läuft
Berlin

WIE BILDER UNS LESEN – Antonio Peña

Ausgehend von seiner eigenen afro-indigenen Herkunft beschäftigt sich Antonio Peña mit der Sichtbarkeit Schwarzer und indigener Menschen in Mexiko. In seinen Zeichnungen untersucht er, wie Bilder Vorstellungen von Zugehörigkeit und Identität prägen. Dafür greift er auf Bildmotive zurück, die aus rassistischen Darstellungen bekannt sind, überzeichnet und verfremdet sie. Humor und Ironie werden dabei zu Mitteln, um die Widersprüche und die Konstruktion solcher Zuschreibungen sichtbar zu machen. Peña verweist damit auf die Geschichte rassistischer Bildwelten und ihre fortdauernde Wirkung. Seine Arbeiten fragen danach, wie Menschen durch Bilder kategorisiert und auf bestimmte Merkmale reduziert werden. Zugleich machen sie sichtbar, dass solche Vorstellungen nicht selbstverständlich sind, sondern durch historische und gesellschaftliche Bildtraditionen geprägt werden.

 

Die Präsentation erweitert Eva Frankfurther – Das Leben malen um eine zeitgenössische Perspektive. Während Frankfurther Menschen jenseits gesellschaftlicher Zuschreibungen in ihrer Individualität in den Blick nimmt, untersucht Peña die Bildwelten, durch die solche Zuschreibungen entstehen und weitergegeben werden.

 

Künstler

 

Antonio Peña ist ein afro-indigener Künstler, Kurator und Kulturmanager aus Oaxaca, Mexiko. Seine künstlerische Praxis umfasst Zeichnung, Installation und textile Techniken. Darüber hinaus ist er im Museums- und Ausstellungsbereich tätig und arbeitet als Leiter der Ausstellungsgestaltung am Museo de Arte Contemporáneo y de las Culturas Oaxaqueñas (MACCO) in Oaxaca. Seine Arbeit beschäftigt sich mit den historischen Ursprüngen von Gewalt und deren kulturellen und gesellschaftlichen Auswirkungen.

Diese Ausstellung endet in
20
Tage
9
Std
24
Min
30
Sek
Termine
Start23.10.2026
Ende23.11.2026
Öffnungszeiten
Montag11:00–17:00
Dienstaggeschlossen
Mittwoch11:00–17:00
Donnerstag11:00–17:00
Freitag11:00–17:00
Samstag11:00–17:00
Sonntag11:00–17:00
Veranstaltungsort
Kunsthaus Dahlem
Kunsthaus DahlemKäuzchensteig 8–12, 14195 Berlin

Das unmittelbar am Grunewald in direkter Nachbarschaft des Brücke Museums gelegene historische Gebäude ist ein Ausstellungshaus für die Nachkriegsmoderne in Deutschland. Ein wesentlicher Schwerpunkt des Ausstellungshauses liegt auf der Präsentation plastischer Kunst, ergänzt durch Malerei, grafische Arbeiten sowie Fotografie. Dabei stehen insbesondere die Jahre 1945 bis 1961 im Fokus. Das Kunsthaus Dahlem hat seinen Sitz im ehemaligen Staatsatelier des Bildhauers Arno Breker. Breker (1900–1991) war während des »Dritten Reichs« neben Josef Thorak der bekannteste Bildhauer, der die nationalsozialistische Ideologie in seinen Werken zur Anschauung brachte. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde das ehemalige Atelier von Arno Breker erst von russischen Einheiten besetzt und dann von der US-­amerikanischen Besatzungsmacht als Lagerraum der PX-Shops genutzt. Nachdem die Amerikaner das Gebäude verlassen hatte, wurde es 1946 der städtischen Verwaltung übertragen und von Berliner Steinmetzinnung genutzt. Kurt Reutti, damaliger Mitarbeiter der Zentralstelle zur Erfassung und Pflege von Kunstwerken, schlug zudem vor, Teile des Ateliers für »bedeutende Bildhauer zur Ausführung größerer bildhauerischer Arbeiten« zur Verfügung zu stellen. Daraufhin zog 1949 Bernhard Heiliger (1915–1995) in den Ostflügel des Gebäudes. Heiliger war einer der wichtigsten Bildhauer der westdeutschen Nachkriegsmoderne. Eine repräsentative Auswahl seiner Werke steht heute im Garten des Kunsthaus Dahlem.