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Ludwigshafen

In Ordnung – Strukturprinzipien von Mondrian bis Vasarely

In der Bildproduktion wird mit der Entwicklung der geometrischen Abstraktion zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Raster erstmals zu einem autonomen Bildthema. In den Gemälden Piet Mondrians wird es zu einem bildbestimmenden Kompositionselement. Der niederländische Künstler legt die Struktur seiner Werke nicht vorab fest oder berechnet sie, vielmehr sucht er im Arbeitsprozess nach einem harmonischen, ausgewogenen Verhältnis von Linie, Fläche und Farbe. Hiervon ausgehend zeigt die Ausstellung das Variantenreichtum vermeintlich simpler Strukturprinzipien in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die Grafikmappen von Max Bill und Attila Kovács basieren beispielsweise auf präzisen, sich aufeinander beziehenden Systemen mit einem Quadrat als Ausgangspunkt ihrer Untersuchungen. Bei Bill ist die Anordnung der farbigen Quadrate auf einem Blatt identisch, allein die Verteilung der schwarzen beziehungsweise weißen Flächen ist frei variiert und bewirkt einen wechselvollen Bildeindruck. Zeitgleich untersucht die ZERO-Bewegung und ihr internationales Umfeld unterschiedliche Aspekte des Rasters: Ob präzise geordnet oder malerisch ausgeführt, insbesondere das Spiel von Licht und Schatten erzeugt eine neue Dynamik, die trotz der reduzierten Bildgestaltung visuell eindrucksvolle Arbeiten entstehen lässt. Rhythmus und Wiederholung werden zwei wichtige Gestaltungsprinzipien in Werken der OP-Art und spielen ebenso als Rasterpunkte bei Roy Lichtenstein oder Sigmar Polke eine bedeutende Rolle.

 

Mit Werken von Josef Albers, Thomas Bayrle, Max Bill, Enrico Castellani, Carlos Cruz-Diez, Vilmos Huszár, Attila Kovács, Vera Molnár, Piet Mondrian, François Morellet, Roy Lichtenstein, Sigmar Polke, Frank Stella, Günther Uecker, Timm Ulrichs, Victor Vasarely.

Diese Ausstellung beginnt in
28
Tage
4
Std
11
Min
44
Sek
Termine
Start31.10.2026
Ende29.03.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–18:00
Mittwoch11:00–18:00
Donnerstag11:00–20:00
Freitag11:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Wilhelm-Hack-Museum
Wilhelm-Hack-MuseumBerliner Straße 23, 67059 Ludwigshafen

Das Wilhelm-Hack-Museum ist ein Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in der Stadt Ludwigshafen am Rhein. Aufgrund seiner Sammlung mit Meisterwerken von Künstlern wie Kasimir Sewerinowitsch Malewitsch, Piet Mondrian, Wassily Kandinsky, Roy Lichtenstein und Andy Warhol ist das Wilhelm-Hack-Museum heute das bedeutendste Museum für moderne und zeitgenössische Kunst in Rheinland-Pfalz. Wahrzeichen des Museums ist seine Keramikfassade, die der katalanische Künstler Joan Miró 1980 an der Südostseite des Hauses gestaltete. Die Stadt Ludwigshafen begann bereits nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Ankauf von Gemälden, Skulpturen und Grafiken hauptsächlich kurpfälzischer Künstler (z. B. Johann Georg Müller, Max Slevogt, Karl Dillinger, Otto Dill, uvm.). Nach erheblichen Kriegsverlusten setzte die Stadt ihre Sammeltätigkeit in den 1940er Jahren fort. Ab 1953 verlagerte man den Schwerpunkt auf die Kunst des Expressionismus, um, so der damalige Oberbürgermeister Dr. Hans Klüber, eine Kunstrichtung zu fördern, »die als ›entartete‹ Kunst in den Zeiten der Barbarei verhöhnt und verfolgt wurde«. Werke von so herausragenden Künstlern wie Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein, Emil Nolde und Max Beckmann fanden so ihren Weg in die Sammlung. Auslöser für die Gründung des Museums war die großzügige Schenkung des Kaufmanns Wilhelm Hack, der seine Kunstsammlung 1971 der Stadt Ludwigshafen vermachte. Diese umfasste neben dem »Gondorfer Fund«, einem Gräberfund der Völkerwanderungszeit aus Gondorf an der Mosel, und mittelalterlicher Kunst auch eine Sammlung von Werken der klassischen Moderne, die die Entwicklung der abstrakten Kunst von ihren Anfängen um das Jahr 1910 bis in die 1950er Jahre in einer seltenen Dichte dokumentiert: Von Wassily Kandinsky, Kasimir Malewitsch und Piet Mondrian über Jackson Pollock und Max Bill sind maßgebliche Künstler der ungegenständlichen Malerei vertreten. Ergänzt durch den städtischen Kunstbesitz bildet die Wilhelm-Hack-Stiftung seit der Eröffnung des Museumsneubaus 1979 den Grundstock der knapp 10.000 Werke umfassenden Sammlung. 1988 gelangte das Wilhelm-Hack-Museum durch die Stiftung des Düsseldorfer Rechtsanwalts und Kunstmäzens Heinz Beck in den Besitz einer der größten deutschen Sammlungen von Grafiken und Multiples der 1960er und 1970er Jahre, die heute als Sammlung Beck bekannt ist.