Hamburg
Museum

Deichtorhallen Hamburg

Deichtorstraße 1–2, 20095 Hamburg

Die Deichtorhallen Hamburg widmen sich der zeitgenössischen Kunst und der Fotografie. Mit ihren drei Häusern – Halle für aktuelle Kunst, Haus der Photographie und Sammlung Falckenberg – an zwei Standorten und einer Ausstellungsfläche von 10.000 qm sind sie eines der größten Ausstellungshäuser dieser Art in Europa.

 

Die Ausstellungen in den Deichtorhallen bilden die unmittelbare Gegenwart ab, überschreiten dabei Grenzen und Genres. Im Zusammenspiel mit der außergewöhnlichen Architektur der drei Ausstellungshäuser entstehen spektakuläre Ausstellungen auf hohem Niveau, die oftmals in Kooperation mit internationalen Museen umgesetzt werden.

 

Mit der Sammlung F.C. Gundlach und der Sammlung Falckenberg stehen den Deichtorhallen Hamburg zwei der größten Hamburger Privatsammlungen als Dauerleihgaben zur Verfügung.

Veranstaltungen und Ausstellungen

05.06.26 - 01.11.26

AKOSUA VIKTORIA ADU-SANYAH – RESIDUAL SKY UNDER CONTAMINATION | 9. TRIENNALE DER PHOTOGRAPHIE HAMBURG

Großformatige, von Hand entwickelte Farbabzüge sind charakteristisch für die künstlerische Arbeit von Akosua Viktoria Adu-Sanyah (*1990). In manuellen und chemischen Prozessen verschiebt und erweitert die deutsch-ghanaische Künstlerin die Grenzen der Fotografie. Indem sie die flüchtigen Zustände der analogen Entwicklung – sonst nur in der Dunkelkammer erlebbar – in den Ausstellungsraum überträgt, macht sie das Ungesehene, Latente und Prozesshafte des Mediums wahrnehmbar.

 

Ausgangspunkt für ihre aktuellen Arbeiten sind historische Fotografien aus der British Empire & Commonwealth Collection in Bristol, aufgenommen am Geburtsort ihres Vaters im heutigen Ghana. Auf der Suche nach alternativen Erzählungen löst sie Himmel, Baumkronen und Landschaften aus ihrem kolonialen Kontext und überträgt diese geborgenen Naturfragmente auf Farbnegative.

 

Ein wiederkehrendes Bild in ihrer Arbeit ist ein Porträt ihres Urgroßvaters Wilhelm Schlüter in der deutschen Luftwaffe. »Für mich fungiert dieses Foto weniger als historisches Dokument denn als eine Art Geist. […] Es stellt eine strukturelle Störung in meiner eigenen Existenz dar«, so die Künstlerin.

 

Die Dunkelkammer dient bei ihr nicht nur als Produktionsort, sondern als Raum der Reflexion, in dem Erfahrungen, Beziehungen und Erinnerungen Form annehmen, noch bevor sie vollständig sichtbar werden. RESIDUAL SKY UNDER CONTAMINATION zeigt rund 20 neue großformatige Werke, die sich installativ an und gegen den Ausstellungsraum lehnen.

 

Kuratiert von Nadine Isabelle Henrich, Kuratorin des Haus der Photographie.

Kuratorische Assistenz: Viktoria Rochambeau, kuratorisches Volontariat am Haus der Photographie

 

Zur Ausstellung erscheint im Rahmen der 9. Triennale der Photographie ein Leporello mit einer neuen Arbeit sowie einem Interview mit Akosua Viktoria Adu-Sanyah.

 

 

Über Akosua Viktoria Adu-Sanyah

 

Akosua Viktoria Adu-Sanyah (geb. 1990) ist eine deutsch-ghanaische Künstlerin, die in Zürich lebt. Sie arbeitet mit fotografischen Objekten, Installationen, Malerei und prozessorientierter Bildentwicklung. Zu ihren jüngsten Einzelausstellungen zählen »no flowers« im Centre culturel suisse. Paris, »Residual Sky« im Kunsthaus Glarus, »Corner Dry Lungs« im MMK – Museum für Moderne Kunst in Frankfurt am Main und »The House Is a Body« beim Bristol Photo Festival sowie Präsentationen auf der Art Basel Hong Kong und im Foam Museum Amsterdam. Sie ist Preisträgerin des Swiss Art Award. Ihre Werke befinden sich in öffentlichen Sammlungen, darunter im Kunsthaus Zürich, im MMK und im Stedelijk Museum.

 

 

DARK ROOMS, ANALOGUE FREQUENCIES

 

Gemeinsam mit der Hochschule für bildende Künste Hamburg richten wir ein offenes Schwarz-Weiß-Fotolabor mit Dunkelkammer als Teil der Ausstellung ein. Das begleitende Workshop-Programm schafft Raum für Begegnung, Annäherungen und Widersprüche und reagiert auf den Wunsch nach Gemeinschaft und Materialität. Im Fokus stehen dabei die emotionalen, entschleunigten und versöhnenden Qualitäten analoger Fotografie: In ihrem Werden und Vergehen eröffnen sich alternative Zeitlichkeiten und widerständige Zukünfte.

05.06.26 - 01.11.26

ABDULHAMID KIRCHER – ROTTING FROM WITHIN | 9. TRIENNALE DER PHOTOGRAPHIE HAMBURG

Der deutsch‑türkische Künstler Abdulhamid Kircher (*1996) setzt sich in seiner analogen fotografisch-installativen Arbeit mit den Folgen von Patriarchat und Gewalt sowie mit der Suche nach Versöhnung und Nähe auseinander. Seine Arbeit versteht er als fragmentarisches, lebendiges Familienalbum. Er umkreist dabei die Abwesenheit des Vaters, eine Leerstelle, die zur Sehnsuchts- und Projektionsfläche wird. »Vielleicht bin ich es, der ihn zuerst lieben muss«, so Abdulhamid Kircher

 

Die Ausstellung ROTTING FROM WITHIN empfängt Besucher:innen mit einem wuchernden Panorama aus Fotografien, Texten und Archivmaterial. Die neu entwickelte, 9 Meter breite und über 2 Meter hohe Installation verwebt Szenen, Begegnungen und Abschiede zwischen Berlin und der Türkei, aus denen sich puzzleartig die Dynamik einer Vater-Sohn-Beziehung zusammensetzt. In dieser Präsentation erweitert Abdulhamid Kircher den Fokus auch um seinen Großvater väterlicherseits.

 

Die Vater-Sohn-Konstellationen in den Aufnahmen erzählen von Einsamkeit, Sucht, Gewalt und Verletzungen, aber auch von Annäherung, Rausch, Berührung und Trauer. Kirchers Bildsprache – intensive Farben, kontrastreiche Lichtstimmungen und emotionale Frequenzen – verstärkt die Unmittelbarkeit und Verletzlichkeit seiner Motive. Die Dunkelkammer wird dabei zum Denk‑ und Erfahrungsraum, in dem Erinnerungen, Beziehungen und persönliche Geschichten sichtbar werden. 

 

Kuratiert von Nadine Isabelle Henrich, Kuratorin des Haus der Photographie.
Kuratorische Assistenz: Viktoria Rochambeau, kuratorisches Volontariat, Haus der Photographie

 

Zur Ausstellung erscheint im Rahmen der 9. Triennale der Photographie ein Leporello mit Bildsequenzen aus Abdulhamid Kirchers Familienarchiv und Arbeiten aus der Serie Rotting from Within sowie einem Text von Nadine Isabelle Henrich.

 

 

Über Abdulhamid Kircher

 

Abdulhamid Kircher (*1996) wurde als Sohn deutscher und türkischer Eltern in Berlin geboren und wanderte im Alter von acht Jahren mit seiner Mutter in die Vereinigten Staaten aus. Er schloss 2018 sein Studium der Kultur- und Medienwissenschaften an der New School mit einem Bachelor of Arts ab und erwarb 2022 einen Master of Fine Arts in Bildender Kunst an der University of California in San Diego. Kirchers Fotobücher Rotting from Within (2024) und New Genesis (2026) erschienen bei Loose Joints, Marseille. Er wurde mit dem Grand Prix Images Vevey 2025/2026 und dem Hamburger Bahnhof Studio Award 2026 ausgezeichnet. Der Künstler lebt in New York City und Berlin. 

 

 

DARK ROOMS, ANALOGUE FREQUENCIES

 

Gemeinsam mit der Hochschule für bildende Künste Hamburg richten wir ein offenes Schwarz-Weiß-Fotolabor mit Dunkelkammer als Teil der Ausstellung ein. Das begleitende Workshop-Programm schafft Raum für Begegnung, Annäherungen und Widersprüche und reagiert auf den Wunsch nach Gemeinschaft und Materialität. Im Fokus stehen dabei die emotionalen, entschleunigten und versöhnenden Qualitäten analoger Fotografie: In ihrem Werden und Vergehen eröffnen sich alternative Zeitlichkeiten und widerständige Zukünfte. 

10.10.26 - 04.04.27

Joyce Pensato: Eyes For You

Mit ihrem wuchtigen, gestischen Malstil wurde die New Yorker Künstlerin Joyce Pensato zur Ikone der Verbindung von US-amerikanischer Popkultur und abstraktem Expressionismus. Mickey, Donald, Batman, »The Simpsons« oder »South Park« – durch Pensatos subversive Aneignung offenbaren die vertrauten Comic- und Cartoonfiguren eine dunkle, oft unheimliche und zugleich emotional berührende Seite. EYES FOR YOU ist die erste große institutionelle Einzelausstellung in Europa, die der Künstlerin seit ihrem Tod im Jahr 2019 gewidmet ist.

 

Die Ausstellung EYES FOR YOU zeichnet die Entwicklung von Joyce Pensatos Schaffen nach – von den frühen Stillleben und Batman-Zeichnungen der 1970er Jahre, die noch stark von ihrer Ausbildung an der New York Studio School und dem dort vorherrschenden Abstrakten Expressionismus geprägt waren, bis hin zu den großformatigen Schwarzweiß-Emaille-Gemälden der 1990er Jahre, in denen sie Zeichnung und Malerei erstmals zusammenführte. Diese Phase markiert einen entscheidenden Wendepunkt in ihrer künstlerischen Praxis: Auch der Wechsel von Öl zu Emaille eröffnete ihr neue Freiheiten in Geste, Material und Abstraktion.

Für die Stationen in Hamburg und im FRAC des Pays de la Loire (ab Frühjahr 2027) werden rund 20 Leihgaben aus der Ausstellung in Miami übernommen und um ein größeres Konvolut aus europäischen Sammlungen ergänzt. Pensatos subversive Aneignung von Comic- und Cartoonfiguren, die die Bildsprache und Mechanismen der Populärkultur hinterfragen, korrespondieren in besonderer Weise mit dem Counterculture-Schwerpunkt der Sammlung Falckenberg. Entsprechend wird die Hamburger Ausstellung durch eine begleitende Präsentation von Positionen aus der Sammlung ergänzt.

Die Ausstellung wird in Zusammenarbeit mit dem ICA Miami und dem FRAC des Pays de la Loire organisiert und wurde ursprünglich von Alex Gartenfeld, Irma and Norman Braman Artistic Director, Gean Moreno, Director, Art + Research Center, sowie Stephanie Seidel, Monica and Blake Grossman Curator, ICA Miami, kuratiert.

In Zusammenarbeit mit der Joyce Pensato Foundation.

Standort
Halle für aktuelle Kunst
Deichtorstraße 1–2, 20095 Hamburg
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–18:00
Mittwoch11:00–18:00
Donnerstag11:00–18:00
Freitag11:00–18:00
Samstag11:00–18:00
Sonntag11:00–18:00
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