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Graz

Otto Beckmann – Autopoeme

Otto Beckmann (1908–1997) war ein Pionier der Computerkunst, der sich (als einer der wenigen österreichischen Künstler) mit der Bedeutung mathematischer Regelsysteme für die Kunst auseinandergesetzt hat. Nach ersten Gedanken zur künstlerischen Formgebung auf Basis von Algorithmen Ende der 1930er-Jahre begann Beckmann in den 1960er-Jahren, Computerplastiken und -grafiken mit Unterstützung von Rechenanlagen zu kreieren. Ab 1970 arbeitete er auf seinem eigens für künstlerische Aufgaben konzipierten »Ateliercomputer«, worin die Methode der algorithmischen Formgebung u. a. auf die Generierung von Texten angwandt wurde. So wurde der Computer mit einer Vielzahl von Wörtern gespeist, die von diesem unter Beachtung der grammatikalischen Regeln zu korrekten Sätzen geformt wurden. Die Frage nach dem »Wahrheitsgehalt« der so erzielten Ergebnisse hält sich dabei die Waage mit ihrer ästhetischen Wirkunsgkraft und verweist zugleich auf die relative Aussagekraft von Sprache im Sinne des von Ludwig Wittgenstein geprägten Begriffs des »Sprachspiels«. Die »Autopoeme« Otto Beckmanns stehen somit auch in einer Tradition der Philosophie des 20. Jahrunderts und können u. a. als eine Variante der »konkreten Poesie« gesehen werden.

 

Kuratiert von Peter Peer

Diese Ausstellung beginnt in
14
Tage
20
Std
18
Min
29
Sek
Termine
Start06.11.2026
Ende07.02.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Neue Galerie Graz
Neue Galerie GrazJoanneumsviertel, 8010 Graz

Als Museum für moderne und zeitgenössische Kunst mit einer umfangreichen Sammlung von Werken österreichischer und internationaler Künstler/innen vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart aus den unterschiedlichsten Medien widmet sich die Neue Galerie Graz der Forschung zur jüngeren Kunstgeschichte ab dem 19. Jahrhundert, mit einem gesonderten Schwerpunkt in der Kunst des 20. Jahrhunderts und zahlreichen Anknüpfungspunkten bis in die Gegenwart. Das Museum ging 1941 aus der Teilung der Landesbildergalerie des Steiermärkischen Landesmuseums in eine Alte Galerie und eine Neue Galerie hervor, wobei letztere die Werkbestände der Landesbildergalerie aus der Entstehungszeit ab dem 19. Jahrhundert in ihre Sammlung übernahm. Ab den 1960er-Jahren hat sich die Neue Galerie Graz zu einem Zentrum für aktuelle Strömungen der zeitgenössischen bildenden Kunst entwickelt, wobei vor allem die Ausstellungsreihen der Internationalen Malerwochen in der Steiermark (1966–1992) und der Trigon-Biennalen (1963–1992) mit ihrem Fokus auf die Kunstentwicklung in Österreich und seinen unmittelbaren Nachbarländern die programmatische Ausrichtung und den Aufbau der Sammlung bestimmt haben. Ab den 1990er-Jahren erfolgte eine Internationalisierung hinsichtlich der Ausstellungs- und Sammlungstätigkeit mit einem Fokus auf die Gegenwartskunst in Europa und den USA. Der Sammlungsbestand umfasst einen Querschnitt künstlerischer Strömungen der letzten 200 Jahre wie u. a. Biedermeier, Realismus, Jugendstil, (regionale) Formen der klassischen Moderne, Positionen österreichischer und internationaler Malerei nach 1945, Wiener Aktionismus, Medien- und Konzeptkunst u. v. m., welche in unterschiedlichen Medien wie Malerei, Grafik, Plakatkunst, Plastik, Fotografie und Video mit einem Gesamtumfang von etwas mehr als 60.000 Einzelstücken vertreten sind. 2008 wurde die Sammlung mit dem BRUSEUM um einen Schwerpunkt zum Schaffen von Günter Brus erweitert. Ausstellungen präsentieren zentrale Künstlerpositionen sowie Themen der Kunstgeschichte, wobei die vertiefte Auseinandersetzung mit der eigenen Sammlung und folglich mit der Geschichte des Museums in seinem veränderlichen soziopolitischen Umfeld den Blick über die Kunst hinaus erweitert und das Museum als Dialogplattform erschließt, wo nicht nur Fragen der Kunst und Kunstgeschichte, sondern eine Vielzahl von Themen von allgemeinem Interesse erörtert werden. 2011 erfolgte die Übersiedelung des Museums in das Joanneumsviertel, wo sich die Neue Galerie Graz in einem großzügig bemessenen und nach modernsten Ansprüchen adaptierten Museumsgebäude mit einer Ausstellungsfläche von über 2.000 Quadratmetern präsentiert.