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Aachen

Margit Palme. Neuzugänge

Selbstbewusste, expressive Frauenfiguren sind die Protagonistinnen in den Druckgrafiken von Margit Palme (1939–2025). Ihre Aquatinta-Werke auf Papier entstanden über einen Zeitraum von sechs Jahrzehnten und zeichnen sich durch präzise Linienführung und ein reduziertes Farbspektrum aus. In verschiedenen Werkzyklen eignet sich die Künstlerin gegenderte Projektionen auf Frauenkörper an, dreht sie um und spielt mit ihnen. Ihre Themen sind Mode und Stoffe, Körperideale, Tierdarstellungen, Sport und Freizeit, das Alleinsein und das Leben in der Großstadt.

 

Margit Palme war eine österreichische Malerin und Grafikerin. Nach einer Ausbildung an der Modeschule Wien-Hetzendorf studierte sie Grafik und Lithografie in Linz und Salzburg und widmete sich ab den späten 1950er Jahren fast ausschließlich der Radiertechnik der Aquatinta. Im Zentrum ihrer Arbeiten, die sich in ihrer Farbigkeit ab den späten 1960er Jahren verstärkt der aufkommenden Ästhetik der Pop Art annähern, steht die Darstellung von Frauen.

 

Sowohl der Technik als auch ihrem zentralen Thema blieb Margit Palme in ihrer künstlerischen Praxis konsequent treu. Anlässlich einer Ausstellung übergab sie 2023 dem Ludwig Forum 20 Grafiken. 2026 ergänzte die Tochter der Künstlerin, Iris Barbara Kubowsky, diese Schenkung um weitere 23 Arbeiten. Die Aquatinten, die zwischen 1971 und 2025 entstanden sind, erweitern die Sammlung des Ludwig Forums um eine wichtige weibliche Position. Durch ihre Nähe zur Pop Art ermöglichen Palmes Arbeiten eine kritische Hinterfragung und Erweiterung des nach wie vor stark männlich und US-amerikanisch geprägten Verständnisses dieser Kunstrichtung. Das Konvolut wird in zwei Teilen präsentiert: von September bis November liegt der Fokus auf dem Umgang mit Körperidealen, Tierdarstellungen und dem Großstadtleben. Der zweite Teil zeigt ab Dezember Arbeiten zu den Themen Mode und Stoffe, Zwänge und Masken.

 

Kuratiert von Mailin Haberland
Mit Dank an Margit Palme & Iris Barbara Kubowsky

Diese Ausstellung endet in
184
Tage
12
Std
13
Min
46
Sek
Termine
Start01.10.2026
Ende04.04.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag13:00–17:00
Mittwoch13:00–17:00
Donnerstag10:00–20:00
Freitag10:00–17:00
Samstag10:00–17:00
Sonntag10:00–17:00
Veranstaltungsort
Ludwig Forum Aachen
Ludwig Forum AachenJülicher Straße 97–109, 52070 Aachen

Klassiker der Pop-Art, Gerhard Richter und Georg Baselitz, Graffitimalerei und Leipziger Schule: Peter und Irene Ludwig haben Zeit ihres Lebens eine unvergleichliche Sammlung herausragender Werke seit Beginn der 1960er-Jahre zusammengetragen. Schenkungen und Dauerleihgaben aus ihrer Kollektion sind heute weltweit in mehr als 20 Museen untergebracht. Das Stammhaus dieser einzigartigen Sammlung aber ist das Ludwig Forum für Internationale Kunst in Aachen, wo das Industriellenpaar lebte und von wo aus es eine der größten Schokoladen- und Süßwarenproduktionen der ehemaligen Bundesrepublik lenkte. Im Ludwig Forum Aachen sind etwa 3.000 Arbeiten der Sammlung untergebracht. Die Ludwigs gehören zu den ersten Sammler:innen der Pop-Art. Schon 1968 zeigten sie die neuen Amerikaner:innen in Aachen. Mit dabei: Andy Warhol, dessen beispiellose Karriere eng mit dem Paar verknüpft ist. 1970 reiste Peter Ludwig zu Duane Hanson nach New York und erwarb wichtige Figuren-Gruppen des Künstlers, auch die Supermarket Lady . Die frühen, skandalträchtigen Präsentationen machten Aachen zu einem hochrelevanten Ausstellungsort gegenwärtiger Kunst – noch bevor der Foto- und Hyperrealismus der documenta 5 von 1972 seinen Eroberungszug in Europa antrat. Später führten Ankäufe von Jeff Koons, Jonathan Borofsky, Jean-Michel Basquiat u. a. die amerikanische Linie fort. Seit Anfang der 1970er-Jahre weiteten die Ludwigs ihre Sammeltätigkeit in die DDR und nach Osteuropa aus. Werke aus dem »Ostblock« konnten oft nur in Gruppen erworben werden, und der Staat hatte teilweise Mitspracherecht bei der Auswahl der Arbeiten. So stehen historisch relevante Gemälde in einer Reihe mit Arbeiten von Ilja Kabakov und Erik Bulatov. Den Ankäufen in der UdSSR folgten seit 1983 Bulgarien, Rumänien und Ungarn. Frühwerke von Nedko Solakov und Dan Perjovschi kamen so in die Sammlung. Später erregten China und Kuba die Aufmerksamkeit der Sammler:innen. Gerade die chinesische und die kubanische Kunst sind Schwerpunkte im Aachener Ludwig Forum . Neben den Werken aus der Sammlung Ludwig gehört eine Reihe von Arbeiten aus städtischem Besitz zum Bestand des Hauses. Darunter sind zum Beispiel etwa 300 hochkarätige Videoarbeiten wie z. B. von Bruce Nauman, Richard Serra, Laurie Anderson, Joan Jonas und Nam June Paik.