Hamburg
Museum

Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg

Steintorplatz 1, 20099 Hamburg

Mit seinen über Generationen zusammengetragenen Beständen ist das MKG ein Universalmuseum, das mit über 500 000 Werken Spitzenleistungen menschlicher Kreativität und Erfindungsgabe präsentiert. Die hochkarätige Sammlung umspannt 4000 Jahre Menschheitsgeschichte von der Antike über Mittelalter und Renaissance, Barock und Klassizismus bis zur Moderne und Gegenwart. Viele der Werke finden Sie auch in der MKG Sammlung Online. Die erste Inventarnummer bezeichnet 1872 eine Bouillontasse der Königlichen Porzellanmanufaktur im französischen Sèvres, sie steht heute in der Sammlung Keramik. Seitdem wächst der Bestand kontinuierlich durch Ankäufe, Schenkungen und Vermächtnisse. Die Sammlungen des MKG sind international ausgerichtet mit Schwerpunkten in der europäischen und ostasiatischen Kunst.

 

Unter einem Dach vereint sind auch die vier Weltreligionen: Christentum, Judentum, Buddhismus und Islam. Den Charakter dieses interdisziplinären Museums prägen zudem umfangreiche Kollektionen zum Thema Grafikdesign, Plakatkunst, Fotografie und neue Medien, Mode und Textil. Eine besonders aktive Erwerbungsstrategie in der Gründungsphase sicherte dem MKG ein herausragendes Ensemble von Möbeln und Objekten des Jugendstil. Die Period Rooms sind eine weitere Spezialität. Im Zusammenspiel aller Medien, Möbel und Objekte vergegenwärtigen die einzigartigen Raumensembles den Lebensstil verschiedenster Epochen. DieMilde-Speckter-Zimmer demonstrieren die bürgerliche Wohnkultur des Klassizismus, der Spiegelsaal ist als repräsentativer gründerzeitlicher Konzertraum noch heute ein gesellschaftlicher Mittelpunkt Hamburgs. 2012 kommt Verner Pantons grellfarbige Kantine, eine Stilikone der Pop Art, aus dem SPIEGEL-Verlagshaus in das MKG. Einzigartig ist auch die Musikinstrumentensammlung. Die kostbaren historischen Instrumente, die in regelmäßigen Konzerten und Führungen gespielt werden, machen das MKG zu einem klingenden Museum.

Veranstaltungen und Ausstellungen

26.11.23 - Auf unbestimmte Zeit

Inspiration Japan

Mit einer neuen Präsentation der Sammlung Ostasien feiert das MK&G die ungebrochene Inspirationskraft japanischer Gestaltung: Erstmals zu sehen sind Malereien der Edo-Zeit (1615–1868), buddhistische Kalligrafien und Farbholzschnitte der 2021 erworbenen Privatsammlung Walter Gebhard. Die Ausstellung entfaltet sich über zwei Stockwerke: Im ersten Teil treten die Bilder in einen Dialog mit Keramiken, Lackwaren, Bambuskörben, Metallarbeiten und Schwertschmuck aus der bestehenden Sammlung. 

 

Die Neukonzeption der Sammlung Ostasien wird unterstützt von der Justus Brinckmann Gesellschaft und der Hans Brökel Stiftung für Wissenschaft und Kultur.

21.06.24 - Auf unbestimmte Zeit

INSPIRATION CHINA

Nach der Wiedereröffnung des ersten Sammlungsbereichs Ostasien mit Schwerpunkt Japan folgt der abschließende zweite Teil der Neupräsentation »Inspiration China«. Ausgewählte Highlights aus der über 3.000 chinesische Objekte umfassenden Sammlung des MK&G verdeutlichen Prinzipien und Grundlagen chinesischer Kunst wie die modulare Gestaltung und die Einheit von Schrift und Bild. Zu sehen sind unter anderem Ritualbronzen, kaiserliches Porzellan, Schnitzlacke sowie Malerei, Kalligrafie und Farbholzschnitte.

 

Die Neukonzeption der Sammlung Ostasien wird unterstützt von der Justus Brinckmann Gesellschaft und der Hans Brökel Stiftung für Wissenschaft und Kultur.

01.07.25 - Auf unbestimmte Zeit

Die Fassung bewahren – Die Restaurierung der vier Jahreszeiten

Im Erdgeschoss des MK&G bietet ein Projekt einen seltenen Blick hinter die Kulissen der Museumsarbeit: Präsentiert wird die aufwendige Restaurierung des Miniatur-Ensembles »Die Vier Jahreszeiten« des Zittauer Goldschmieds Christoph Ertel (1670–1719) – ein herausragendes Beispiel barocker Schatzkunst. In anschaulicher und kompakter Form vermittelt die Kabinettausstellung zentrale Etappen des Forschungsprojekts: Von Ertels kunstvoller Arbeitsweise über die aufwendige Objektkonstruktion bis hin zur faszinierenden Materialvielfalt. So konnte beispielsweise nachgewiesen werden, dass bis zu 20 verschiedene Materialien verwendet wurden – darunter bemaltes Elfenbein, vergoldetes und emailliertes Silber, Glas, Perlen sowie Edelsteine wie Diamanten, Rubine, Smaragde und Jaspis. Weitere Befunde sowie Werkzeuge eines Goldschmieds verdeutlichen die Besonderheit der »Vier Jahreszeiten« von Christoph Ertel. Vier kleine Skulpturen, die die Jahreszeiten symbolisieren.

 

Die Erforschung von Ertels »Vier Jahreszeiten« im MK&G entstand in Kooperation mit der Akademie der Künste Stuttgart und dem Mineralogischen Museum der Universität Hamburg.

 

Das Restaurierungsprojekt wird gefördert von der Rudolf-August Oetker-Stiftung.

01.08.25 - 01.08.27

XULY.Bët – Funkin’ Fashion Factory 100% Recycled

Die Geschichte von Lamine Badian Kouyaté (* 1962 in Bamako, Mali) und seinem 1991 gegründetem Label XULY.Bët ist eine Geschichte des Widerstands, der Vision und der Liebe zur Mode – geprägt von Migration, Diversität und einer radikalen Idee von Nachhaltigkeit, lange bevor dieses Wort zum Trendbegriff wird. Aufgewachsen in Bamako, steht Kouyaté unter dem Einfluss seiner Großmutter, die Stoffe verarbeitet und ihnen eine zweite Chance gibt. Für ihn ist das keine Modeerscheinung, es ist Haltung. Als er in den 1990er Jahren nach Paris kommt, bringt er genau diese Perspektive mit: Kleidung als Erinnerung, Ressource und Werkzeug, um Identität zu stärken und gesellschaftliche Zugehörigkeit auszudrücken – zu einer Zeit, als Umweltbewusstsein in der europäischen Modeindustrie kaum Thema ist. Für Kouyaté ist Upcycling künstlerische Praxis. Seine Mode bewegt sich zwischen Streetwear und Couture, zwischen Alltag und Runway – getragen wird sie von Stars wie Rihanna, Dua Lipa, Halle Berry und Viola Davis, gefeiert wird sie in internationalen Ausstellungen. Mit Guerilla-Modenschauen revolutioniert Kouyaté die Pariser Modeszene. 1994 würdigt Regisseur Robert Altman ihn im Film Prêt-à-Porter, gespielt von Forrest Whitaker.

17.10.25 - Auf unbestimmte Zeit

Inspiration SWANA

Die Sammlungspräsentation »Inspiration SWANA« bildet den Abschluss der Neugestaltung der außereuropäischen Sammlungen des Museums. Die inhaltliche Neuausrichtung blickt kritisch auf das koloniale Erbe des Museums und geht mit der Umbenennung der »Sammlung Islamische Kunst« in »Sammlung SWANA« einher. SWANA ist die Abkürzung für die Region Südwestasien und Nordafrika. Mit der Umbenennung vollzieht das MK&G als erstes Museum weltweit einen wegweisenden Perspektivwechsel hin zu einer zeitgemäßen Bezeichnung der Sammlung. In regelmäßigen Wechseln werden historische und zeitgenössische Werke in einem lebendigen Dialog präsentiert und gemeinsam mit Partner:innen aus der Region SWANA und ihrer Diaspora weiterentwickelt. Zu sehen sind über 200 Objekte – Fliesen, Keramikgefäße, Metallarbeiten, Glas, Textilien und Kalligrafien. Zu den zeitgenössischen Highlights zählen die neuerworbene Arbeit »Untitled Convertible« (2016) der international bekannten iranischen Künstlerin Monir Shahroudy Farmanfarmaian (1922–2019) sowie eine interaktive Position zum arabischen Alphabet des Hamburger Modelabels Habibi.

 

Die Neukonzeption der Sammlung SWANA ermöglichen die folgenden Saalpaten: Agnes Gräfe Stiftung, Herbert-Pumplün-Stiftung, Justus Brinckmann Gesellschaft, Peter und Dietlinde Bischoff Stiftung, ZEIT STIFTUNG BUCERIUS. 

17.04.26 - 01.11.26

Foto: Hans Hansen

Mit der Ausstellung »Foto: Hans Hansen« widmet das MK&G einem der bedeutendsten Fotografen der Nachkriegszeit vom 17. April bis 1. November 2026 eine umfassende Werkschau. Gezeigt werden rund 220 ikonische Fotografien aus über sechs Jahrzehnten. In internationalen Kampagnen unter anderem für Lufthansa, Nikon, Volkswagen und Erco hat Hans Hansen die Produktfotografie seit den 1960er Jahren revolutioniert und das kollektive Bildgedächtnis ganzer Generationen geprägt. Ergänzt wird die Ausstellung durch Arbeiten, die in enger Zusammenarbeit mit Designer:innen wie Tapio Wirkkala entstanden sind. Publikationen, Skizzen und Archivmaterial sowie ausgewählte Objekte aus Hansens Privatsammlung gewähren zudem tiefere Einblicke. Auch seine jüngste Werkserie »Analog« (2024) verdeutlicht Hansens unverwechselbare, sachlich-minimalistische Bildsprache.

 

Während sich die Welt außerhalb des Studios in 60 Jahren fortwährend verändert, herrscht im Studio eine konstante Ordnung: Alles hat seinen Platz. In seinen Stillleben reduziert Hans Hansen die Gegenstände auf das Wesentliche: Er ordnet, zerlegt und strukturiert Formen, Farben und Materialien. Seine Objekte wirken zeitlos. Eines der bekanntesten Beispiele ist die Aufnahme eines in rund 7.000 Einzelteile zerlegten VW Golf (1988).

 

Seine Arbeiten tragen eine unverkennbare Handschrift, indem sie den Blick mit radikaler Klarheit auf die alltägliche Dingwelt und Gestaltung lenken – unablässig sucht er dabei nach neuen Bildlösungen. Licht und Schatten, Komposition und Perspektive sind zentrale Parameter und elementare Mittel, mit denen er das Wesen der Fotografie stetig hinterfragt.

05.06.26 - 10.01.27

Sara Sallam – Fürsorge. Fotografie neu ordnen

Wie können wir heute auf die gewaltsamen Praktiken der Kolonialzeit blicken? Wie lassen sich Wunden sichtbar machen – und ein Prozess der Heilung anstoßen? Die ägyptische Künstlerin Sara Sallam widmet sich diesen Fragen in neuen, eigens für das MK&G entwickelten Arbeiten. In der Ausstellung »Sara Sallam – Fürsorge. Fotografie neu ordnen« setzt sie sich in den drei Kapiteln – »Über Trauer«, »Über Vertreibung« und »Über Widerstand« – mit der archäologischen und fotografischen Sammlung des MK&G sowie deren kolonialem Erbe auseinander. Im Rahmen der 9. Triennale der Photographie Hamburg 2026 »Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other« präsentiert das MK&G die Werke der jungen, in den Niederlanden lebenden Künstlerin erstmals in Deutschland. 

 

Sallams forschungsbasierte Praxis umfasst Fotografie, Video, Text, Archivinterventionen und Künstler:innenbücher. In poetischen Neuinterpretationen als multimediale Installationen, performative Erzählung und selbst gestalteten Publikationen entwickelt sie oftmals Gegenerzählungen zu historischen Narrativen aus kolonialen Kontexten, die dazu einladen, die Vergangenheit neu zu betrachten. In »Suturing Wounds« (2024–heute) beispielsweise komponiert die Künstlerin Faksimiles fragmentierter koptischer Textilien aus der Antikensammlung des MK&G zu einer handgenähten Tunika und inszeniert diese in fotografischen Selbstportraits. Dem Akt des Ausgrabens und Fragmentierens setzt die Künstlerin das Zusammenfügen und Nähen entgegen – eine Geste des Widerstands und zugleich ein heilendes Ritual, mit dem sie ihren unbekannten Vorfahr:innen gedenkt.

 

Die Ausstellung findet im Rahmen der 9. Triennale der Photographie Hamburg 2026 mit dem Titel »Alliance, Infinity, Love – in the Face of the Other« (5. Juni bis 22. September 2026) statt.

14.06.26 - 01.11.26

Minimöbel – Stühle für Kinder

Welche Funktionen kann ein Stuhl haben? Wollen Kinder sich lieber bewegen, schaukeln und spielen, als still zu sitzen? Aus Sicht von Kindern – braucht es überhaupt einen Stuhl? Im Mittelpunkt der Ausstellung »Minimöbel: Stühle für Kinder« im MK&G steht das Ausprobieren und Spielen: Besucher:innen sind eingeladen, diese Fragen spielerisch und kindzentriert zu erkunden. Eine Auswahl von über 130 historischen und aktuellen Kinderstühlen aus der Privatsammlung Reinke sowie der Sammlung des MK&G zeigt die gestalterische Vielfalt kindgerechter Möbel über zwei Jahrhunderte: von volkstümlichen Hochstühlen und Modellen des frühen 19. Jahrhunderts wie der »Stabelle« über Jugendstil- und Bauhaus-Objekte sowie Popdesign der 1960er-Jahre bis heute. Ikonische Entwürfe treffen dabei auf weniger bekannte Designobjekte – das Spektrum reicht von Miniaturen klassischer Erwachsenenstühle wie zum Beispiel des »Panton Junior« von Verner Panton bis zu Stühlen mit fixierender Funktion sowie pädagogische Spiel- und Reformmöbel, die die motorische, soziale und kreative Entwicklung von Kindern unterstützen.

 

Der Fokus der Ausstellung liegt auf dem Mitmachen – dazu werden die Besucher:innen an interaktiven Stationen eingeladen: Auf mobilen Gefährten der »Wirbel Wichtel« können Kinder bunte Spuren malen und so wird die Verbindung von Möbel, Bewegung und Spiel sichtbar gemacht. Mit einem überdimensionalen Steckspiel lassen sich unterschiedliche Sitzhöhen ausprobieren – und dabei spielerisch verschiedene Körperhaltungen entdecken. An einer Stempel- und Malstation können große und kleine Designer:innen ihre individuellen Stuhlentwürfe gestalten und mit den vier Figuren der Ausstellung – Dös, Wackel, Hotzl und Pling – kreativ werden. Ergänzend laden ausgewählte Sitzmöbel, darunter ein Armlehn- und ein Spielstuhl, dazu ein, verschiedene Formen des Sitzens unmittelbar zu erproben.

 

Die Ausstellungsgestaltung wurde von Max Guderian entwickelt, die Ausstellungsgrafik stammt von Larissa Mantel. 

Standort
Standort
Steintorplatz 1, 20099 Hamburg
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–21:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Teilen