Die Städtische Galerie ist das Kunstmuseum für moderne und zeitgenössische Kunst der Stadt Karlsruhe. In einem der größten Industriedenkmäler Deutschlands mit einer einzigartigen Architektur zeigt sie Wechselausstellungen zur Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, begleitet von Präsentationen aus der eigenen Sammlung. In diesem Dialog gibt sie einen breit gefächerten Überblick über die Kunst von der Moderne bis in die Gegenwart.
Die Sammlung vereint heute rund 20.000 Werke überwiegend deutscher Kunst von der Romantik über die Moderne und Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Entstanden ist die Sammlung aus Karlsruher Privatsammlungen, die auf das späte 19. und frühe 20. Jahrhundert zurückgehen. 1996 erhielt das Museum mit der Dauerleihgabe von Ute und Eberhard Garnatz eine der bedeutendsten Privatsammlungen deutscher Gegenwartskunst. Der Fokus der Sammlung liegt auf Malerei und Fotografie, umfasst aber auch Plastiken, Objekte und Papierarbeiten. Neuerwerbungen im Bereich der zeitgenössischen Kunst setzen Impulse und stellen überraschende Dialoge innerhalb der Bestände her.
Das Ausstellungsprogramm lebt aus der Spannung zwischen dem Fundament der Sammlung und der Vielfalt des aktuellen Kunstschaffens. Mit einem Schwerpunkt auf Malerei und Fotografie ist das Museum Schaufenster für die Kunstproduktion in der Stadt, rückt aber gleichzeitig die internationale Gegenwartskunst ins Zentrum. Der Dialog von zeitgenössischer Kunst und historischen Positionen sowie die Verbindung von lokalem Charakter und internationaler Gegenwart machen das unverwechselbare Profil des Museums aus.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Update! Die Sammlung neu sichten – Szenenwechsel 3
Unter dem Ausstellungstitel »Update! Die Sammlung neu sichten« präsentiert das Kunstmuseum Karlsruhe ihre Bestände mit rund 200 Werken von 70 Künstler:innen neu. Die Kunstsammlung ist mittlerweile auf über 20.000 Werke angewachsen. Seit 1997 wird sie im Hallenbau, einem der größten Industriedenkmäler Deutschlands, gezeigt. Ihr Grundstock geht zurück auf Karlsruher Privatsammlungen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Heute umfasst sie vor allem deutsche Malerei und Skulptur von der Romantik bis in die Gegenwart, aber auch europäische Druckgrafik und japanische Holzschnitte sind Teil der vielfältigen Bestände. 1996 erhielt das Museum mit der Dauerleihgabe Garnatz zudem eine der bedeutendsten Privatsammlungen deutscher Gegenwartskunst, die die Sammlung vor allem um Fotografie erweiterte.
Auf 1.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche begegnen sich nun Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie und Videokunst erstmals in medien- und epochenübergreifenden Themenräumen. Werke aus 120 Jahren gehen spannende Dialoge ein und beleuchten Fragen unserer unmittelbaren Gegenwart. Auf dem Rundgang durch die Sammlung rücken unterschiedliche künstlerische Aspekte und Geschichten ins Zentrum: über eigene und fremde Identität, Geschlechtergerechtigkeit, das Verhältnis von Natur und Nachhaltigkeit, Erfahrungen in der Heimat und Fremde, Rituale und unser gesellschaftliches Miteinander. Speziell konzipierte Künstler:innenräume setzen darüber hinaus Impulse. Im Dialog mit der Einrichtung eines Schaudepots und Forschungsarchivs werden zudem Fragen zum eigenen Selbstverständnis und zur Institutionsgeschichte, aber auch zur Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit aufgeworfen.
Wie kann man das Museum heute denken? Wie sieht die städtische Kunstsammlung der Zukunft aus? Seit Museumsgründung 1981 haben sich die Sammlungsbestände verändert, ihre Programmatik gewandelt. Gerade in Zeiten der Globalisierung und der Vernetzung, aber auch der gesellschaftlichen Umbrüche, wie wir sie aktuell erleben, sind neue Perspektiven erforderlich – mit Blick auf das internationale Kunstgeschehen ebenso wie auf die Erweiterung der Bestände durch neue Medien.
Die Sammlungspräsentation »Update! Die Sammlung neu sichten« ist als lebendiger »Szenenwechsel« angelegt, der die Sammlungsobjekte durch Dialoge und Reaktionen auf gegenwärtige Themen immer wieder neu aktiviert. Empfindliche Arbeiten auf Papier werden in regelmäßigem Rhythmus ausgewechselt und Künstler:innen eingeladen, ihre Werke in Dialog mit unseren Sammlungsobjekten zu setzen.
Özlem Günyol & Mustafa Kunt – Ratatataa
RATATATAA – der Titel klingt laut, spielerisch, bedrohlich. Und genau zwischen diesen Polen bewegt sich die künstlerische Praxis von Özlem Günyol & Mustafa Kunt: Mit feinem Gespür für Material, Form und Bedeutung untersuchen sie, wie Macht, Identität und Zugehörigkeit sich in Sprache, Symbolen und Monumenten einschreiben – oder eben nicht. Die SGK zeigt die erste große institutionelle Einzelausstellung des Duos in Deutschland.
Mit RATATATAA präsentiert die Städtische Galerie Karlsruhe die erste große institutionelle Einzelausstellung von Özlem Günyol & Mustafa Kunt in Deutschland – an einem Ort, dessen Geschichte viel über das Verhältnis von Macht, Raum und Symbolen erzählt: einer ehemaligen Munitionsfabrik. Inmitten dieser aufgeladenen Architektur entfaltet das Duo ein Werk, das formale Strenge mit politischer Tiefenschärfe verbindet und zeigt, dass Widerstand nicht immer laut sein muss, sondern sich auch in Reduktion, Leerstelle und subtiler Geste artikulieren kann.
Seit über zwei Jahrzehnten arbeiten Günyol und Kunt zusammen. Ihre biografische Verortung zwischen der Türkei und Deutschland prägt eine Praxis, die sich jeder vereinfachenden Lesart entzieht. Ihre Arbeiten sind keine Antworten, sondern präzise formulierte Fragen nach Identität, Repräsentation, Macht und Zugehörigkeit. Nationale Symbole, Denkmäler oder Slogans von Protesten transformieren sie in reduzierte, oft minimalistische Setzungen, die ebenso poetisch wie politisch wirken.
Der Titel RATATATAA evoziert maschinengewehrhaften Lärm, aber auch ein spielerisches Echo – kein Wort, sondern ein Klang, rhythmisch und ambivalent. Diese Offenheit durchzieht ihr Werk: Sprache wird zu Skulptur, Fahnenmasten zu Selbstporträts, Reden zu Klangwellen, Denkmäler zu performativen Gesten. Ihre Materialien – Flaggen, Münzen, Stufen, Meerwasser, Fragmente von Booten – sind bereits aufgeladene Zeichen, die sie verschieben, überlagern, umcodieren.
Zentral ist der Bezug zum öffentlichen Raum – verstanden als physischer wie diskursiver Ort, an dem kollektive Erinnerungen und Machtverhältnisse verhandelt werden. Ihre Werke fungieren so als »alternative Denkmale«: Interventionen, die Sichtbarkeit, Zuschreibung und Repräsentation hinterfragen.
Gerade in Zeiten, in denen Sprache instrumentalisiert und demokratische Räume enger werden, entfalten die Arbeiten von Günyol und Kunt besondere Relevanz: Sie laden ein zur Reflexion über die Mechanismen von Macht und Zugehörigkeit – und eröffnen neue Perspektiven auf das Verhältnis von Kunst, Öffentlichkeit und Verantwortung.
Eröffnung: 26. September 2025

