Das Kunstmuseum Pablo Picasso Münster ist Deutschlands einziges Picasso-Museum. Es beherbergt die weltweit umfangreichste Sammlung der Lithografien Pablo Picassos sowie weitere Picasso-Bestände in verschiedenen künstlerischen Techniken und aus unterschiedlichen Schaffensperioden. Große Werkkonvolute seiner künstlerischen Mitstreiter Georges Braque, Marc Chagall, Joan Miró und Henri Matisse gehören ferner zu den Schätzen des Museums.
In wechselnden Ausstellungen beleuchtet das Picasso-Museum das facettenreiche Werk des Spaniers, indem es sein grafisches Schaffen in Dialog zu Malerei und Skulptur stellt. Solchen Querbezügen gehen auch die seinen künstlerischen Weggefährten gewidmeten Ausstellungen des Museums nach. So ist es – ganz im Sinne seines Namenspatrons – ein Haus des beständigen Wechsels, das mehrfach im Jahr mit Sonderausstellungen lockt.
2010 wurde das Museum anlässlich seines 10-jährigen Jubiläums von Graphikmuseum Pablo Picasso Münster in Kunstmuseum Pablo Picasso Münster umgetauft. Im Frühjahr 2020 empfing das Haus am Picassoplatz seine 1.5 Mio. Besucherin.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Barbara Hepworth – Art & Life
Barbara Hepworth (1903–1975) ist eine der einflussreichsten britischen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Sie stand an der Spitze der internationalen Avantgarde, war zutiefst spirituell und engagierte sich leidenschaftlich für politische und technologische Veränderungen.
Geboren in Wakefield, Yorkshire, zog sie 1939 nach St. Ives in Cornwall, wo sie bis zu ihrem Lebensende lebte und arbeitete. Ihre Werke offenbaren eine einzigartige Vision von Kunst und Leben, in der sie ihre Interessen für Musik, Tanz, Wissenschaft, Raumfahrt, Politik und Religion mit persönlichen Ereignissen und Erfahrungen verbindet.
Die Ausstellung präsentiert rund 90 ihrer Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen, Drucke und Entwürfe aus über fünf Jahrzehnten Schaffenszeit. Sie wird organisiert vom The Hepworth Wakefield und ist zuvor im Sommer 2025 in der Fondation Maeght in Saint-Paul de Vence zu sehen. Barbara Hepworth erweiterte die Möglichkeiten der Skulptur und den Zweck der Kunst in der modernen Gesellschaft. In ihren abstrakten und figurativen Werken drückt ein Großteil ihrer Kunst unsere Beziehungen zueinander und zu unserer Umgebung aus und zeigt, wie Kunst unsere Wahrnehmung der Welt widerspiegeln und verändern kann.
The Blue Guitar – David Hockney trifft Pablo Picasso
Die Studioausstellung »The Blue Guitar – David Hockney trifft Pablo Picasso« im Kunstmuseum Pablo Picasso stellt Hockneys Serie »The Blue Guitar« den druckgrafischen Highlights Picassos gegenüber. Der Dialog ermöglicht einen intimen Einblick in Hockneys Hommage an den spanischen Künstler und erörtert die Einflüsse der verschiedenen Picasso-Werkphasen und deren Interpretation durch den britischen Künstler.
David Hockney (1937*) war schon in seiner Jugend begeisterter Anhänger des künstlerischen Schaffens Pablo Picassos. Nach eigener Aussage besuchte der britische Maler als Student am Royal Collage of Art in London im Jahr 1960 acht Mal hintereinander die große Picasso-Retrospektive in der Tate Gallery. Für Hockney stellte sich schon früh die Frage nach einer adäquaten Rezeption des Werkes des spanischen Jahrhundertkünstlers wie er gesprächsweise erklärte: »Ich hatte schon immer großes Interesse an Picasso gehabt, wusste jedoch nicht, wie ich damit umgehen sollte. Das geht wohl den meisten Künstlern so. Er erschien mir übermächtig, und seine Formen waren zu eigenwillig. Wie lernt man? Wie gebraucht man sie?«
Hockney – nach seinem Umzug nach Los Angeles gefeierter junger Künstler – lernte im Laufe der 1960er-Jahre den ebenfalls britischen Sammler, Kunstkritiker und Picasso-Intimus Douglas Cooper kennen, den Hockney ab 1967 regelmäßig auf dessen südfranzösischem Landsitz Château de Castille besuchte. Für sein Anwesen bat Cooper Picasso um die Ausgestaltung in Form von Zeichnungen, die der norwegische Künstler Carl Nesjar mit einem Sandstrahler großformatig auf die Wände der östlichen Veranda übertrug. Hockneys 1970 auf der Grundlage von Fotografien im Château de Castille entstandenen Gemälde bildeten die Initialzündung zur Auseinandersetzung mit dem Werk Picassos, die ihren Höhepunkt in dem zwischen 1976 und 1977 entstandenen 20-teiligen Radierzyklus »The Blue Guitar« fand.
Hockney, der Picasso nie persönlich kennenlernte, arbeitete nach Picassos Tod zwischen 1973 und 1976 eng mit dem Drucker Aldo Crommelynck zusammen, der gemeinsam mit seinem Bruder Piero zu den entscheidenden Begleitern von Picassos grafischem Spätwerk zählt, um die Techniken des spanischen Künstlers zu studieren.

