Linz
Museum

Schlossmuseum Linz

Schlossberg 1, 4020 Linz

Das Schlossmuseum Linz ist eine zentrale Einrichtung zur Darstellung und Erforschung der kulturellen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Oberösterreichs. Als solches ist es die erste Anlaufstelle für alle, die sich für die Geschichte und Kultur des Landes interessieren. Auf über 10.000 m² Ausstellungsfläche bekommen Besucher:innen einen umfangreichen Einblick in die Natur-, Kultur- und Kunstgeschichte Oberösterreichs von der Ur- und Frühgeschichte bis ins 21. Jahrhundert. Rund um die Dauerausstellung der Oö. Landes-Kultur GmbH setzen Sonderausstellungen Akzente zu aktuellen internationalen und regionalen, sowie kultur-, natur- und zeitgeschichtlichen Themen.

 

Ab 2025 wird das Schlossmuseum Linz mit der Neuaufstellung seiner Sammlungen beginnen. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Bereiche Archäologie sowie Ur- und Frühgeschichte gelegt. Die Neuaufstellung orientiert sich an den UNESCO-Welterbestätten, von denen Oberösterreich gleich vier besitzt. Besonders hervorzuheben ist, dass dieser Sammlungsbereich bei freiem Eintritt zugänglich sein wird, um den kulturellen Reichtum Oberösterreichs einem breiten Publikum näher zu bringen.

 

Ein weiterer wichtiger Schritt in der Entwicklung des Schlossmuseums ist die räumliche Erweiterung der naturwissenschaftlichen Sammlung im Untergeschoss. Diese Erweiterung umfasst nicht nur ein Insektarium und die Präsentation aller Sammlungen, sondern auch die Schaffung einer immersiven Erlebniswelt. Diese innovativen Räume bieten vor allem Familien ein einzigartiges und interaktives Erlebnis, das Wissenschaft und Natur auf faszinierende Weise verbindet.

Veranstaltungen und Ausstellungen

26.03.26 - 26.10.26

Die Oberösterreicherin. Dirndl.Kleid

Frau trägt Tracht in Oberösterreich. Jede Generation trägt ihr eigenes Kleid und doch gibt es Entwicklungslinien, die über Jahrzehnte und Jahrhunderte fortdauern. Die Oberösterreicherin war in ihrer Kleiderwahl immer schon neugierig auf Neuheiten, die sie gerne übernahm, sofern es ihre Möglichkeiten erlaubten. Dabei verblieb sie aber in regionalspezifischen Traditionen, die sich an Details äußern. Nach dem Ende der Kleiderordnungen Mitte des 18. Jahrhunderts konnte sich so eine eigene oberösterreichische Kleidertradition entwickeln. Neben dem Landesanzug entwickelte sich so auch für die Oberösterreicherin eine Tracht, die als Landestracht fortdauert und nun zeitgemäße Impulse bekommen soll.

 

In den letzten Monaten waren die Oberösterreicher:innen im Zusammenwirken mit der WKOOE Mode & Bekleidungstechnik aufgefordert, sich mit einer Neuentwicklung der Landestracht für die Oberösterreicherin zu beschäftigen. Basis der Auseinandersetzung war die historische Vielfalt an Damenbekleidungsstücken aus dem 18. bis 20. Jahrhundert aus der Sammlung des Oberösterreichischen Landesmuseums. Das Zusammenwirken von Tracht und Mode, Gesellschaft, Politik und Geschichte ergab eine Vielfalt an Kleidertraditionen mit großen historisch geprägten Verschiedenheiten, die bis heute fortdauern. Deutlich unterscheidbar ist das Salzkammergut vom Zentralraum, das Mühlviertel vom Innviertel und Hausruckviertel. Hier eine Klammer für ganz Oberösterreich zu finden, ist eine Herausforderung. Gefragt war nach einem zeitgemäßen Kleid, einer Tracht oder auch einem Kostüm.

 

Unter den 46 Einsendungen sind von einer Fachjury 7 spannende Entwürfe ausgewählt worden, die den Spagat zwischen Tradition und Zukunft spannen. Die Besucher:innen sind aufgefordert, ihre Favoritin für die »Oberösterreicherin. Dirndl.Kleid« auszuwählen.

 

Kuratiert von Thekla Weissengruber

09.05.26 - 07.01.27

Bauern­krieg 1626 – Zwischen Geschichte und Fiktion

Die Ausstellung im Schlossmuseum Linz begleitet die communale oö 2026 als zentraler Bezugs­punkt und bietet Einblick in die Vor- und Rahmen­bedingungen, die zum bewaffneten Aufstand im »Land ob der Enns« führen sollten. Sie veranschaulicht die von multiplen Krisen geprägten Lebens­welten der Bevölkerung und folgt den anfänglichen Erfolgen der Aufständischen im Mai 1626 über die letztlich gescheiterte Belagerung des Linzer Schlosses bis hin zu ihren verheerenden Niederlagen im November desselben Jahres.

 

Den sechs Monaten des bewaffneten Aufstandes folgten 400 Jahre der Geschichts­schreibung und -deutung, die in der politischen Instrumentalisierung des Themas im 20. Jahrhundert gipfelten. Aus der Perspektive einer Gesellschaft des 21. Jahrhunderts thematisiert die Ausstellung diesen Prozess des Erinnerns und Gedenkens über vier Jahr­hunderte hinweg und fragt danach, wie dieser die Erzählung des Ober­österreichischen Bauern­kriegs bis heute prägt.

 

Kuratiert von Konstantin Ferihumer

28.06.26 - Auf unbestimmte Zeit

Archäologie – Ur­geschichte & Römer­zeit

Mit der neuen Dauerausstellung Archäologie ermöglicht das Schlossmuseum bei freiem Eintritt einen Rundgang durch die Geschichte Oberösterreichs von der Jungsteinzeit bis zu den Römern. In mehreren Räumen werden archäologische Highlights, aktuelle Projekte und Forschungsergebnisse präsentiert und vermittelt. Den Beginn macht die Schatzkammer mit sechs außergewöhnlichen Highlightobjekten. Im zweiten Raum stehen die Methoden der Archäologie im Mittelpunkt. Hier ist auch die jüngst entdeckte Medusa von Hallstatt zu sehen, die zu den bedeutendsten Einzelfunden aus der römischen Antike in Oberösterreich zählt. Weitere drei Räume widmen sich einer Besonderheit Oberösterreichs: Mit den UNESCO-Welterbestätten verfügt Oberösterreich über ein außergewöhnlich dichtes kulturelles Erbe von internationaler Bedeutung. Drei davon stehen in direktem Bezug zu Archäologie: die prähistorischen Pfahlbauten, die Kulturlandschaft Hallstatt-Dachstein/Salzkammergut mit der herausragenden Bedeutung Hallstatts sowie der Donaulimes.

 

Die Ausstellung beleuchtet diese drei Orte von weltweiter Relevanz und zeigt, wie eindrucksvoll sie die landschaftliche und kulturelle Vielfalt sowie die historische Tiefe Oberösterreichs widerspiegeln. Der sechste Raum ist dem römischen Linz gewidmet, wo unter anderem die neuesten Erkenntnisse aus dem Projekt »Archäologischer Plan Lentia/ Linz« präsentiert werden. Ein Sonderausstellungsraum ergänzt die Dauerausstellung mit wechselnden Themen.

25.09.26 - 07.03.27

Schnee von gestern – Gletscher. Klima. Forschung.

Gletscher gelten als wichtige Indikatoren für Klimaänderungen. In Österreich schmelzen die Gletscher in rasantem Tempo. Schon Mitte dieses Jahrhunderts wird es in den Ostalpen kaum noch Gletscher geben. Die Ausstellung im Schlossmuseum, die in Zusammenarbeit mit dem Institut für Interdisziplinäre Gebirgsforschung in Innsbruck entstanden ist, zeigt, wie Gletscher erforscht werden und welch wichtige Rolle sie spielen, wenn es darum geht, Klimawandel zu verstehen. Im Zentrum der Ausstellung steht ein Eisbohrkern aus den Ötztaleralpen von dem sich bis zu 6.000 Jahre Klimageschichte ablesen lassen. Wie in einem Archiv sind im Eis Daten zur Zusammensetzung der Luft, der Temperatur, aber auch über die Ausbreitung von Pflanzen und noch viel mehr gespeichert.

 

In der Ausstellung ist zu sehen, wie Gletscher entstehen und welche Rolle sie im globalen Klimasystem spielen. Der Dachstein nimmt eine besondere Rolle ein. Er war das Forschungsgebiet von Friedrich Simony, einem der Pioniere der Gletscherforschung. Simony gehörte zu jenen Wissenschaftlern, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Nachweis erbrachten, dass die alpine Landschaft von riesigen Gletschern geformt wurde, die sich über den ganzen Alpenraum erstreckt haben müssen. Dieser Nachweis einer vergangenen Eiszeit brachte die Klimaforschung erst ins Rollen.

14.10.26 - 07.02.27

Transmission im/mobile – Lena Göbel

Die oberösterreichische Künstlerin Lena Göbel arbeitet auf der Grund­lage der traditionellen Druck­techniken Holz­schnitt und Radierung in Kombination mit Mal- und Collage­techniken. Es entstehen Werke, die die Grenzen zwischen den Medien aufheben.

 

Göbel überträgt ihre Motive auf verschiedene Holz­arten mit unterschiedlichen Härte­graden. Oft handelt sich dabei um traditionell verwendetes oder aus­fransendes Holz, diverse Fund­stücke oder historische Holz­objekte. Besonders hervorzuheben ist ihre Verwendung von historischem Holz, das nicht nur als Material dient, sondern auch Träger von Geschichte und Erinnerung ist.

 

In ihrer aktuellen Serie »Lost in Transmission« verbindet Lena Göbel persönliche Erinnerungen mit künstlerischer Ausdrucks­kraft. Gegenstände aus Holz, wie alte Most­fässer oder ein Tor aus der Werkstatt ihres Großvaters, werden zu Bild­trägern von Porträts von Verwandten, die ihre eigene Familien­geschichte lebendig werden lassen. Lena Göbel setzt sich auf künstlerische Weise mit der Transmission bzw. der Weitergabe von Erzählungen und Erfahrungen durch Generationen auseinander. Dazu gehört auch die Rolle der Frauen in den 1950er Jahren, die sich auf subtile Weise in der Männer­welt behaupten.

 

Lena Göbel, 1983, geboren in Ried im Innkreis, lebt und arbeitet in Wien und Frankenburg am Hausruck.

 

Kuratiert von Inga Kleinknecht

Standort
Standort
Schlossberg 1, 4020 Linz
Öffnungszeiten
Montaggeschlossen
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
Social Media
Teilen