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Hamburg

Sara Sallam – Fürsorge. Fotografie neu ordnen

Wie können wir heute auf die gewaltsamen Praktiken der Kolonialzeit blicken? Wie lassen sich Wunden sichtbar machen – und ein Prozess der Heilung anstoßen? Die ägyptische Künstlerin Sara Sallam widmet sich diesen Fragen in neuen, eigens für das MK&G entwickelten Arbeiten. In der Ausstellung »Sara Sallam – Fürsorge. Fotografie neu ordnen« setzt sie sich in den drei Kapiteln – »Über Trauer«, »Über Vertreibung« und »Über Widerstand« – mit der archäologischen und fotografischen Sammlung des MK&G sowie deren kolonialem Erbe auseinander. Im Rahmen der 9. Triennale der Photographie Hamburg 2026 »Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other« präsentiert das MK&G die Werke der jungen, in den Niederlanden lebenden Künstlerin erstmals in Deutschland. 

 

Sallams forschungsbasierte Praxis umfasst Fotografie, Video, Text, Archivinterventionen und Künstler:innenbücher. In poetischen Neuinterpretationen als multimediale Installationen, performative Erzählung und selbst gestalteten Publikationen entwickelt sie oftmals Gegenerzählungen zu historischen Narrativen aus kolonialen Kontexten, die dazu einladen, die Vergangenheit neu zu betrachten. In »Suturing Wounds« (2024–heute) beispielsweise komponiert die Künstlerin Faksimiles fragmentierter koptischer Textilien aus der Antikensammlung des MK&G zu einer handgenähten Tunika und inszeniert diese in fotografischen Selbstportraits. Dem Akt des Ausgrabens und Fragmentierens setzt die Künstlerin das Zusammenfügen und Nähen entgegen – eine Geste des Widerstands und zugleich ein heilendes Ritual, mit dem sie ihren unbekannten Vorfahr:innen gedenkt.

 

Die Ausstellung findet im Rahmen der 9. Triennale der Photographie Hamburg 2026 mit dem Titel »Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other« (5. Juni bis 22. September 2026) statt.

Diese Ausstellung endet in
80
Tage
20
Std
13
Min
47
Sek
Termine
Start05.06.2026
Ende10.01.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–21:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Veranstaltungsort
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg Steintorplatz 1, 20099 Hamburg

Mit seinen über Generationen zusammengetragenen Beständen ist das MKG ein Universalmuseum, das mit über 500 000 Werken Spitzenleistungen menschlicher Kreativität und Erfindungsgabe präsentiert. Die hochkarätige Sammlung umspannt 4000 Jahre Menschheitsgeschichte von der Antike über Mittelalter und Renaissance, Barock und Klassizismus bis zur Moderne und Gegenwart. Viele der Werke finden Sie auch in der MKG Sammlung Online. Die erste Inventarnummer bezeichnet 1872 eine Bouillontasse der Königlichen Porzellanmanufaktur im französischen Sèvres, sie steht heute in der Sammlung Keramik. Seitdem wächst der Bestand kontinuierlich durch Ankäufe, Schenkungen und Vermächtnisse. Die Sammlungen des MKG sind international ausgerichtet mit Schwerpunkten in der europäischen und ostasiatischen Kunst. Unter einem Dach vereint sind auch die vier Weltreligionen: Christentum, Judentum, Buddhismus und Islam. Den Charakter dieses interdisziplinären Museums prägen zudem umfangreiche Kollektionen zum Thema Grafikdesign, Plakatkunst, Fotografie und neue Medien, Mode und Textil. Eine besonders aktive Erwerbungsstrategie in der Gründungsphase sicherte dem MKG ein herausragendes Ensemble von Möbeln und Objekten des Jugendstil. Die Period Rooms sind eine weitere Spezialität. Im Zusammenspiel aller Medien, Möbel und Objekte vergegenwärtigen die einzigartigen Raumensembles den Lebensstil verschiedenster Epochen. DieMilde-Speckter-Zimmer demonstrieren die bürgerliche Wohnkultur des Klassizismus, der Spiegelsaal ist als repräsentativer gründerzeitlicher Konzertraum noch heute ein gesellschaftlicher Mittelpunkt Hamburgs. 2012 kommt Verner Pantons grellfarbige Kantine, eine Stilikone der Pop Art, aus dem SPIEGEL-Verlagshaus in das MKG. Einzigartig ist auch die Musikinstrumentensammlung. Die kostbaren historischen Instrumente, die in regelmäßigen Konzerten und Führungen gespielt werden, machen das MKG zu einem klingenden Museum.