Wolfsburg
Museum

Kunstmuseum Wolfsburg

Hollerplatz 1, 38440 Wolfsburg

Minimal Art, Concept Art und Arte Povera markieren den zeitlichen Beginn der mittlerweile mehr als 900 Werke umfassenden Sammlung des Kunstmuseum Wolfsburg. Mit dem Start der Sammlungstätigkeit wurde als Zäsur das Jahr 1968 gewählt, das weltweit für gravierende gesellschaftliche und künstlerische Umbrüche steht.

 

Seit 2019 zielt die Neuausrichtung der international angelegten Sammlung auf die verstärkte Einbeziehung von Künstler:innen aus dem globalen Umfeld, die sich im Rahmen ihrer Arbeiten vor allem mit unterschiedlichsten Themenkomplexen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Gegenwart auseinandersetzen. Grundsätzlich wird weiterhin die Absicht verfolgt, sich auf wesentliche künstlerische Positionen zu beschränken und diese insbesondere durch Werkgruppen, Serien oder anhand eines repräsentativen Querschnitts durch das künstlerische Oeuvre anschaulich werden zu lassen. Den Medien Fotografie, Film bzw. Video sowie Installationen kommen seit Anbeginn eine besondere Bedeutung zu und werden auch weiterhin als zentrale Formen der Gegenwartskultur bei der Sammlungstätigkeit bevorzugt berücksichtigt. Digitale Formate spielen hierbei eine zunehmend bedeutsame Rolle.

 

Die Präsentation von einzelnen Werken der Sammlung erfolgt zumeist unter thematischen Gesichtspunkten innerhalb unserer großen Sonderausstellungen. Auch werden in unregelmäßigen Abständen Themenausstellungen aus dem Sammlungskonvolut heraus konzipiert. Durch den Verzicht auf Dauerpräsentationen werden die Werke in immer neuen inhaltlichen und ästhetischen Dialogen gezeigt und somit die Lebendigkeit der Sammlung bewahrt.

Veranstaltungen und Ausstellungen

19.09.26 - 17.01.27

Tell Me Where Home Is

Was verstehen Menschen heute unter Heimat? Existiert der umstrittene Heimatbegriff überhaupt noch in der Einzahl oder hat »Heimat« im 21. Jahrhundert als geografischer Ort ausgedient? Wie bilden Menschen immer wieder neue Heimaten?

 

Auch unseren globalisierten und digitalisierten Gesellschaften wohnt eine Sehnsucht nach »Heimat« inne – obwohl, oder gerade weil sie von Migrationsbewegungen und ständigem Wandel geprägt sind. Längst hat sich das Spektrum der Gründe für freiwillige und unfreiwillige Migration entgrenzt, und fortlaufende Prozesse der Heimatbildung sind zur gesellschaftlichen Normalität geworden.
Die zentrale Frage ist, ob und wie Menschen in diesen bewegten sozialen Gefügen mit all ihren Kontroversen Heimaten finden.

 

Hauser und Städte, Länder und Landschaften, Familie, Freund*innen und Gemeinschaften, Religion, Musik und Sprache, kulturelle Praktiken, Essen, digitale Plattformen oder soziale Netzwerke – im Spannungsfeld zwischen Erinnerung und Gegenwart können Heimaten verschiedene Formen annehmen. Tell Me Where Home Is untersucht diese Entwicklungen im globalen Spiegel der Kunst des 21. Jahrhunderts, in der sich zahlreiche Künstler:innen poetisch, metaphorisch oder direkt dringlichen Fragen rund um Heimaten, Migration und Zugehörigkeit stellen.

 

Mit rund 160 Kunstwerken und viel Platz zum Verweilen lädt Tell Me Where Home Is zum Nachdenken über persönliche und kollektive Heimatkonzepte und zu transkulturellen Begegnungen ein. Ziel der Ausstellung ist es, Verständnis für Traumata zwangsmigrierter Menschen zu wecken und die Akzeptanz von Vielfalt in der Bildung neuer Gemeinschaften anzuregen: Heimaten überall, für alle.

 

Einzelne Ausstellungsbereiche werden von den Kooperationspartner:innen, der Abteilung für Internationale Urbanistik und Entwerfen der Universität Stuttgart und dem Institut für Zeitgeschichte und Stadtpräsentation, Wolfsburg, aus »glokaler« Perspektive gestaltet. Ein fachübergreifender wissenschaftlicher Beirat begleitete die Entwicklung von Tell Me Where Home Is, zu der eine transdisziplinare, reich bebilderte Publikation entstanden ist (dt./engl., ca. 300 Seiten), in der namhafte Autor:innen sowie auch die teilnehmenden Künstler:innen zu Wort kommen. 39 € im Museumsshop und online.

 

Künstler:innen: Bani Abidi, Nevin Aladağ, Halil Altındere, Kader Attia, Alkan Avcıoğlu, Yael Bartana, Birgit Brenner, Jenna Burchell, Ana Maria Caballero, Ishita Chakraborty, Tiffany Chung, Anna Ehrenstein, Alia Farid, Larissa Fassler, Gauri Gill, Patrick Goddard, Shilpa Gupta, Manaf Halbouni, Hannah Hallermann, Anawana Haloba, Jeppe Hein, Sky Hopinka, Pieter Hugo, Tao Hui, Courage Hunke, Nadira Husain, Evan Ifekoya, Alfredo Jaar, Hayv Kahraman, Šejla Kamerić, Bronwyn Katz, Kiluanji Kia Henda, Atiye Noreen Lax, Shannon T. Lewis, Christian Manss, Olaf Metzel, Cristina de Middel, Radenko Milak, Johnny Miller, Carlos Motta, Alex Müller, Hira Nabi, Marina Naprushkina, Shirin Neshat, Coco Olakunle, Grit Richter, Odur Ronald, Ritu Sarin &  Tenzing Sonam, Titus Schade, Diana Scherer, Abeer Seikaly, Mithu Sen, Tracey Snelling, Inga Somdyala, Nasan Tur, Duncan Wylie, Lu Yang, Ciğdem Yüksel, Julia Zejn, 0001 (Kollektiv)

 

Kuratorin: Uta Ruhkamp
Kuratorische Assistenz: Linus Jantzen und Anne Rybka

Standort
Standort
Hollerplatz 1, 38440 Wolfsburg
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag11:00–18:00
Sonntag11:00–18:00
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