21 Okt. 2026

Zu den Sternen! Weltraum-Ausstellung im Arp Museum 2026

Zu den Sternen!: Das Arp Museum Rolandseck zeigt bis 10.1.2027 rund 100 Werke von Max Ernst bis Emma Talbot über Weltraum und Weltflucht. Infos & Tickets.

Zu den Sternen! Weltraum-Ausstellung im Arp Museum 2026

Was passiert, wenn Künstlerinnen und Künstler den Blick von der Erde lösen und ins All richten? Die Ausstellung „Zu den Sternen! Weltraum und Weltflucht seit der Moderne“ im Arp Museum Bahnhof Rolandseck geht dieser Frage nach. Sie läuft vom 10. Juli 2026 bis zum 10. Januar 2027 und ist ein Herbst- und Winterziel am Rhein für alle, die Kunst, Wissenschaft und große Menschheitsfragen zusammendenken möchten.

Der Weltraum als Projektionsfläche: Worum es in der Ausstellung geht

Der Weltraum diente schon immer als Projektionsfläche für Sehnsüchte und Utopien. Angesichts globaler Krisen verspricht er bis heute die Vision einer anderen Existenz. Das Arp Museum greift diese Spannung auf. Rund 100 Werke von der Moderne bis zur Gegenwart zeigen, wie kosmische Aufbruchsvisionen und die Auflösung irdischer Grenzen das künstlerische Denken geprägt haben. Die Schau trägt dabei den Untertitel „Weltraum und Weltflucht“. Der Blick in den Kosmos erzählt also von Himmelsträumen und ebenso von der eigenen Gegenwart und Zukunft.

Kuratiert wurde die Ausstellung von Museumsdirektorin Julia Wallner gemeinsam mit der wissenschaftlichen Assistentin Helene von Saldern. Der Schwerpunkt liegt auf Arbeiten ab 1920. Es gibt aber auch frühere Annäherungen an kosmische Vorstellungen. Ein dramaturgischer Spannungsbogen führt von der Sehnsucht bis zum Kontrollverlust und von wissenschaftlicher Neugier bis zum kulturellen Nachhall technologischer Versprechen.

Vom Weltuntergang zur Weltraumkritik: Der historische Bogen

Anfang des 20. Jahrhunderts: Halleyscher Komet und kosmische Ängste

Am Anfang des 20. Jahrhunderts schien das Ende der Welt nahe. Der Halleysche Komet und die befürchtete Kollision mit der Erde weckten Ängste und Sehnsüchte zugleich. Mechanisierung und Rationalisierung ließen die Projektion des Irdischen ins All in den Künsten aufblühen. Reisen in den Weltraum waren theoretisch denkbar geworden, und das astronomische Wissen wuchs stetig.

Seit den 1980er-Jahren: Kritik am Fortschrittsglauben

Seit den 1980er-Jahren wächst die Kritik an den scheinbar grenzenlosen Möglichkeiten der Raumfahrt. Der Hoffnung auf alternatives Leben auf einem anderen Planeten steht zunehmender Kulturpessimismus gegenüber. Die Einsicht in die Endlichkeit unserer Lebensressourcen, in menschliche Hybris und Fehlverhalten, führt zu neuen Diskursen in der Kunst. Genau diese Brüche macht die Ausstellung sichtbar.

Künstlerinnen und Künstler: Von Max Ernst bis Emma Talbot

Die Liste der beteiligten Positionen ist breit gefächert. Zu den prominenteren Namen zählen:

  • Max Ernst und Joan Miró, zwei Wegbereiter surrealer Traumwelten
  • El Lissitzky und Lucio Fontana, die Raum und Kosmos neu dachten
  • Sophie Taeuber-Arp und Hans (Jean) Arp, das Künstlerpaar, dem das Haus gewidmet ist
  • Hannah Höch, deren Collage „Loch im Himmel“ von 1965 zur Ausstellung gehört
  • Katharina Sieverding, Yael Bartana und Emma Talbot als zeitgenössische Stimmen
  • Wenzel Hablik, Johannes Molzahn, Walter Dexel und Michael Buthe
  • Liesl Karlstadt und Karl Valentin, die den Weltraum mit Humor betrachten

    Dazu kommen medial ganz andere Arbeiten, etwa das Video „Bored Astronauts on the Moon“ (2011) von John Wood und Paul Harrison. Es zeigt, dass der Griff nach den Sternen auch Langeweile und Ironie hervorbringen kann. So reicht der Bogen von konstruktivistischen Raumentwürfen über surreale Visionen bis zu gegenwärtigen Fragen nach Klima, Ressourcen und der Zukunft der Menschheit.

    Warum sich der Besuch lohnt

    Die Ausstellung macht deutlich, dass Weltraumkunst weit mehr ist als Science-Fiction-Ästhetik. Sie fragt, was wir uns vom All erhoffen und wovor wir fliehen wollen. Das ist ein Thema, das Kunstkenner ebenso anspricht wie Neugierige, die bisher wenig Berührung mit der Moderne hatten. Dank der Verbindung von Kunst und Wissenschaft eignet sich die Schau auch für gemeinsame Besuche mit Jugendlichen und Familien. Begleitend bietet das Haus Führungen an, darunter öffentliche Rundgänge durch Museum und aktuelle Ausstellungen sowie Formate für Studierende. Das aktuelle Programm finden Sie auf der Ausstellungsseite des Museums.

    Auch der Ort trägt zum Erlebnis bei. Der weiße Neubau von Richard Meier thront auf den Rheinhöhen oberhalb des klassizistischen Bahnhofs Rolandseck aus dem 19. Jahrhundert. Beide Gebäude verbindet ein Tunnel unter den Gleisen. Auf den Höhen über dem Rhein trifft die amorphe Formenwelt der Skulpturen von Arp auf die geometrisch klare Architektur Meiers. Und der Blick über das Rheintal ist für sich schon eine kleine Reise ins Weite.

    Praktische Infos zum Besuch

    Adresse und Anfahrt

    Arp Museum Bahnhof Rolandseck, Hans-Arp-Allee 1, 53424 Remagen. Der Bahnhof Rolandseck liegt direkt am Museum. Nahverkehrszüge aus Richtung Köln, Bonn und Koblenz halten hier stündlich. Das ist die bequemste Anreise ohne Auto.

    Öffnungszeiten

    Dienstag bis Sonntag sowie an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr. Montags ist das Museum geschlossen. Am 24. und 31. Dezember sowie an Rosenmontag bleibt es ebenfalls zu. Die aktuellen Zeiten stehen auf der Seite zu Öffnungszeiten und Preisen.

    Eintrittspreise

    • Erwachsene: 12 €, ermäßigt 9 €
    • Familienkarte: 18 € (zwei Erwachsene und 1 bis 6 Kinder bis 18 Jahre)
    • Kinder bis 12 Jahre: frei
    • Jahreskarte: 60 €

      Das Ticket gilt für den ganzen Tag und schließt alle Sonderausstellungen sowie die Arp-Sammlung ein. Wer vorab im Onlineshop kauft, nutzt es zugleich als Kombi-Ticket für die Hin- und Rückfahrt mit Bussen und Nahverkehrszügen im Verkehrsverbund Rhein-Mosel (2. Klasse). Am Museumsdienstag gibt es ermäßigten Eintritt für alle. Studierende, Auszubildende und Inhaber der RLP-Familienkarte kommen dann kostenlos hinein. Tickets erhalten Sie im Online-Ticketshop.

      Einkehr und Barrierefreiheit

      Im historischen Bahnhof lädt das Restaurant Interieur No. 253 im ehemaligen Wartesaal erster Klasse zu moderner Küche mit regionalen und internationalen Akzenten ein. Eine Reservierung ist erforderlich, und ein Besuch ist auch ohne Museumsticket möglich. Der Zugang zum Restaurant ist barrierefrei. Das Museum bietet je nach Ausstellung zudem inklusive Angebote für Menschen mit besonderen Einschränkungen. Informieren Sie sich vor Ihrem Besuch direkt beim Haus unter [email protected].

      Fazit: Jetzt den Aufbruch ins All wagen

      „Zu den Sternen!“ ist eine Ausstellung, die den Blick nach oben mit klugen Fragen an die Gegenwart verbindet. Sie lässt sich als ästhetische Entdeckungsreise genießen und als Denkanstoß über unsere Zukunft auf der Erde verstehen. Bis zum 10. Januar 2027 bleibt Zeit, sie zu sehen. Planen Sie Ihren Besuch am besten für einen Tag mit Rheinblick, kombinieren Sie ihn mit einem Rundgang durch die Arp-Sammlung und einer Pause im Bahnhofsrestaurant. Sichern Sie sich Ihr Ticket und starten Sie Ihre Reise zu den Sternen in Remagen.

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