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München

Kate Newby: anything, anything

Kate Newbys ortsspezifische Arbeit versteht die Transitzone vor dem Museum Brandhorst als einen Ort permanenter Veränderung. Wie eine skulpturale Zeichnung in der Landschaft, widersetzt sich ihre Intervention »anything, anything« dem Monumentalen und Abgeschlossenen und begreift den öffentlichen Raum als Ort verwobener Geschichten, Zeiten und Widersprüche.

 

Rund 1 000 Ziegel fügen sich in zwei über 80 Meter langen Linien in den Grünstreifen zwischen dem Museumsgebäude und dem Gehweg der »Türkenstraße« ein. Im Kontext der Ausstellung »Carrying« eröffnet, ist die Intervention zwölf Monate und somit einen vollständigen Jahreszyklus im öffentlichen Raum erfahrbar.

 

Vor dem Brennprozess bearbeitete Newby die Ziegel: Spuren, die sie im Großstadtraum beobachtete, übersetzte sie durch Zeichnungen, Aussparungen und Muster in den Ton – teils mit Glasscherben, die untrennbar mit dem Material verschmolzen sind. Gleich kleinen Stücken Landschaft sammeln sich darin nun Regenwasser, Schmutz und vom Wind herangetragene Objekte – Artefakte, die Vergänglichkeit und die soziale Textur des Ortes dokumentieren.

 

Die Intervention entstand 2024 für die Klosterruine Berlin und findet in München eine neue Form. Auf Walter De Marias Skulptur »Large Red Sphere« (2002/10) im »Türkentor« zulaufend, widersteht sie dem Monumentalen und Abgeschlossenen. Entlang der »Türkenstraße« in den Boden eingebettet, erinnert die Arbeit an Kanalrinnen und verweist auf das nie realisierte Wasserstraßenprojekt des »Türkengrabens«, welcher der Straße ihren Namen gab.

Diese Ausstellung endet in
221
Tage
2
Std
56
Min
58
Sek
Termine
Start14.05.2026
Ende30.05.2027
Öffnungszeiten
Montag10:00–18:00
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–20:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Museum Brandhorst
Museum BrandhorstTheresienstraße 35a, 80333 München

Das Ehepaar Anette (gest. 1999) und Udo Brandhorst hat seit den siebziger Jahren über 1000 Werke von wegweisenden Künstlern des 20. und 21. Jahrhunderts gesammelt, in erster Linie Gemälde, Zeichnungen und Skulpturen, in letzter Zeit kamen Fotografien sowie Medienarbeiten und Installationen hinzu. Während zunächst Künstler der klassischen Avantgarde (Kasimir Malewitsch, Kurt Schwitters, Pablo Picasso) und der europäischen Nachkriegsmoderne (Joseph Beuys, Palermo, Sigmar Polke, Jannis Kounellis, Mario Merz) im Mittelpunkt standen, richtete sich ihr Interesse im Lauf der Jahre immer mehr auf Kunst aus den Vereinigten Staaten: John Chamberlain, Dan Flavin, Bruce Nauman, Richard Tuttle, Walter de Maria u. a. sind mit wichtigen Werken vertreten. Mit weit über 100 Arbeiten von Andy Warhol (1928–1987) ist der Bestand des bekanntesten Pop Art Künstlers mit kaum einer anderen europäischen Sammlung zu vergleichen. Weltweit einmalig ist der Schwerpunkt von über 170 Arbeiten des amerikanischen Künstlers Cy Twombly (1928–2011). Dass auch zeitgenössische Kunst zunehmend in den Blick des Sammlerinteresses rückte, belegen Erwerbungen der Arbeiten von Damien Hirst, Mike Kelley oder Robert Gober sowie von Medienkünstlern wie Isaac Julien, Anri Sala, Stan Douglas und David Claerbout. Während die Pinakothek der Moderne einen Überblick über die Entwicklung der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts ermöglicht, steht im Museum Brandhorst eine vertiefte Auseinandersetzung mit einzelnen Künstlerpersönlichkeiten im Mittelpunkt.