Das Jüdische Museum Berlin gehört zu den herausragenden Institutionen in der europäischen Museumslandschaft. Mit seiner 2020 neu eröffneten Dauerausstellung und den Wechselausstellungen, seinen Sammlungen, dem Veranstaltungsprogramm und der W. Michael Blumenthal Akademie sowie den digitalen und pädagogischen Angeboten ist das Museum ein lebendiger Ort des Dialogs und der Reflexion jüdischer Geschichte und Gegenwart in Deutschland. ANOHA, die Kinderwelt des JMB, erzählt als spielerisches Erlebnisangebot für Kinder die Geschichte der Arche Noah.
Unsere Ausstellungen, Veranstaltungen und das vielfältige Programm wenden sich an ein breites Publikum aus Deutschland und der ganzen Welt. Unsere Sammlungen wachsen beständig, auch dank vieler Stifter:innen aus dem In- und Ausland.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Bildungsarbeit: Das umfangreiche pädagogische Angebot, die Forschungsmöglichkeiten in Bibliothek und Archiv sowie das Veranstaltungsprogramm richten sich an Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Neben Führungen und Workshops finden Vorträge und Konferenzen, Konzerte und Lesungen sowie ein jährlicher Kultursommer statt. Besonders facettenreich sind auch unsere digitalen Programme, wozu der Internetauftritt des Museums, die JMB App, vielfältige Online-Features zu jüdischen Themen, Online-Publikationen, Online-Sammlungen und eine Mediathek gehören.
Die W. Michael Blumenthal Akademie bietet mit ihren Programmen eine Plattform für die Diskussion und Reflexion über die vielfältigen Fragen, welche die Arbeit eines Museums für deutsch-jüdische Geschichte und Kultur aufwirft. Sie ist auch ein Ort für Begegnungen und Kooperationen, wo neben jüdischen Perspektiven auch jene anderer religiöser und ethnischer Minderheiten Raum finden.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Claude Lanzmann. Die Aufzeichnungen
Zum 100. Geburtstag von Claude Lanzmann (1925–2018) – dem herausragenden französischen Journalisten, Filmemacher und Chronisten der Schoa – präsentiert das Jüdische Museum Berlin eine Ausstellung, die Geschichte hörbar macht. Zum ersten Mal wird das Audio-Archiv zu Lanzmanns weltberühmtem Dokumentarfilm Shoah (1985) öffentlich zugänglich.
Die Sammlung umfasst 152 bisher unbekannte Magnettonkassetten. Sie dokumentieren die zahlreichen Gespräche, die Lanzmann und seine Assistentinnen Corinna Coulmas und Irena Steinfeldt in den 1970er Jahren während einer mehrjährigen Recherchephase vor Beginn der Dreharbeiten führten – mit Überlebenden, Tätern und Dritten. Zusammen mit dem Film, der vor 40 Jahren Geschichte schrieb, zählt das Archiv seit 2023 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Shoah ist nicht nur ein Meilenstein der Filmgeschichte – es ist ein eindringliches, unverzichtbares Zeugnis von der Schoa. Das Lanzmann-Audio-Archiv gewährt einen tiefen Einblick in Lanzmanns Arbeitsweise und die Entstehung seines epochalen Werks. Die einzigartigen Tondokumente stehen im Zentrum der auditiv erkundbaren Ausstellung und werden ergänzt durch Objekte, Dokumente und Filmaufnahmen.

