München
Museum

Münchener Stadtmuseum

Sankt-Jakobs-Platz 1, 80331 München

Bürgerliches Selbstbewusstsein und Mäzenatentum führten 1888 zur Gründung des Münchner Stadtmuseums. Seitdem ist aus dem anfänglichen Heimatmuseum ein vielgestaltiges und weltoffenes Museums- und Ausstellungszentrum geworden, in dem das Münchnerische und Bayerische ebenso zu Hause ist wie die Kulturgeschichte der modernen Welt.

 

Wie groß dieses Haus eigentlich ist, sieht man so richtig erst aus der Luft: Das riesige Areal besteht aus zwei geräumigen Innenhöfen, die von vier höchst unterschiedlichen Bauteilen eingerahmt werden. Das älteste Gebäude, das historische Zeughaus aus dem Jahr 1500, ist zwar zum St.-Jakobs-Platz hin orientiert, berührt aber auch den Rindermarkt mit dem vom Architekten Gustav Gsaenger Ende der 1950er Jahre errichteten Sammlungstrakt und den Sebastiansplatz mit dem Nachbau des mittelalterlichen Marstallgebäudes aus dem Jahre 1977. Nicht allein wegen seiner Ausdehnung, auch dank seiner gewaltigen Sammlungen ist das Stadtmuseum das größte kommunale Museum in Deutschland. Der Wert seiner Bestände lässt sich in Zahlen nicht einmal ungefähr ausdrücken.

Veranstaltungen und Ausstellungen

15.05.25 - 18.04.27

What the City. Perspektiven unserer Stadt

»What the City. Perspektiven unserer Stadt« bringt aktuelle stadtgeschichtliche Themen aus fast allen Sammlungen des Hauses in einer Ausstellung zusammen. In zehn Kapiteln geht sie unter anderem Fragen zu Sicherheit, Armut, dem Kampf um Gleichberechtigung, Tradition und Wachstum in München nach. In der Ausstellung kommen Münchner:innen selbst zu Wort und Besucher:innen werden durch interaktive Mitmach- und Medienstationen eingebunden.

 

Für das Münchner Stadtmuseum ist die lange Schließzeit aufgrund der Generalsanierung Anlass für eine umfassende Neukonzeption. Im Zuge dessen werden die künftigen Dauerausstellungen erarbeitet und innovative Sonderausstellungen entwickelt. Der Charakter des Museums, die Programmgestaltung und seine Rolle in der Stadt werden grundlegend neu gedacht. Als einen der ersten Schritte auf diesem Weg nutzt das Museum die Gelegenheit, die spätgotische Erdgeschosshalle im ehemaligen Zeughaus zu bespielen. Der Ausstellungsraum erhält einen neuen Eingang und öffnet sich durch den Aufbruch des historischen Zugangs direkt zum St.-Jakobs-Platz. So entstehen neue Sichtachsen und Bezüge zum Stadtraum sowie zu den benachbarten Kulturinstitutionen. Durch eine neu verbaute Ebene ist das Zeughaus nun barrierefrei zugänglich. In der laborhaften Ausstellung »What the City. Perspektiven unserer Stadt« werden verschiedene partizipative und barrierefreie Ansätze erprobt, deren Ergebnisse in die Überlegungen zur Neugestaltung des Museums miteinfließen.

 

München hält stark an Traditionen fest – und doch ist sie eine Stadt im Wandel. Während sie sich als weltoffene Metropole präsentiert, waren und sind es vor allem die Münchner:innen, die ihre Stadt prägen und sie immer wieder neugestalten. Das Münchner Stadtmuseum kooperiert deshalb für »What the City« mit zahlreichen Initiativen und Privatpersonen.

 

Zehn Kapitel – sogenannte Cities – beleuchten verschiedene Facetten der bayerischen Landeshauptstadt. Dabei stehen zentrale aktuelle Fragen im Raum, die vor dem historischen Hintergrund erörtert werden.

 

Wie gerecht ist das soziale Gefüge der Stadt, die als die sicherste Großstadt Deutschlands gilt, aber Obdachlose von öffentlichen Plätzen verbannt? Welchen Einfluss hatte das immense Bevölkerungswachstum der letzten Jahrzehnte auf den Wunsch, das prägende Stadtbild zu erhalten? Wie geht es Kunstschaffenden in dieser teuren Stadt, in der ein eigenes Atelier zum umkämpften Luxusgut wird? Welche Bedeutung haben antirassistische Bewegungen oder die queere Community für die Identität der Stadtgesellschaft? Verschiedene Herausforderungen der Gegenwart werden diskutiert, wie die Balance zwischen den Bedürfnissen einer modernen Großstadt und dem Umweltschutz oder der Wandel des Nachtlebens. In der Ausstellung kommen die Münchner:innen auch selbst zu Wort.

 

Im abschließenden Kapitel »My City« stehen Menschen im Fokus, die sich für eine demokratische, vielfältige, nachhaltige, friedliche oder inspirierende Zukunft Münchens einsetzen. In regelmäßigen Abständen wird mit dem Projekt »Mein Ding für die Zukunft der Stadt« ein neues Objekt vorgestellt, das für unsere Gesprächspartner:innen bereits heute ihre Vision von einer wünschenswerten Zukunft verkörpert. Dieses Ausstellungsmodul wird laufend erweitert. Initiativen oder engagierte Privatpersonen können sich hierfür bewerben unter E-Mail: [email protected].

 

»What the City« eröffnet einen Raum für Austausch und Diskussion. Neben ausgewählten Exponaten sorgen interaktive Mitmach- und Medienstationen für ein vielfältiges und spannendes Ausstellungserlebnis. Einige der Mitmach-Stationen sind taktil gestaltet und für blinde und seheingeschränkte Menschen selbstständig erfahrbar. Besucher:innen sind eingeladen, sich aktiv einzubringen. Neben deutsch und englischen Wandtexten gibt es in jedem Kapitel einen Wandtext in Einfacher Sprache. Eine WebApp erweitert den analogen Ausstellungsraum digital und bietet die Möglichkeit, sich weiter in die Themen zu vertiefen. Für Gehörlose werden in der App die einzelnen Ausstellungsabschnitte in deutscher Gebärdensprache vermittelt. Eine eigene Audiospur in der App begleitet blinde und seheingeschränkte Menschen durch die Ausstellung.

09.05.26 - Auf unbestimmte Zeit

Münchner Fotogeschichten: Die Warenhausfotografie Hermann Tietz

Außenraumpräsentation in der Schützenstraße seit Mai 2025

 

In den ersten Dekaden des 20. Jahrhunderts war die Schützenstraße, die den Bahnhofsvorplatz mit dem Karlsplatz (Stachus) verbindet, Flaniermeile für Reisende, Schaulustige und Kaufwütige. Sie war das Entrée zur heutigen Fußgängerzone; es galt zu sehen und gesehen zu werden. Kein Wunder also, dass sich auf engem Raum ein regelrechtes Fotografenviertel entwickelte, in dem diese Fremden wie Einheimischen ihre Dienste anboten. 

 

Ein besonderes Studio unter den vielen um Kundschaft und Publikum buhlenden Ateliers war die »Photographische Abteilung Hermann Tietz«, die von 1905 bis vermutlich 1922 im Warenhaus Hermann Tietz (später Hertie, dann Karstadt, zuletzt Galeria Karstadt Kaufhof) ihre Dienste anbot. Im Kaufhaus war das fotografische Bild eine Ware von vielen, die für jede Altersgruppe passend konfektioniert wurde. Die Warenhausfotografie fügte sich sowohl in die anderen Angebote des Hauses ein wie Lebensmittel, Kleidung oder Kleinmöbel, als auch in die anderen Tietz-Filialen in Berlin, Hamburg oder Stuttgart, in denen ebenfalls Fotostudios unter dem Firmennamen operierten. Die Geschichte der Münchner Photographischen Abteilung Hermann Tietz wird in einer Außenraumpräsentation an einem über 160 Meter langen Bauzaun erzählt, der den Ort des Geschehens, das ehemalige Warenhaus in der Schützenstraße, einrüstet. Damit wird ein besonderes Kapitel der hiesigen Mediengeschichte vorgestellt, von der einige Münchner:innen ein Teil gewesen sind – vielleicht entdecken Passant:innen in den Bildern Verwandte oder Bekannte aus der Generation ihrer Eltern- und Großeltern wieder.

 

Die Präsentation ist Teil des Projekts Münchner Fotogeschichten, das in unregelmäßiger Folge die fotografischen Geschichten Münchens in den Blick nimmt. Münchner Fotogeschichten ist ein Projekt der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums. 

Standort
Standort
Sankt-Jakobs-Platz 1, 80331 München
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag11:00–19:00
Mittwoch11:00–19:00
Donnerstag11:00–19:00
Freitag11:00–19:00
Samstag11:00–19:00
Sonntag11:00–19:00
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