Künzelsau
Museum

Museen Würth

Reinhold-Würth-Straße 15, 74653 Künzelsau

Kunst & Kultur gehören untrennbar zum Unternehmen Würth. Ihre starke Präsenz und die vielfältigen Aktivitäten sind Ausdruck gelebter Unternehmenskultur. Dreh- und Angelpunkt ist die Sammlung Würth, die Reinhold Würth seit den 1970er-Jahren aufbaut.

 

Die Sammlung Würth umfasst Werke vom Spätmittelalter bis zur Moderne und Gegenwart – vor allem Malerei und Skulptur. Sie zählt zu den bedeutendsten privaten Kunstsammlungen Europas. Auch außerhalb der unternehmenseigenen Ausstellungshäuser ist sie in Museen und an öffentlichen Orten weltweit präsent.

 

Was Reinhold Würth in seiner bald 60-jährigen Sammelleidenschaft zusammengetragen hat, umfasst rund 500 Jahre Kunstgeschichte – Werke vom späten Mittelalter bis zum frühen 21. Jahrhundert. Süddeutsche Renaissanceportraits finden sich ebenso darunter wie Objekte von höfischem Glanz und handwerklicher Bravour, eine Sammlung zauberhafter Ankündigungsplakate traditioneller süditalienischer Puppentheater (»Opera dei«) und internationale Krippen ebenso wie ganze Werkblöcke von Anselm Kiefer, Max Ernst oder auch Christo und Jeanne-Claude.

 

 

Ausstellungsorte

 

Besondere Anziehungspunkte in Schwäbisch Hall sind die Kunsthalle Würth seit 2001 und die Johanniterkirche mit den Alten Meistern seit 2008. Am Firmensitz der Würth-Gruppe in Künzelsau öffnete 1991 das Museum Würth seine Pforten. 2020 folgte als jüngstes Haus das Museum Würth 2, integriert in das von David Chipperfield Architects entworfene Kultur- und Kongresszentrum Carmen Würth Forum. Ausstellungen im familiären Rahmen bietet die Hirschwirtscheuer. Daneben agieren seit 1999 Kunstdependancen in Europa.

Veranstaltungen und Ausstellungen

27.04.26 - 08.11.26

Das Prinzip Verwandlung – Gertrude Reum. Sammlung Würth und Leihgaben

In ihrem malerischen und bildhauerischen Werk umkreist Gertrude Reum kaum fassbare Phänomene wie Licht, Zeit, Bewegung und Raum. Nach realistisch-gegenständlichen Anfängen im malerischen Bereich, beschritt die Künstlerin beim plastischen Arbeiten völlig neue Wege.

 

Dabei spielt das Material eine große Rolle, welches zum Teil ungewöhnlich und anspruchsvoll ist, wie beispielsweise Zellstoff, ein industrielles Zwischenprodukt. Durch Aufritzen, Reißen, Befeuchten und Trocknen brachte sie Reliefs hervor, die archaisch, erdhaft und eruptiv wirken. Ansonsten dominieren die Metallarbeiten. Chromnickelstahl, Aluminium und Messing gehören zu Reums bevorzugten Werkstoffen. In hauchdünnen Schliffen trägt sie Lichtbahnen in das Metall ein, die – je nach Standort des Betrachters und Lichteinfalls – ein vibrierendes, sich veränderndes Bild erzeugen. Die konsequente Weiterentwicklung der Lichtlinien führte Reum schließlich zu ihren monumentalen Skulpturen aus Chromnickelstahl. Mehrere, teils sechs Meter hohe Rohre winden sich verästelt aufwärts in den Raum. Gerade mit diesen Spätwerken kreierte die 1926 in Saarbrücken geborene und 2015 in Buchen verstorbene Künstlerin jenen unverkennbaren Stil, der zu ihrer künstlerischen Signatur wurde.

 

Anlässlich des 100. Geburtstages würdigt das Museum Würth Gertrude Reum mit einer umfassenden Ausstellung und zeigt Werke aus allen Schaffensphasen.

13.10.25 - 02.04.28

FOCUS – Neue Blicke auf die Sammlung Würth

Offen für viele Formen künstlerischen Ausdrucks, vereint die Sammlung Würth Künstlerinnen und Künstler, die bereits Teil der Kunstgeschichte sind, und solche, die sich mit ihren Arbeiten gerade positionieren. Mit ihren mehr als 20 000 Werken internationaler Kunst ermöglicht die Sammlung monografische, Themen- oder Gruppen-Ausstellungen ebenso wie Forschungsprojekte – und ganz zwanglose Begegnungen. Sie adressiert sich an Freundeskreise und Geschäftspartner, Schulen, Kitas und Vereine, an Kenner und Neugierige. Insbesondere aber an alle, die Freude am Sehen und Entdecken haben.

 

Das Sehen – individuell wie wir selbst – steht deshalb im Fokus unserer Auswahl aus Neuzugängen, Wiederentdeckungen und Ikonen der Sammlung. Sie reicht von der Klassischen Moderne bis heute. Hat man vor hundert Jahren anders auf die Welt geblickt? Schauen Männer anders als Frauen? Künstlerinnen und Künstler anders als Betrachtende? Manche Werke berichten vom Schaffensprozess, andere von Vorlieben oder Vorbildern. Manche kommentieren unsere Gegenwart, andere vertrauen ganz ihrem inneren Klang. Einige lassen uns am Ringen um die adäquate Form teilhaben.

 

In der Ausstellung treffen sie alle auf anregende Weise aufeinander und lassen Raum für eigene Betrachtungen und Assoziationen.

 

Mit dabei sind Georg Baselitz, Cecily Brown, Daniel Buren, Lovis Corinth, Tony Cragg, Sonia Delaunay, Antony Gormley, Gotthard Graubner, Xenia Hausner, Barbara Hepworth, Ernst Ludwig Kirchner, Maria Lassnig, Fernand Léger, Joan Miró, Piet Mondrian, Henry Moore, A. R. Penck, Daniel Richter, Gerhard Richter, Julian Schnabel, Kurt Schwitters, Klaus-Martin Treder und viele andere mehr.

08.03.26 - 24.01.27

Die Vielseitigkeit der Geometrie – François Morellet zum 100. Geburtstag | Sammlung Würth

François Morellet (1926–2016) zählt zu den wichtigsten Vertretern der Geometrischen Abstraktion. Seine Werke folgen System und Logik und sind dennoch spielerisch und voller Esprit. Anlässlich seines 100. Geburtstags widmet die Sammlung Würth dem vielseitigen Wegbereiter einer neuen Konkreten Kunst eine Werkschau und rückt dabei auch Mitstreiterinnen und Mitstreiter sowie Wahlverwandte des Franzosen wie Max Bill, Almir Mavignier oder Anni Albers in den Blick.

 

Ab den 1950er-Jahren schuf Morellet ein Werk von beeindruckender Konsequenz. Auf der Basis seiner geometrischen Formfindung und systematischer Konzepte entwickelte er eine unverkennbare Bildsprache. Jede Arbeit folgt einem seiner definierten Ordnungsprinzipien: Aneinanderreihung, Überlagerung, Zufall, Interferenz oder Fragmentierung. Ausgehend von der Malerei zählte er zu den Ersten, die in den 1960er-Jahren mit künstlichem Licht arbeiteten. Zahlreich sind die Projekte im öffentlichen Raum, darunter treten Realisierungen für den Pariser Louvre oder das Paul-Löbe-Haus, ein Parlamentsgebäude des Deutschen Bundestags in Berlin, hervor.

 

Doch das Werk Morellets erschöpft sich nicht in seiner klaren Formensprache. Das »Unsprachliche« der abstrakten Kunst weitet sich oftmals über die anspielungsreichen wortspielerischen Titelzugaben, die im Französischen besonders gut gelingen. Diese eröffnen den Betrachtenden ebenso intellektuelle wie unterhaltsame Deutungsmöglichkeiten. Der Künstler spricht von »Kollisionen« und bezeichnet seine Arbeit als ein »Fast-Nichts« (»Presque rien«). Allerdings nicht, ohne uns aufzufordern, alles in dieses »Nichts« hineinzuinterpretieren, was uns gefällt. Die Ausstellung darf insofern als eine Aufforderung zu einem so fröhlichen wie ernsthaften Dialog mit Kunstwerken verstanden werden, die uns als Betrachtenden eine aktive Rolle zuweisen.

 

An einer interaktiven Station in der Ausstellung können Sie Ihr eigenes »Kunstwerk« mit dem Titel Pi piquant nach einem System von François Morellet erstellen.

12.05.26 - 08.11.26

Stella Hamberg – Werkpräsentation 16. Robert Jacobsen Preis der Stiftung Würth

Anlässlich der Verleihung des 16. Robert Jacobsen Preises der Stiftung Würth an Stella Hamberg (*1975 in Friedberg, Hessen) am 11. Mai 2026 präsentiert das Museum Würth 2 eine Werkauswahl, um durch Hambergs Arbeiten selbst die Begründung der Jury des Robert Jacobsen Preises lebendig werden zu lassen.

 

Kraftvolle, ausdrucksstarke Bronzen, die vielschichtige Assoziationsräume entstehen lassen, prägen die künstlerische Handschrift Hambergs.

 

Die in Brandenburg lebende Bildhauerin Stella Hamberg erhält den 16. Robert Jacobsen Preis 2025 der Stiftung Würth. Hamberg, geboren 1975 in Friedberg (Hessen), absolvierte eine Ausbildung zur Steinbildhauerin und studierte an der Hochschule der Bildenden Künste in Dresden, wo sie bis 2006 bei Prof. Martin Honert Meisterschülerin war. Das Thema ihrer künstlerischen Ausdrucksform im klassischen Medium Bronze ist der Mensch. Sie begreift die Ausrichtung entlang der traditionellen Bildhauerei als Herausforderung und wandelt sie in ihre Bildsprache um. Die Betonung des handwerklichen Aspekts in der zeitgenössischen Bildhauerei verbunden mit einer stark assoziativen Formgebung verbindet Stella Hamberg mit Robert Jacobsen, Namensgeber des Robert Jacobsen Preises. Jacobsen selbst formulierte im vergangenen Jahrhundert zum Prinzip der Skulptur, dass »das Visuelle und das Gedankliche (…) gleichzeitig arbeiten (müssen): Grundsätzlich fühlt man, bevor man wahrnimmt – du fühlst und du siehst –, aber man muss die Bewegung im gleichen Moment realisieren. Das begründet für mich heute Skulptur.«

 

»Stella Hamberg steht seit den 2000er-Jahren für eine unerschrockene Art der Bildhauerei. Mit ihren überlebensgroßen Bronzefiguren, wie den ›Berserkern‹, prägt sie das Medium der figurativen Skulptur mit einer intensiven, fast impressionistischen Formensprache«, begründet die Jury des 16. Robert Jacobsen Preises ihre Wahl. Und weiter: »Ihre Werke verzichten bewusst auf narrative Klarheit und eröffnen dem Betrachter vielfältige Assoziationsräume. Im traditionsreichen Material Bronze changieren ihre Arbeiten zwischen grober Monumentalität und der Dokumentation feinster Spuren des Schaffensprozesses, was ihren Skulpturen eine lebendige, fast greifbare Qualität verleiht. Hamberg verbindet die archaischen Ursprünge mit der physischen Präsenz des menschlichen und tierischen Körpers und nutzt abstrahierende Mittel, um neue Perspektiven auf das Menschenbild, aber auch das Medium selbst zu eröffnen. So führt sie die Tradition der Bildhauerei fort und erneuert sie mit einer kraftvollen, zeitgenössischen Handschrift.«

 

 

Die Jury des 16. Robert Jacobsen Preises der Stiftung Würth

 

• Dr. Christoph Becker, ehem. Direktor des Kunsthauses Zürich

• Dr. Philipp Demandt, Direktor des Städel Museums und der Liebieghaus Skulpturensammlung, Frankfurt

• Prof. Dr. Michael Eissenhauer, ehem. Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin

• Fabrice Hergott, Direktor des Musée d’Art moderne de Paris

• Prof. Dr. Bernhard Maaz, ehem. Generaldirektor der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München

• Ugo Rondinone, New York, Träger des 15. Robert Jacobsen Preises

• C. Sylvia Weber, Geschäftsbereichsleiterin Kultur in der Würth-Gruppe (Juryvorsitz)

• Maria Würth, Mitglied des Vorstands der Stiftung Würth

 

 

Zum Robert Jacobsen Preis

 

Nach dem Tod des Bildhauers Robert Jacobsen im Jahr 1993 hat die Stiftung Würth in Kooperation mit dem Museum Würth den Robert Jacobsen Preis ausgelobt, der alle zwei Jahre an zeitgenössische bildende Künstler vergeben wird, um an das Werk und den Einfluss Robert Jacobsens zu erinnern. Den dänischen Bildhauer und den Unternehmer und Kunstsammler Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth hatte nach einem ersten zufälligen Aufeinandertreffen in den 1970er-Jahren eine langjährige Freundschaft verbunden. 1991 hatte Jacobsen auf dem Vorplatz des neuen Verwaltungsgebäudes der Würth-Gruppe seine größte Skulptureninstallation fertiggestellt, die seither das Erscheinungsbild der Konzernzentrale prägt. Der Robert Jacobsen Preis ist mit 50.000 EUR dotiert.

 

 

Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger waren:

 

• 1993 Lun Tuchnowski

• 1995 Richard Deacon

• 1997 Magdalena Jetelovà

• 1999 Gereon Lepper

• 2001 Stephan Kern

• 2003 Rui Chafes

• 2005/2006 Bernar Venet

• 2008 Monika Sosnowska

• 2010 Alicja Kwade

• 2012 Jeppe Hein

• 2014/2015 Michael Sailstorfer

• 2016/2017 Yngve Holen

• 2018/2019 Eva Rothschild

• 2021 Elmgreen & Dragset

• 2023/2024 Ugo Rondinone

 

 

Über die Stiftung Würth

 

Die gemeinnützige Stiftung Würth wurde 1987 von Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold und Carmen Würth in Künzelsau gegründet und fördert Projekte in den Bereichen Bildung und Wissenschaft, Integration und Soziales sowie Kunst und Kultur. Unterstützt wird sie von der Würth-Gruppe in Deutschland, insbesondere der Adolf Würth GmbH & Co. KG.

Standort
Museum Würth
Reinhold-Würth-Straße 15, 74653 Künzelsau
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