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Mülheim an der Ruhr

Tomas Kleiner. IM WIND

Vom 11. Oktober 2026 bis zum 29. März 2027 lädt das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr ein, die Ausstellung IM WIND von Tomas Kleiner im 2. Obergeschoss zu besuchen.

 

In der ersten musealen Einzelausstellung des Künstlers trägt uns der Titel »IM WIND« mitten ins Zentrum seines schöpferischen Universums. Das Phänomen des Windes, das »unsichtbare Etwas«, das für die Ausstellung zentral ist, spielt als formgebende Kraft mit den bewegten, sich in beständiger Transformation befindenden Arbeiten. Oftmals aus ephemeren oder wandelbaren Materialien bestehend, erleben wir die Werke in permanenter Veränderung – so als könnten sie sich nicht entscheiden, ob sie gerade entstehen, verschwinden oder sich einfach neu erfinden wollen. DER WIND ist unsichtbar – IM WIND hingegen steht man, positioniert sich und nimmt eine Haltung an. In diesem Sinne wird Wind zu einer verändernden Kraft. Die beständige Transformation der Werke verbindet sich mit der Vorstellung einer in der Luft liegenden Erwartung eines aufkommenden Sturms, eines bevorstehenden Ereignisses, das sich in verschiedenen Zeichen ankündigt. Der Wind wird als formgebende Kraft neben dem Künstler zu einem Mitgestalter des Werkes. Die Fallschirmskulpturen, die einst in den starken Winden der Küstenlandschaften – etwa in Bremerhaven oder am mexikanischen Pazifik – erprobt worden waren, erscheinen im musealen Raum zunächst zurückgenommen: hängend, ruhig, fast wie in einem Zustand des Wartens. Und doch tragen sie sichtbar das Potenzial in sich, jederzeit in Bewegung zu geraten und damit die Situation komplett zu verändern. Denn eine leichte Intervention genügt, um das Gleichgewicht zu verschieben. Was eben noch ruhig erschien, kann sich plötzlich beleben, sich aufbäumen.

 

»IM WIND« ist damit die Inszenierung eines Zustands, kein abgeschlossenes Bild. Es bedeutet, nicht im Festen, sondern im Dazwischen zu sein, im Übergang, in der Bewegung, im ständigen Sich-Verändern unter der Einwirkung von Kräften, die man nie ganz besitzt. Somit zeigt »IM WIND« einen offenen Prozess und fragt nach unserer Haltung, die wir einnehmen, da wir als sich bewegende Körper im Raum zu einem Teil des Gesamtgefüges werden. Die Werke entstehen im Zusammenspiel mit diesen Einflüssen, sie sind nie abgeschlossen, und ihre Bedeutung entsteht nicht im Festhalten, sondern im Mitgehen… im Fluss, im Wind sein! »IM WIND« stehen heißt nicht, ihm ausgeliefert zu sein, sondern sich zu ihm zu verhalten. Die eigene Position, wie man sich bewegt, wie man reagiert, wird entscheidend.

Diese Ausstellung endet in
159
Tage
2
Std
59
Min
33
Sek
Termine
Start11.10.2026
Ende29.03.2027
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–18:00
Mittwoch11:00–18:00
Donnerstag11:00–18:00
Freitag11:00–18:00
Samstag11:00–18:00
Sonntag11:00–18:00
Veranstaltungsort
Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr
Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr Synagogenplatz 1, 45468 Mülheim an der Ruhr

Das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr kann auf eine bewegte, gut hundertjährige Geschichte zurückblicken. Hervorgegangen ist es 1909 aus der Privatsammlung des Mülheimer Bürgers Robert Rheinen. Durch gezielte Ankäufe und eine stete Förderung der mit Mülheim eng verbundenen Künstler Werner Gilles, Arthur Kaufmann, Hermann Lickfeld, Otto Pankok, Heinrich Siepmann und Werner Graeff konnte es über Jahrzehnte verschiedene Sammlungsschwerpunkte aufbauen. Mit der Übergabe der hochkarätigen Sammlung des Mülheimer Nobelpreisträgers Karl Ziegler und seiner Frau an das Museum 1981, bildeten sich der Expressionismus und die klassische Moderne als Höhepunkt aus. Zeichnungen und Gemälde von Max Beckmann, Max Ernst, Lyonel Feininger, Ernst Ludwig Kirchner und Erich Heckel, Emil Nolde, Franz Marc und August Macke sind in den intimen Kabinetten des Altbaus des Museums zu sehen. Darüber hinaus besitzt das Museum als Schenkung des Mülheimer Arztes K. G. Themel eine der größten Heinrich Zille-Sammlungen außerhalb Berlins sowie ausgesuchte grafische Serien unter anderem von Ernst Barlach, Marc Chagall und Pablo Picasso. Seit 1994 residiert das Kunstmuseum im denkmalgeschützten Gebäude der ehemaligen Hauptpost im Zentrum Mülheims in unmittelbarer Nachbarschaft des Medienhauses. Es wurde von 1984 bis 1994 zu einem Museum umgebaut. Den sehenswerten Platz vor dem Museum gestaltete der bedeutende Bildhauer Otto Herbert Hajek 1977 als farbiges Relief mit Stadtzeichen und Brunnen. In wechselnden Ausstellungen stellt das Museum Künstler und Themen der Sammlung, aus Stadt und Region sowie zur klassischen Moderne und zur internationalen zeitgenössischen Kunst vor. Regelmäßige Malkurse, Kunstberatungen, Führungen, Künstlergespräche und eine Artothek ergänzen das Programm. Im Foyer des Museums, der ehemaligen Schalterhalle, bietet der vom Förderkreis betriebene Museumsshop eine große Auswahl an Geschenkartikeln an. Gefördert und unterstützt wird das Kunstmuseum von Kunstverein und Förderkreis.

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