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Winterthur

Jutta Koether – Charm

Jutta Koethers Schaffen sei ein großangelegter Versuch, «eine Gegen-Geschichte zum Kanon der modernen Malerei zu entwerfen», kündigte das Museum Brandhorst in München die umfassende Einzelausstellung Tour de Madame an. In der Tat hat die 1958 in Köln geborene und heute zwischen New York und Berlin pendelnde Künstlerin die Kulturlandschaft seit den 1980er Jahren maßgeblich geprägt, als Malerin, Performerin und Musikerin, aber auch als Redakteurin und Herausgeberin des Magazins SPEX und als Verfasserin unzähliger Rezensionen, unter anderem für die Zeitschrift Texte zur Kunst.

 

Ihr malerisches Schaffen setzt in den 1980er Jahren im Umfeld der neoexpressiven Kunst in Köln ein. Unter dem Schlagwort Der Hunger nach Bildern fand nach Jahren konzeptueller Kunst weltweit eine Rückbesinnung auf die Malerei statt unter Begriffen wie Neue Wilde Malerei oder Transavanguardia. Diese Bewegung war wie die Malerei insgesamt mehrheitlich von männlichen Kollegen geprägt, die das Klischee des Malers oft extensiv auslebten. Jutta Koether stellte diesem unmittelbaren heftigen Zugriff auf die Malerei ein vielschichtiges malerisches Werk entgegen: gestischer Pinselstrich und Darstellungen weiblicher Körper sowie die lyrische Aneignung von Poesie und Kunstgeschichte verbanden sich bei ihr mit populärkulturellen Elementen. Mit ihrem Umzug nach New York erweiterte sie diese um Motive der Punk- und Noise-Kultur. Damit stellte sie den männlich dominierten Kanon der Kunstgeschichte in Frage und griff Motive von Künstlerinnen auf.

 

Jutta Koethers Schaffen war in den vergangenen Jahren in zahlreichen Ausstellungen zu erleben, etwa 2007 in der Kunsthalle Bern, 2011 im Moderna Museet, Stockholm und 2018 im Museum Brandhorst in München. In der Villa Flora wird sich Jutta Koether der frühen französischen Moderne widmen, die ebendort nach der Jahrhundertwende von Hedy und Arthur Hahnloser geschätzt und gesammelt wurde.

 

Kuratiert von Konrad Bitterli

Diese Ausstellung endet in
99
Tage
21
Std
37
Min
18
Sek
Termine
Start12.09.2026
Ende17.01.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–17:00
Mittwoch10:00–20:00
Donnerstag10:00–17:00
Freitag10:00–17:00
Samstag10:00–17:00
Sonntag10:00–17:00
Veranstaltungsort
Kunst Museum Winterthur
Kunst Museum WinterthurTösstalstraße 44, 8400 Winterthur (Villa Flora)

Beim Stadthaus Unter den Winterthurer Kunstmuseen ist das frühere Kunstmuseum das älteste – 1848 wurde der Kunstverein Winterthur gegründet, 1916 das Museumsgebäude eingeweiht – und zugleich das einzige, das seine Sammlung von Gemälden, Skulpturen, Zeichnungen und Druckgraphik kontinuierlich weiter ausbaut. Bis 2017 trug die Sammlung den Namen Kunstmuseum Winterthur. Durch die betriebliche Zusammenführung mit dem Museum Oskar Reinhart und der daraus resultierenden Dachmarke Kunst Museum Winterthur wurde es zum Kunst Museum Winterthur / Beim Stadthaus . Seine Sammlung ist aus Winterthurer Privatsammlungen entstanden, die auf den Beginn des 20. Jahrhunderts zurückgehen. Ihnen sind die reichhaltigen Bestände an französischer Kunst zu verdanken. Zu nennen sind unter anderem die Donatoren Georg Reinhart, Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler, E. Richard Bühler. Ergänzt wurden ihre Schenkungen durch die Sammlung von Heinrich Wolfer-Sulzer. 1973 erhielt das Museum mit dem Legat Clara und Emil Friedrich-Jezler eine der bedeutendsten Schweizer Sammlungen von Kunst klassischer Moderne. Heute verfügt das Haus neben Basel, Zürich und Bern über die vierte große öffentliche Sammlung von Kunst der Moderne in der Schweiz. Damit ergänzt es die beiden Reinhart-Museen, Reinhart am Stadtgarten und die Sammlung Oskar Reinhart »Am Römerholz« in Winterthur mit ihren bedeutenden Beständen älterer Kunst. Reinhart am Stadtgarten Das Kunst Museum Winterthur / Reinhart am Stadtgarten, vormals Museum Oskar Reinhart, war historisch das Gebäude der Stiftung Oskar Reinhart. Eröffnet 1951, stellte es damals das erste private Museum der Schweiz dar. Der Sammler und Mäzen Oskar Reinhart (1885–1965), einer der Söhne Theodor Reinharts, Mitbegründer des Kunstvereins, baute zeitlebens eine umfangreiche Kunstsammlung auf. Mit der Wiederentdeckung der deutschen Kunst nach der Jahrhundertwende begann Oskar Reinhart damit, neben Schweizer auch deutsche und österreichische Kunst gezielt zu erwerben. Die umfassenden und einzigartigen Werkgruppen insbesondere der Frühromantik und des Realismus sind permanent ausgestellt. Ebenfalls zu erleben sind niederländische Meister des Goldenen Zeitalters aus der Stiftung Jakob Briner und eine Auswahl aus einem umfangreichen Konvolut an Porträtminiaturen aus den Sammlungen Briner und Kern, die in wechselnden Ausstellungen präsentiert werden. Oskar Reinharts Villa mit der Kollektion von Altmeistern sowie französischer Impressionisten befindet sich heute im Besitz der Eidgenossenschaft als Sammlung Oskar Reinhart »Am Römerholz« . Villa Flora Die Villa Flora, 1846 erbaut und 1908 von den Architekten Rittmeyer/Furrer im Jugendstil erneuert, war das Wohnhaus von Hedy Hahnloser-Bühler (1873–1952) und Arthur Hahnloser (1870–1936). Früh begann das Sammlerehepaar sich für die Kunst ihrer Zeit zu begeistern: Zwischen 1906 und 1936 trugen Arthur und Hedy Hahnloser Werke des Postimpressionismus, der Künstlergruppe Nabis und der Fauves sowie Werke von zeitgenössischen Schweizer Künstlern wie Ferdinand Hodler und Giovanni Giacometti zusammen. Mit Félix Vallotton, Pierre Bonnard und anderen Kunstschaffenden ihrer Zeit verbanden sie enge Freundschaften. Die Villa Flora wurde zum Treffpunkt der Künstler und der Kunstfreunde. Die ehemalige Sammlung Arthur und Hedy Hahnloser-Bühler, vereint in der Hahnloser/Jaeggli-Stiftung, versammelt Meisterwerke von Edouard Manet, Paul Cézanne, Vincent van Gogh, Odilon Redon, Henri Matisse und Henri de Toulouse-Lautrec. Sammlung, Haus und Garten bilden ein einzigartiges Kulturgut von internationaler Bedeutung. Die Villa Flora ist zur Zeit geschlossen. Sie wird umgebaut und voraussichtlich 2024 wiedereröffnet.

Weiterführende Literatur