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Karlsruhe

Özlem Günyol & Mustafa Kunt – Ratatataa

Ausstellung

RATATATAA – der Titel klingt laut, spielerisch, bedrohlich. Und genau zwischen diesen Polen bewegt sich die künstlerische Praxis von Özlem Günyol & Mustafa Kunt: Mit feinem Gespür für Material, Form und Bedeutung untersuchen sie, wie Macht, Identität und Zugehörigkeit sich in Sprache, Symbolen und Monumenten einschreiben – oder eben nicht. Die SGK zeigt die erste große institutionelle Einzelausstellung des Duos in Deutschland.

 

Mit RATATATAA präsentiert die Städtische Galerie Karlsruhe die erste große institutionelle Einzelausstellung von Özlem Günyol & Mustafa Kunt in Deutschland – an einem Ort, dessen Geschichte viel über das Verhältnis von Macht, Raum und Symbolen erzählt: einer ehemaligen Munitionsfabrik. Inmitten dieser aufgeladenen Architektur entfaltet das Duo ein Werk, das formale Strenge mit politischer Tiefenschärfe verbindet und zeigt, dass Widerstand nicht immer laut sein muss, sondern sich auch in Reduktion, Leerstelle und subtiler Geste artikulieren kann.

 

Seit über zwei Jahrzehnten arbeiten Günyol und Kunt zusammen. Ihre biografische Verortung zwischen der Türkei und Deutschland prägt eine Praxis, die sich jeder vereinfachenden Lesart entzieht. Ihre Arbeiten sind keine Antworten, sondern präzise formulierte Fragen nach Identität, Repräsentation, Macht und Zugehörigkeit. Nationale Symbole, Denkmäler oder Slogans von Protesten transformieren sie in reduzierte, oft minimalistische Setzungen, die ebenso poetisch wie politisch wirken.

 

Der Titel RATATATAA evoziert maschinengewehrhaften Lärm, aber auch ein spielerisches Echo – kein Wort, sondern ein Klang, rhythmisch und ambivalent. Diese Offenheit durchzieht ihr Werk: Sprache wird zu Skulptur, Fahnenmasten zu Selbstporträts, Reden zu Klangwellen, Denkmäler zu performativen Gesten. Ihre Materialien – Flaggen, Münzen, Stufen, Meerwasser, Fragmente von Booten – sind bereits aufgeladene Zeichen, die sie verschieben, überlagern, umcodieren.

 

Zentral ist der Bezug zum öffentlichen Raum – verstanden als physischer wie diskursiver Ort, an dem kollektive Erinnerungen und Machtverhältnisse verhandelt werden. Ihre Werke fungieren so als »alternative Denkmale«: Interventionen, die Sichtbarkeit, Zuschreibung und Repräsentation hinterfragen.

 

Gerade in Zeiten, in denen Sprache instrumentalisiert und demokratische Räume enger werden, entfalten die Arbeiten von Günyol und Kunt besondere Relevanz: Sie laden ein zur Reflexion über die Mechanismen von Macht und Zugehörigkeit – und eröffnen neue Perspektiven auf das Verhältnis von Kunst, Öffentlichkeit und Verantwortung.

 

Eröffnung: 26. September 2025

Diese Ausstellung endet in
49
Tage
17
Std
43
Min
45
Sek
Start Termin
27.09.2025
Ende Abschluss
12.04.2026
Öffnungszeiten
Montag
geschlossen
Dienstag
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Mittwoch
10:00–18:00
Donnerstag
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Freitag
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Samstag
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