerinnen wie Frida Kahlo und Käthe Kollwitz – ist ein radikaler Akt in einer von Ego und Ruhm getriebenen Kunstwelt. Die Wahrung ihrer Anonymität lenkt den Fokus nicht auf die jeweiligen Künstlerinnen hinter den Masken, sondern auf die künstlerische Botschaft selbst, die klar, scharf und kompromisslos vermittelt wird. Durch den Einsatz von im Stadtraum platzierten Billboards, Plakaten und Aufklebern verhindert das Kollektiv zugleich, dass seine Kunst als Ware vom Kunstmarkt vereinnahmt wird.


Die Kritik der Guerrilla Girls an der Diskriminierung und Objektifizierung von Frauen erfolgt nicht pauschal, sondern bezieht sich stets auf den jeweiligen Ort, an dem die Gruppe aktiv ist. So ist die neue und eigens für die Fassade des n.b.k. produzierte Arbeit auf Deutsch verfasst, um nicht nur Anhänger:innen der internationalen Kunstszene, sondern alle Passant:innen in der Chausseestraße zu adressieren. Die in der Arbeit verwendeten weiblichen Nacktabbildungen von Kunstwerken stammen aus Berliner Institutionen und sind den Betrachter:innen womöglich vertraut. Mit ihrer direkten Ansprache fordern die Guerrilla Girls konkret dazu auf, sich das Missverhältnis zwischen Künstlerinnen und weiblichen Akten in den lokalen Sammlungen zu vergegenwärtigen – womit gleichzeitig ein Bewusstsein für die Kultur geschaffen wird, die diese Ungleichheit bis heute prägt.


Die Aktionen der Guerrilla Girls (gegründet 1985 in New York) wurden in zahlreichen internationalen Ausstellungen präsentiert, u. a.: Getty Research Institute, Los Angeles (2025); Tate Modern, London (2023); Whitney Museum of American Art, New York (2018); São Paulo Museum of Art; Van Gogh Museum, Amsterdam (beide 2017); Museum Ludwig, Köln; Whitechapel Gallery, London (beide 2016); Centre Pompidou, Paris (2009); The Istanbul Museum of Art (2007); Biennale Venedig (2005).

 

Kurator: Sergio Edelsztein

Diese Ausstellung endet in
311
Tage
14
Std
26
Min
2
Sek
Termine
Start10.09.2026
Ende29.08.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag12:00–18:00
Mittwoch12:00–18:00
Donnerstag12:00–20:00
Freitag12:00–18:00
Samstag12:00–18:00
Sonntag12:00–18:00
Veranstaltungsort
Neuer Berliner Kunstverein
Neuer Berliner KunstvereinChausseestraße 128/129, 10115 Berlin

Der Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.) zeigt Ausstellungen zur Gegenwartskunst, die durch vielfältige Veranstaltungen ergänzt werden. Im n.b.k. werden Diskussionen zu Themen der Zeit initiiert und Anregungen zu ästhetischen wie politischen Auseinandersetzungen gegeben – in einer Bildungsinstitution, die zu relevanten Fragestellungen aus Kunst und Gesellschaft arbeitet, wie etwa Urbanität, Globalisierung, Transkulturalität, Feminismus, Digitalität und Technologieentwicklung. Der n.b.k. gibt Besucher:innen die Möglichkeit, aktiv an kulturellen Prozessen teilzuhaben und sowohl lokale Kontexte als auch globale Perspektiven zu reflektieren. Der n.b.k. mit Artothek und Video-Forum ist ein Ort der ästhetischen Erfahrung, der Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst und der offenen Diskussion über gesellschaftliche Themen. Mit seinem Ausstellungs- und Diskursprogramm, seinen Kooperationsprojekten und seinen Publikationsreihen versteht sich der n.b.k. als Werkstatt der Ideen und als lebendiger Ort der Kunstszene Berlins. Ausstellungsräume im Erdgeschoss und im 1. OG Der n.b.k. verfügt über Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen im Erdgeschoss sowie mit dem Showroom im 1. OG über einen weiteren Ausstellungsraum. Das Team des n.b.k. realisiert an beiden Orten in Zusammenarbeit mit seinen Kooperationspartner:innen und Gastkurator:innen Einzelausstellungen und umfangreiche Neuproduktionen von Einzelkünstler:innen sowie umfassende Themen- und Gruppenausstellungen. Ziel ist die Präsentation von jüngeren künstlerischen Ansätzen und des Produktionsstandorts Berlin ebenso wie von renommierten internationalen Künstler:innen in neuen Kontexten. n.b.k. Fassade Die Fassade des n.b.k. dient im jährlichen Wechsel zeitgenössischen Künstler:innen als Interventionsfläche, für die sie spezielle Projekte entwickeln. Die Außenprojekte sollen direkt in den öffentlichen Raum wirken, eine aktive Auseinandersetzung mit der urbanen Umgebung und eine Debatte über zeitgenössische Kunst und ihre ästhetischen und gesellschaftlichen Implikationen anregen. n.b.k. Billboard Die Aktivitäten des Neuen Berliner Kunstvereins (n.b.k.) im urbanen Raum werden seit September 2021 durch das Format »n.b.k. Billboard« erweitert. An der Straßenkreuzung Friedrichstraße / Torstraße, nur zwei Gehminuten vom n.b.k. entfernt, befindet sich der Standort der großen Präsentationsfläche – eingebettet in ein zentrales, spannungsvolles und hochfrequentiertes urbanes Umfeld. Hier werden der Berliner Öffentlichkeit eigens konzipierte Werke internationaler zeitgenössischer Künstler:innen präsentiert.

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Weiterführende Literatur