Die gebürtige Norwegerin Verena Issel (*1982) hat neben Freier Kunst auch Klassische Philologie studiert, also Latein und Altgriechisch. Sie arbeitet als Professorin in Cottbus und als Künstlerin in Berlin. Ausstellungen und Artist-in-Residence-Programme führten sie in verschiedenste Länder weltweit. Und so sind auch ihre Werke von vielschichtigen Fundamenten und grenzenlosem Denken durchdrungen: Issel verbindet Inszenierung und Analyse, Material und Bedeutung, Gegenwart und Geschichte zu klugen, spielerischen Erzählungen.
In ihren Gemälden, Objekten und raumgreifenden Installationen richtet sie den Blick auf Dinge, die uns täglich begleiten, und lädt dazu ein, sie neu zu lesen. So wird bei Issel ein Bild von poppig-bunten Badelatschen zur Frage nach Konsum, Verantwortung und globalen Produktionsketten. Antike Säulen formt sie aus farbigem Schaumstoff nach, einem günstigen Material, mit dem so leicht das Sein mit dem Schein verwechselt werden kann. Für die Nischen und Kabinette des Kunsthauses entwickelt Issel ortsbezogene Raum-Bilder, die das Umfeld mit einem feinen Abstand betrachten und zugleich neu erfahrbar machen. Ihre Arbeiten erzählen mit Witz und Präzision davon, wie Individuum und Gesellschaft ineinandergreifen.
Nach zahlreichen internationalen Ausstellungen zeigt Verena Issel in Stade eine große Auswahl ihrer Werke der letzten Jahre und entwickelt neue Arbeiten direkt vor Ort.