mit Werken u.a. von Joseph Beuys, Guerilla Girls, Robert Rauschenberg, Chris Reinecke, Ulrike Rosenbach, Richard Serra, Andy Warhol und Annette Wehrmann
Das Ludwig Forum für Internationale Kunst versteht sich seit seiner Gründung 1991 als »eine andere Art Museum« – als ein Forum, in dem Kunst im Austausch mit der Öffentlichkeit verhandelt wird. Ausgehend von der eigenen Institutionsgeschichte und dem Anspruch des Aachener Sammlerpaars Irene und Peter Ludwig für die Öffentlichkeit zu sammeln, befragt die Ausstellung public/public Veränderungen im Verhältnis von Kunst und Öffentlichkeit durch die Linse transatlantischer Beziehungen seit den 1960er Jahren. Wie richten sich Künstler:innen, die Kunst und ihre Institutionen an die Öffentlichkeit? Was sind ihre Diskurs- und Dialogräume?
Angetrieben von gesellschaftlichen Umbrüchen kommt es seit den 1960er Jahre nicht nur zu einer zunehmenden Entgrenzung und Vervielfältigung künstlerischer Ausdrucks- und Aktionsformen – Happening, Performance-, Video- und Klangkunst –, sondern auch zu einem offensichtlichen Wandel im Verhältnis zum Publikum, dem öffentlichen Raum und den Medien. Kunst ereignet sich zunehmend außerhalb institutioneller Räume. Betrachter:innen werden zu Teilnehmenden und Co-Produzent:innen. Ausgehend von diesen Verschiebungen untersucht public/public, die sich bis 2028 als prozessual angelegte Ausstellung über vier Räume entwickelt, Öffentlichkeit als Handlungs- und Konfliktraum im Wandel.
Öffentlichkeit besteht aus vielfältigen Akteur:innen: Individuen, Medien, Netzwerke und Institutionen artikulieren sich in und über Teilöffentlichkeiten, die jeweils eigene Formen der Identifikation und Partizipation hervorbringen, aber immer auch Begrenzungen beschreiben. In dieser Perspektive lässt sich Öffentlichkeit als Reflexion eines inneren Systems von Einschlüssen und Ausschlüssen innerhalb liberaler Demokratien verstehen. Die Ausstellung wirft daher ein Licht auf Fragen der Sichtbarkeit und Möglichkeiten der Teilhabe, auf Konflikte, die Formierung von Gegenöffentlichkeiten und Formen der Subversion.