Berlin
Museum

Deutsches Historisches Museum

Unter den Linden 2, 10117 Berlin; Eingang: Pei-Bau, Hinter dem Gießhaus 3, 10117 Berlin

Das Deutsche Historische Museum ist Deutschlands nationales Geschichtsmuseum und eines der größten Geschichtsmuseen der Welt. In Berlins historischer Mitte gelegen versteht es sich als Ort zur Stärkung historischer Urteilskraft, an dem übergreifende philosophische, ethische und historische Fragen verhandelt werden.

 

Das Deutsche Historische Museum wurde 1987 anlässlich der 750-Jahr-Feier der Stadt Berlin von der damaligen Bundesrepublik Deutschland und dem Land Berlin gegründet. Im Rahmen des Vertrags zur deutschen Wiedervereinigung wurden die Gebäude und Sammlungen des Museums für Deutsche Geschichte (MfDG), das zentrale Geschichtsmuseum der DDR, in den Besitz des Deutschen Historischen Museums überführt. So wurde das Deutsche Historische Museum mit der Wiedervereinigung 1990 zu einem gesamtdeutschen Museum für Geschichte.

 

Aktuell entsteht eine neue Ständige Ausstellung, die die deutsche Geschichte in ihren internationalen Bezügen zeigt und neue Akzente setzen wird. Die vormalige Präsentation im Zeughaus »Deutsche Geschichte vom Mittelalter bis zum Mauerfall« ist aus diesem Grund seit Ende Juni 2021 nicht mehr zu sehen. Aufgrund der Sanierungsmaßnahmen sind der Zeughaushof und das Zeughaus ebenfalls nicht zugänglich. In der direkt angrenzenden Ausstellungshalle, dem Pei-Bau, widmet sich ein vielfältiges Ausstellungsprogramm prägenden Ereignissen, Entwicklungen und Personen der deutschen Geschichte im europäischen Zusammenhang.

 

Die Sammlungen des Deutschen Historischen Museums umfassen heute rund eine Millionen Objekte. Einen großen Teil der Exponate stellt das Deutsche Historische Museum der Forschung und interessierten Öffentlichkeit online in seiner Datenbank zur Verfügung.

 

Zum Deutschen Historischen Museum gehören auch eine öffentliche Präsenzbibliothek mit einer umfangreichen Abteilung für Handschriften sowie alten und wertvollen Drucken.

 

Unabhängig vom Museumsbesuch bieten unsere digitalen Angebote die Möglichkeit, Näheres zu den Ausstellungen und Themenschwerpunkten zu erfahren, Neues zu entdecken, sich zu informieren und einen spannenden Einblick in die Museumsarbeit zu erhalten.

 

Das Lebendige Museum Online (LeMO) ist ein Online-Portal zur deutschen Geschichte in Kooperation mit dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn und dem Bundesarchiv. Es lädt dazu ein, wissenschaftlich fundierte Informationen sowie eine große Sammlung an Text- und Bildquellen zur europäischen Geschichte von 1815 bis zur Gegenwart zu entdecken, zu recherchieren und sich zu informieren.

 

Das Zeughauskino im Pei-Bau mit seiner Sammlung historischen Filmmaterials zeigt thematisch und monographisch ausgerichtete Filmreihen aus dem gesamten Spektrum der deutschen und internationalen Filmgeschichte. Darunter sind Programme, die an die Themen der jeweiligen Wechselausstellungen anknüpfen. Darüber hinaus ist es Spielort zahlreicher Festivals und Filmtage.

Veranstaltungen und Ausstellungen

14.11.25 - 17.01.27

Natur und deutsche Geschichte. Glaube – Biologie – Macht

Die Ausstellung verhandelt Beispiele aus 800 Jahren deutscher Geschichte: Von Hildegard von Bingens Begriff der »viriditas«, der grünen Schöpferkraft, im 12. Jahrhundert bis zu der frühen Anti-Atomkraft-Bewegung in Wyhl und den unterschiedlichen Naturkonzepten in beiden Deutschlands im späten 20. Jahrhundert. Die Vereinnahmung des angeblich Natürlichen war zudem eine der ideologischen Grundlagen für die NS-Diktatur, die sowohl die »äußere« als auch die »innere« Natur mit einer Unzahl von Gesetzen in ihre Definitionsmacht und Gewalt bringen wollte. Die »Nürnberger Gesetze« und das »Reichsnaturschutzgesetz« wurden im gleichen Jahr erlassen: 1935. 

 

In fünf chronologisch angeordneten Räumen mit verschiedenen Stationen werden die Zeiträume durchschritten. Diese Stationen stellen in Form von »Vignetten« Ereignisse oder Entwicklungen vor, in denen der Naturbegriff auf markante Weise verändert oder geprägt wurde. Die Ausstellung nimmt die sich wandelnde Bedeutung und Begrifflichkeit von »Natur« in den Blick und arbeitet sie als politischen Faktor in der deutschen Geschichte heraus. Die historischen Etappen dieses Wandels werden nachgezeichnet, wie auch die Politisierung und Instrumentalisierung des Naturbegriffs in der deutschen Geschichte. Wer definiert, was als Natur gilt? Wer hat Zugriff darauf? Wie verändert sich, was als innere und äußere Natur verstanden wird? Und was passiert, wenn unvorhergesehene Ereignisse eintreten, auf die politische Handlungen erfolgen müssen?

08.05.26 - 31.10.27

Objekte. Geschichte. Geschichten – Blick in die Sammlung

Ein Königsberger Brettspielkasten aus Bernstein von 1607, der Morgenrock der Königin Luise von 1806, das Plakat zur Ausstellung »40 Jahre DDR« in Ost-Berlin oder das Stockbett aus einer Unterkunft für Geflüchtete in Kassel von 2015 – die Sammlung des Deutschen Historischen Museums umfasst etwa eine Million Objekte deutscher Geschichte. Das DHM präsentiert eine Auswahl von rund 200 teilweise noch nie gezeigten Beständen, überraschenden Funden und Neuzugängen in der Ausstellung »Objekte. Geschichte. Geschichten. Blick in die Sammlung«. Die Ausstellung gibt Einblicke in die Praxis des Sammelns und befragt die vorgestellten Exponate nach ihrer Herkunft und Bedeutung. 

 

Im ersten Teil widmet sich die Ausstellung der Sammlung des DHM als solcher, die im Verlauf ihres 150-jährigen Bestehens selbst zu einem historischen Zeugnis geworden ist. Der Rundgang folgt prägenden Epochen der wechselvollen Hausgeschichte zwischen 1883 und 2006: der »Ruhmeshalle der preußisch-brandenburgischen Armee«, dem Heeresmuseum des NS-Regimes, dem Museum für deutsche Geschichte der DDR und der Zusammenführung mit dem 1987 in West-Berlin gegründeten DHM. 

 

Die Sammlungsschau betrachtet Geschichte unter einem besonderen Blickwinkel: Geschichte wird zumeist als Abfolge und Veränderung in der Zeit verstanden. Sie erzählt aber auch vom Wandel im Raum. Im zweiten Teil der Ausstellung rücken deshalb Orte, Schauplätze und Regionen in den Fokus. Ausgewählte Objektgeschichten erzählen von umkämpften Herrschaftsräumen und höfischer Diplomatie, von Kolonisierung und der Erschließung neuer Handelsrouten ebenso wie von verschwundenen Orten, von Grenzen, Flucht und Exil.

16.10.26 - 11.04.27

Umstrittene Verwandtschaft – Koloniale und nationalsozialistische Gewalt

Das DHM plant für Oktober 2026 eine Ausstellung zum Vergleich zentraler Aspekte kolonialer und nationalsozialistischer Gewalt im 20. Jahrhundert. Die Ausstellung wird im Untergeschoss des Pei-Baus gezeigt.

 

Sie widmet sich der Geschichte einer Gegenüberstellung, die weit über die Geschichtswissenschaft hinausreicht. Diese ist nicht neu: Bereits in den 1930er Jahren wurden Formen kolonialer und nationalsozialistischer Machtausübung zueinander in Beziehung gesetzt.

 

Im Zentrum stand dabei die Vorstellung einer engen »Verwandtschaft« zweier historischer Gewaltregime, die sich in Zeit, Raum und Struktur deutlich voneinander unterscheiden: einerseits die über mehrere Jahrhunderte währende europäische Kolonialherrschaft und andererseits die kurze Phase nationalsozialistischer Herrschaft über Europa, in der Planung und Ausübung extremer Gewalt in radikaler Beschleunigung erfolgten.

 

Die Ausstellung erzählt die Geschichte dieses Vergleichs im Zeitraum von 1900 bis 1960. Sie beleuchtet zentrale Themenfelder, die in der Debatte eine Rolle spielten, und stellt historische Quellen zeitgenössischen wie späteren Deutungen gegenüber. International ausgerichtet, präsentiert sie Beispiele aus dem europäischen Kolonialismus und der nationalsozialistischen Herrschaft über Europa. Dargestellt werden einerseits zentrale Sachverhalte – etwa die Rolle von Rassismus, Antisemitismus, Zwangsarbeit, Konzentrationslagern und Widerstand –, die sachliche Vergleiche und das Erkennen von Besonderheiten erst ermöglichen. Andererseits untersucht sie die politische Verwendung solcher Parallelisierungen seit den 1930er Jahren.

 

Historische Vergleiche können der analytischen Schärfung dienen: Sie machen sowohl strukturelle Ähnlichkeiten als auch grundlegende Unterschiede sichtbar. Differenzen und Besonderheiten lassen sich auf diese Weise bestimmen. Die Ausstellung wird dabei aber auch Probleme und Grenzen des Vergleichs zum Thema machen.

 

Durch die Darstellung der Geschichte dieser Debatte und der ihr zugrunde liegenden historischen Sachverhalte möchte die Ausstellung zu einer sachlichen und differenzierten Auseinandersetzung beitragen.

 

Die Ausstellung wird von Dr. Stephan Malinowski kuratiert.

Standort
Standort
Unter den Linden 2, 10117 Berlin; Eingang: Pei-Bau, Hinter dem Gießhaus 3, 10117 Berlin
Öffnungszeiten
Montag10:00–18:00
Dienstag10:00–18:00
Mittwoch10:00–18:00
Donnerstag10:00–18:00
Freitag10:00–18:00
Samstag10:00–18:00
Sonntag10:00–18:00
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