Berlin
Museum

Humboldt Forum

Schloßplatz, 10178 Berlin

Durch das Zusammenführen herausragender Sammlungen und mit einem vielfältigen Programm aus Ausstellungen, Veranstaltungen, Bildung und digitalen Angeboten regt der Besuch zu neuen Erkenntnissen über die Welt von gestern, heute und morgen an.

 

Ein Haus, vier Akteure – an diesem zukunftsweisenden Projekt arbeiten partnerschaftlich die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) mit dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin (SMB), Kulturprojekte Berlin und Stadtmuseum Berlin, die Humboldt-Universität zu Berlin (HU) und die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.

 

 

Staatliche Museen zu Berlin

 

Die Staatlichen Museen zu Berlin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz präsentieren auf der zweiten und dritten Etage des Humboldt Forums in groß angelegten Ausstellungen die weltberühmten Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst.

 

 

Kulturprojekte Berlin und Stadtmuseum Berlin

 

BERLIN GLOBAL, die Berlin Ausstellung im ersten Obergeschoss des Humboldt Forums, entstand als Koproduktion von Kulturprojekte Berlin und dem Stadtmuseum Berlin.

 

 

Humboldt-Universität zu Berlin

 

Mit dem Humboldt Labor präsentiert die Humboldt-Universität zu Berlin im 1. Obergeschoß des Humboldt Forums eine lebendige Ideenwerkstatt, in der Spitzenforschung in den Dialog mit dem Publikum tritt. Auf rund 1.000 qm gibt die Humboldt-Universität Einblick in die Vielfalt und Relevanz von Wissenschaft.

 

 

Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss

 

Die Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss ist Betreiberin und Bauherrin des Humboldt Forums. Sie entwickelt und realisiert kulturelle und künstlerische Veranstaltungen, Ausstellungsprojekte und Vermittlungsangebote, unterhält eine ständige Ausstellung zur Geschichte des Ortes und sie koordiniert die Aktivitäten der weiteren Akteure im Humboldt Forum.

Veranstaltungen und Ausstellungen

20.07.21 - Auf unbestimmte Zeit

BERLIN GLOBAL

Gestern, heute, morgen: Vieles, was in Berlin passiert, hat Einfluss auf die Welt. Und vieles, was in der Welt passiert, wirkt auf Berlin. BERLIN GLOBAL zeigt, wie die Stadt und ihre Menschen mit der Welt verbunden sind. Im ersten Obergeschoss des Humboldt Forums wird die Ausstellung Berlin als Teil einer vielfältig vernetzten Welt zeigen. Sie erzählt, wie die Stadt, ihre Menschen und von ihr ausgehende Geschehnisse die Welt verändert haben, und wie zugleich globale Ereignisse auf Berlin wirken – damals wie heute.

 

Es ist ein zeitgemäßer Blick auf die Stadt und ihre weltweiten Verbindungen auf 4.000 Quadratmetern. Die einzelnen Themenräume der Ausstellung erzählen von Revolution, Freiraum, Grenzen, Vergnügen, Krieg, Mode und Verflechtung. Aspekte, die sich auch in anderen Metropolen finden lassen, doch in dieser Kombination exemplarisch für die Stadt Berlin sind. Abwechslungsreich und immer wieder überraschend führen raumgreifende Installationen und atmosphärische Inszenierungen in unterschiedliche Themenwelten, in denen sich die Vielfalt Berlins widerspiegelt.

01.12.21 - Auf unbestimmte Zeit

Ansichtssachen

In den letzten Jahren sind ethnologische Sammlungen in europäischen Museen stark in die Kritik geraten. Dem stellt sich auch das Humboldt Forum. Die temporäre Ausstellung Ansichtssache(n). Ein Auftakt untersucht grundlegende Sichtweisen, die den Kolonialismus als gesamtgesellschaftliches Geschehen erkennbar machen. Die Installation widmet sich speziell den Spuren der Kolonisation in den ehemaligen deutschen Kolonialgebieten Kamerun, Namibia und Ozeanien und zeigt bis in die Gegenwart reichende Verflechtungen auf.

 

Fotografien und Schulbücher, Skulpturen und Interviews werden zum Ausgangspunkt, um die Blicke zwischen Kolonisator:innen und ehemals kolonisierten Gesellschaften zu reflektieren. Bezeichnend für diese Sichtweisen ist die Unterscheidung zwischen einem Wir und den Anderen – dem Othering der deutschen Gesellschaft im Hinblick auf die kamerunischen, namibischen und ozeanischen Gesellschaften und dem Blick dieser Gesellschaften auf die deutsche.

 

Um den Fokus auf die Betrachtungsweisen selbst zu richten und im Sinne der aktuellen Diskussion um Restitution arbeitet die Installation weniger mit musealen Exponaten, sondern setzt auf Reproduktionen. Daneben lassen künstlerische Arbeiten kulturelle und institutionelle Sichtweisen bewusst werden: Filme und Bilder zum Thema Intersektionalität reflektieren die Auswirkungen des kolonialen Kulturkontaktes anhand unterschiedlicher Biografien von Namibier*innen, die ab 1979 einen Teil ihrer Kindheit in der DDR verbrachten.

 

Die Ausstellung befindet sich auf der Ausstellungsfläche 214, angrenzend an die Sammlungspräsentationen des Ethnologischen Museums, die Namibia, Kamerun und den pazifischen Raum thematisieren. Sie ist eine der temporären Ausstellungen der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, die im 2. und 3. Obergeschoss gezeigt werden. Die Präsentationen bringen verschiedene Wissensgebiete, Menschen und Communities sowohl bereits in der Entwicklung und Umsetzung als auch in der Vermittlung zusammen und tragen hiermit stark zum Forums-Charakter bei. Entwickelt von interdisziplinären Kurator:innen-Teams, entstehen sie in enger Kooperation mit Vertreter:innen von Gesellschaften und Gemeinschaften, deren Geschichte und Identität mit den ausgestellten Objekten verbunden ist.

29.11.24 - 10.01.28

Geschichte(n) Tansanias

Das Gebiet des heutigen Tansanias ist geprägt von einer wechselhaften Geschichte. Aufgrund seiner Lage am Indischen Ozean waren die dortigen Gesellschaften schon früh Teil transregionaler Handelsnetzwerke. Während der deutschen Kolonialherrschaft war Tansania Teil der Kolonie »Deutsch-Ostafrika« (1884/85–1918/19), darauffolgend britische Kolonie »Tanganyika« (bis 1961). Die Folgen von Unterdrückung, Ausbeutung und Gewalt wirken bis in die Gegenwart. Während des Kolonialismus wurden Tausende von cultural belongings nach Deutschland gebracht. Im Ethnologischen Museum in Berlin befinden sich mehr als 10.000 ‚Objekte‘ aus dem heutigen Tansania.

 

 

Sonderausstellung

 

Welche Geschichten erzählen diese cultural belongings?

 

Anhand von diversen Erzählungen, Perspektiven und cultural belongings werden die jahrhundertelangen Verflechtungen des heutigen Tansanias gezeigt. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Zeitraum der kolonialen Unterdrückung und Ausbeutung. Koloniale Erzählungen werden kritisch reflektiert und rassistische Zuschreibungen hinterfragt.

 

Die Ausstellung wurde kollaborativ entwickelt und zeichnet sich durch vielseitige Erzählungen und Perspektiven aus. Die Kurator:innen aus Dar es Salaam, Songea und Berlin sowie die Repräsentant:innen von Communities in Tansania kommen in Texten und filmischen Interviews in der Ausstellung zu Wort. Werke von ostafrikanischen Künstler:innen setzen sich kritisch mit dem kolonialen Blick auseinander. Die cultural belongings und die verschiedenen Perspektiven werden präsentiert in einer Architektur aus Teakholz und Bambus, die die ›Objekte‹ zugleich schützt und eine ästhetisch-sinnliche Erfahrung bietet.

 

 

Kurzfilmprojekt City Research

 

Integraler Bestandteil der Ausstellung ist das internationale Schüler:innenprojekt City Research. Zwei Gruppen von Schüler:innen – eine in Berlin, eine in Dar es Salaam – begaben sich auf Stadtuntersuchungen und befassten sich mit heute erkennbaren Spuren des Kolonialismus. Es entstanden Kurzfilme die sich z.B. mit Gebäuden, Straßennamen und Plätzen beschäftigen und die in der Ausstellung gezeigt werden.

18.05.25 - 30.11.26

Manatunga – Künstlerische Interventionen von George Nuku

George Tamihana Nuku ist einer der führenden zeitgenössischen Künstler Neuseelands. Als Bildhauer arbeitet er neben Stein, Knochen, Holz und Muscheln vor allem mit Styropor und Plexiglas. Ab dem 18. Mai 2025 präsentiert das Ethnologische Museum in zwei Räumen des Ausstellungsbereichs »Ozeanien« im Humboldt Forum drei großformatige Interventionen des Māori-Künstlers. Diese sind während zweier Fellowhips entstanden, die George Nuku im März 2024 sowie von März bis Mai 2025 im Rahmen der Initiative »Das Kollaborative Museum« absolviert hat.

 

George Nuku zum Titel seiner Ausstellung:

»Manatunga ist die Māori-Bezeichnung für wertvolle Gegenstände, Erbstücke und Schätze der Ahnen. Das Wort impliziert, dass sie stehen – aufrecht sind. Es wird auch in dem Zusammenhang verwendet, dass diese besonderen Stücke konzentrierte Speicher von Geschichten und Emotionen sind.«

 

 

Drei Installationen im Ozeanien-Bereich des Ethnologischen Museums

 

Die von George Nuku eigens für den Ozeanien-Bereich der Dauerpräsentation des Ethnologischen Museums im Humboldt Forum geschaffenen Interventionen werden in zwei Räumen gezeigt: So findet sich eine großformatige Installation in der großen Bootshalle (Raum 215) mit ihrem Fokus auf den Beziehungen zwischen Mensch und Meer und den Einflüssen durch Klimawandel und Umweltverschmutzung. Zwei weitere Interventionen werden im Raum 219 präsentiert, in dem Exponate aus Polynesien und ihre Beziehungen zu Ahnen und Gottheiten ausgestellt sind.

 

In allen drei Installationen nimmt Nuku die Thematik der Ausstellungsräume auf und stellt eine Verbindung zu den dort gezeigten Objekten aus der Ozeanien-Sammlung des Ethnologischen Museums her. Die zeitgenössischen Kunstwerke erlauben eine Neuperspektivierung der historischen Objekte, wie Nuku erläutert:

 

»Die Beziehungen zwischen der Vergangenheit und der Zukunft, zwischen neuen und alten Kunstwerken, zwischen einem Nachkommen der Ursprungsfamilien und den Museumsverwaltern dieser alten Schätze, die jetzt in der Institution beherbergt sind, ins Licht der Gegenwart zu rücken.«

 

 

Plexiglas-waka

 

In der großen Bootshalle setzt Nuku auf die große Korallenriff-Vitrine ein waka (neuseeländisches Kanu) aus Plexiglas, gesteuert von fünf Männern: dem Māori-Halbgott Maui und seinen vier Brüdern. Maui zieht mit einem großen Angelhaken Meerestiere aus Plastik aus dem Meer. George Nuku nimmt die Thematik des Bootsraumes auf, zeigt die Macht von Te Moananui – dem »großen Blau« – und die Bedeutung der waka, durch welche die Menschen diesen Ozean erst besiedeln konnten. Die fünf Männer aus Plexiglas halten historische Paddel oder Wasserschöpfer in den Händen, die Enden des Plexiglas-waka schmücken historische Steven aus den Sammlungen des Ethnologischen Museums.

 

 

Giebel eines Māori-Versammlungshauses und Ahnen-Figuren

 

In Raum 219 zeigt George Nuku zwei Arbeiten: Der Giebel eines Māori-Versammlungshauses aus Plexiglas umgibt drei Ahnen- bzw. Götter-Figuren aus Holz bzw. Stein aus Aotearoa/Neuseeland, den Marquesas-Inseln und Rapanui, und vis-à-vis beschirmt eine Giebelkonstruktion aus Plexiglas die hölzerne Figur des Gottes Sope aus Nukuoro.

 

Das zweite Kunstwerk zeigt vier Ahnen-Figuren aus Plexiglas im Stil der historischen Māori-Schnitzereien, umgeben von eigens für sie gestalteten Vitrinen, die Waffen und Schmuck aus den Sammlungen des Ethnologischen Museums tragen bzw. halten. Die Manatunga (»Schätze der Ahnen«) werden nicht liegend, wie in den anderen Vitrinen der Ausstellung, sondern stehend präsentiert. Sie werden als dynamische, lebendige Akteure gezeigt und konfrontieren die Besucher:innen mit ihrer Gegenwart.

 

 

Aus Plastik-Müll werden lebendige Kunstwerke

 

Nuku verbindet nicht nur historische und moderne Materialien wie Holz und Plexiglas, sowie historische und moderne Kunstwerke. Er setzt auch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander in Beziehung. Wie Māui einst mit seinem Angelhaken aus dem Kieferknochen eines Vorfahren Te Ika a Māui (Māuis Fisch), die Nordinsel Aotearoas / Neuseelands, aus dem Meer zog, holt er jetzt Meerestiere aus Plastik an die Oberfläche.

 

Diese Meerestiere »leben« auch in dem »Meer«, sprich in der Vitrine unter dem waka: Es handelt sich um in einem zweiwöchigen Workshop aus Pet-Flaschen hergestellte Quallen, Fische, Rochen und Korallen. Auf diese Weise thematisiert das Werk unter anderem auch die ökologischen Herausforderungen der Menschen im Pazifik und weltweit. Plastik, dessen Produktion und Entsorgung uns große Probleme bereitet, befindet sich durch die globale Umweltverschmutzung in allen Teilen der Erde und in allen Lebewesen. Wir sehen Plastik als zu entsorgenden Müll.

 

Nuku arbeitet damit und wandelt es um in lebendige Kunstwerke von hohem ästhetischen Wert. Er konfrontiert die Betrachter:innen mit einer neuen Ebene des Materials und fordert dazu auf, es neu wahrzunehmen und sich mit »unserem Müll« auseinanderzusetzen:

 

»Durch mein Māori-Erbe versuche ich, unsere Beziehung zur Umwelt neu zu gestalten. Für mich verkörpern Plastikflaschen sowohl Licht als auch Wasser: die Quelle des Lebens selbst. Für mich ist die Plastikflasche ein Beweis von Göttlichkeit. Das führt mich zu der Idee, dass die Verschmutzung selbst heilig ist. Es ist noch nicht zu spät, unsere Beziehung zur Umwelt zu ändern und uns dem Plastik anzunähern, das heute jeden Aspekt unseres Lebens beeinflusst.«

24.05.25 - 08.03.27

Restaurierung im Dialog

Restaurierung ist ein faszinierendes, aber oft verborgenes Berufsfeld im Museum. Was wird wie erhalten und wer entscheidet darüber? Diese Ausstellung beleuchtet die verschiedenen Aspekte dieser bedeutenden Arbeit.

 

Vor der Eröffnung des Humboldt Forums wurden tausende Exponate aus verschiedenen Regionen der Welt, darunter viele »Cultural Belongings« – mit den Menschen verbundene kulturelle Dinge – von Restaurator:innen für die Ausstellungen vorbereitet. Solche Arbeiten finden vornehmlich hinter den Kulissen statt und sind für die Besucher:innen kaum sichtbar.

 

Vorgestellt werden zwei Wappenpfähle von der Nordwestküste Kanadas, ein kunstvolles Lackschränkchen aus der Qing-Dynastie, ein mongolischer Schrein aus dem 20. Jahrhundert und eine Zeremonialpfeife der Umoⁿhoⁿ aus Nebraska.

 

Diese fünf Exponate und eine Broschüre mit vertiefenden Informationen eröffnen spannende Einblicke in Fragen und Methoden der Restaurierung.

 

Im Mittelpunkt stehen die komplexen Entscheidungsprozesse, die den Erhalt und die Präsentation von Kulturgut beeinflussen. Dabei liegt ein Fokus auf dem Dialog und der Kooperation zwischen internationalen Partner:innen, Restaurator:innen und Kurator:innen.

 

Wie beeinflussen diese Diskussionen den Umgang mit Sammlungen, die Restaurierung und die Präsentation?

 

 

Einsichten – Aussichten

 

Begleitend zur Ausstellung haben Schüler:innen des Carl-Friedrich-von-Siemens-Gymnasiums vier Audiobeiträge entwickelt. Auf kreative Weise beleuchten sie die Exponate aus der Sicht der Jugendlichen. Zum Anhören hier klicken.

 

Eine temporäre Ausstellung der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss in Zusammenarbeit mit dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz.

 

Kuratorisches Team: Mira Dallige-Smith, Anna-Isabel Frank, Birgit Kantzenbach, Leonie Kircher, Sebastian Kolberg, Barbara Lenz, Marieluise Michaelis, Elisabeth Seyerl-Langkamp, Ulrike Stelzer, Alexis von Poser

 

Kooperations- und Projektpartner:innen: Ganchimeg Altangerel, Dulamjav Amarsaikhan, Nyammyagmar Batbayar, Munkhtsetseg Bayanzul, Michael Berger, Ezechiel Brummels, Goomaral Dalkh-Ochir, Batjargal Erdene, Purevbat Gankhuugiin, Bayarmaa Gombo, Chinbat Gombo, Vanessa Hamilton, Ronny Heuschneider, Tumenbayar Homool, Lhagvademchig Jadamba, Otgonbayar Lkhamaa, Wynema Morris, Erdembileg Myagmar, Nandinbaatar Myagmar, Gombodorj Myagmarsuren, Jukov Naranchimeg, Baigal Purevsukh, Byambaa Ragchaa, Solongo Sudar, Dash Temuujin, Altankhuu Tserenjav, Uranchimeg Tsultem 

24.09.25 - Auf unbestimmte Zeit

Die Legende vom Prinzen Vishvantara: Grenzenlose Freigebigkeit

Im Rahmen des Themenclusters »Familie« wurde in der Himalaya-Galerie eine neue Präsentation rund um eine 10 Meter lange prächtige nepalesische Rollmalerei installiert. Im Fokus steht die Erzählung vom freigiebigen Prinzen Vishvantara, die zu den berühmten Wiedergeburtsgeschichten des Buddha zählt.

 

Die Präsentation beleuchtet Inhalt, Form und Herkunft der nepalesischen Bilderrolle, auf der die Legende vom Prinzen Vishvantara in 85 fortlaufenden Szenen dargestellt ist. Die Legende vermittelt, wie wichtig es ist, Pflichten gegenüber der Familie mit ethischen Grundsätzen in Einklang zu bringen. Aus frommer Gesinnung verschenkt Vishvantara nicht nur all seinen Besitz, sondern schließlich seine Kinder und Ehefrau. Damit beweist er seine Fähigkeit, emotionale Bindung aufgeben zu können – eine der wichtigsten Voraussetzungen auf dem Weg zur Erleuchtung.

 

 

Kuratorisches Team

 

Die Wechselpräsentation ist kuratiert von Lu Tian, wissenschaftliche Museumsassistentin, und Lilla Russell-Smith, Kuratorin der Zentralasiatischen Sammlung, Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin.

03.10.25 - 09.11.26

Verwandt sein – Geteilte Sprache, geteiltes Wissen?

Die Familie gilt oft als der kleinste, aber wichtigste Baustein der Gesellschaft – überall auf der Welt. Familie und Verwandtschaft bestimmen soziale Beziehungen und Zugehörigkeit durch Geburt, Heirat oder Adoption. Sie prägen soziale Rollen und Erwartungen. Menschen helfen sich gegenseitig und arbeiten zusammen. Sie tragen füreinander Verantwortung und teilen ihre Ressourcen. Verwandtschaftliche Beziehungen beeinflussen, wie größere Gruppen entstehen, Besitz und Traditionen weitergegeben und Aufgaben und Pflichten verteilt werden.

 

In der Familie lernen Kinder erstmals zu kommunizieren, zu sprechen und die Normen und Werte zu verstehen, die das tägliche Leben bestimmen. Innerhalb der Familie werden Sprache und Lebensweisen von einer Generation an die nächste weitergegeben – sei es durch Geschichten, Feste, Ermahnungen und Regeln oder einfache Alltagsgewohnheiten. Auf diese Weise hält die Familie Sprache und Kultur lebendig.

 

Staatliche Maßnahmen und politischer Druck – wie erzwungene Assimilation oder diskriminierende Gesetze – schränken Familienmitglieder ein, ihre Sprache und ihr kulturelles Erbe weiterzugeben. Migration und Vertreibung schwächen die Verbindungen innerhalb und zwischen Familien und Gemeinschaften und beeinträchtigen die Weitergabe von Sprache und Kenntnissen zwischen den Generationen. Die Globalisierung verstärkt diese Dynamiken. Da dominante Weltsprachen im Bildungsbereich, bei der Arbeit und in den Medien immer häufiger werden, verlieren lokale Sprachen und Minderheitensprachen oft an Bedeutung. Gemeinsam bedrohen diese Entwicklungen die kulturelle Identität. Für viele Gemeinschaften ist es schwer, ihre Sprachen und Kulturen in einer zunehmend globalisierten Welt zu bewahren.

 

In den Filmen der Ausstellung werden Sie Menschen aus Indigenen Gemeinschaften begegnen, die ihre Sprache und ihre Kultur dokumentieren, bevor es zu spät ist. In Zusammenarbeit mit dem Endangered Languages Documentation Programme und dem Endangered Languages Archive archivieren sie ihr Material und nutzen es, um Bilderbücher sowie Lern- und Unterrichtsmaterialien für ihre Gemeinschaften zu erstellen. Für diese Ausstellung haben sie ihre Ansichten über die Rolle der Familie und die Bedeutung von Verwandtschaftsbeziehungen festgehalten. Sie beschreiben ihre Lebensweise und die Veränderungen, die sie gegenwärtig in ihren Gemeinschaften erleben.

 

 

Kuratorinnen

 

Die Ausstellung wurde kuratiert von Ute Schüren, Kuratorin Amerikanische Archäologie, Sammlung Mesoamerika, Ethnologisches Museum, Staatliche Museen zu Berlin, Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Mandana Seyfeddinipur, Direktorin Endangered Languages Archive & Endangered Languages Documentation Programme, Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.

10.10.25 - 27.09.27

On Water – WasserWissen in Berlin

Was Sie erwartet

 

Wasser ist Leben, kann aber auch zerstörend sein. Die Ausstellung »On Water. WasserWissen in Berlin« zeigt ab dem 10. Oktober 2025 im Humboldt Labor aktuelle Forschungsprojekte des Berliner Universitätsverbundes Berlin University Alliance (BUA) zum Thema Wasser. Flankiert werden diese durch künstlerische Positionen, die sich mit dem Element auseinandersetzen und dessen Vielseitigkeit anschaulich vermitteln.

 

Wasser ist allgegenwärtig – wir trinken es, baden darin, erleben es als Regen, Eis oder Fluss. Und doch bleibt es widersprüchlich: vertraut und unberechenbar zugleich. Mal ist es zu viel, mal zu wenig. Mal fließt es, mal fehlt es, mal überflutet es ganze Landstriche. Im Zuge des Klimawandels, wachsender Städte und globaler Ungleichheit wird Wasser zur Herausforderung. Es lässt sich nicht einfach kontrollieren und stellt eingeübte Umgangsweisen infrage. Wasser ist kein passives Objekt, sondern ein dynamisches Element, das neue wissenschaftliche Perspektiven und gesellschaftliche Aushandlungen erfordert.

 

Die Ausstellung On Water. WasserWissen in Berlin zeigt Forschungsprojekte, die sich aus unterschiedlichsten Blickwinkeln mit Wasser beschäftigen. Sie alle versuchen, von seinen Eigenschaften zu lernen – etwa von seinen Kreisläufen, seiner Anpassungsfähigkeit und Verbindungskraft –, um Lösungen für die Zukunft zu finden. Vertiefende Gedanken in das Zusammenspiel von Mensch und Wasser vermittelt die Audiospur: In ihr erzählen Wissenschaftler:innen, warum es sich lohnt, dem Wasser zuzuhören – es weiß mehr, als wir denken.

 

 

Hintergrund

 

Ein Zuviel oder Zuwenig von Wasser kennzeichnet die Gegenwart: Kreisläufe und Systeme, die lange als selbstverständlich galten, sind verschoben, irritiert, verletzlich. Die Störung des aquatischen Gleichgewichts fordert auch die Wissenschaft heraus. Die Ausstellung »On Water« zeigt, dass keine Wissenschaft alleine in der Lage wäre, die Komplexität der mit ihm verbundenen Zusammenhänge zu erfassen. Oft ist es erst das Zusammenwirken unterschiedlichster Wissensformen, das zum Verständnis und zu neuen Lösungen führt. Hierzu zählt das voneinander Lernen der verschiedenen, meist hoch spezialisierten Fachwissenschaften; sowie der Austausch und das Gespräch mit den Menschen, die in konkreten Traditionen und Erfahrungen leben und hierin ein Wissen eigener Art mitbringen. Es gehört zu den großen Herausforderungen der Zukunft, Formen des Dialogs und des Miteinanders zu etablieren, die geeignet sind, einander auf Augenhöhe zu begegnen.

30.11.25 - 30.08.27

Wenn ich König*in wäre... Junge Visionen aus Neukölln

Wie sähen Berlin und die Welt aus, wenn junge Menschen aus Neukölln sie gestalten könnten? Auf der neuen Freifläche der Bürgerstiftung Neukölln in der Ausstellung BERLIN GLOBAL erzählen elf Kinder und Jugendliche von den Schieflagen der Gegenwart und zeigen ihre Visionen für eine gerechtere Zukunft.

 

Die Kinder von heute sind Erwachsene von morgen. Sie sind superdivers, selten gehört und noch seltener ernstgenommen. Welche Veränderungen wünschen sie sich, wovon träumen sie? Die jungen Projektteilnehmer:innen werfen in der Ausstellung einen schonungslosen Blick auf ihren Alltag, ihre Stadt und die Politik. Aus ihren Erfahrungen heraus entwickeln sie Forderungen nach Gerechtigkeit, Meinungsfreiheit und Zusammenhalt – also Werten und Handlungen, die in der Migrationsgesellschaft dringend notwendig sind.

 

Auf der Ausstellungsfläche im Raum Verflechtung können Besucher*innen selbst zu König:innen werden. Wer Platz auf dem Thron nimmt, ist eingeladen, bestehende Missstände aktiv abzulehnen und mit den Jugendlichen zusammen eine bessere Zukunft zu gestalten.

 

Denn wir sind zwar unterschiedlich, am Ende aber alle gleich – also lasst uns gemeinsam tanzen!

 

 

Freiflächen Partner

 

Ein Projekt der Bürgerstiftung Neukölln

 

Zusammen mit:

 

D., Ela, Hanin, Huda, Jamal, Liyana, Maryana, Sara, Suhaylah, Yara, Yusuf | Teilnehmer:innen
İdil Efe | Kuratorische Leitung
Ines Paliege | Projektleitung
Soraya Salazar | Projektassistenz
Ilona Marti | Sounddesign
Vince Ecker | Videoproduktion
Christine Kitta | Grafik
EL BOUM | Illustrationen

 

in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Berlin

 

mit Unterstützung von Diego Cuadra, Saba-Nur Cheema, Meron Mendel, dem Nachbarschaftsheim Neukölln e.V., Morus 14 e.V. und der Gesellschaft im Wandel gGmbH

13.06.26 - 31.01.28

Time Machine Infinitum. Queeres migrantisches Berlin

Eine Freifläche von Noam Gorbat, Omar Nicolas und Sama Ahmadi in der Ausstellung BERLIN GLOBAL

 

Die Freifläche »Time Machine Infinitum. Queeres migrantisches Berlin« von Noam Gorbat, Omar Nicolas und Sama Ahmadi in der Ausstellung BERLIN GLOBAL begibt sich auf eine Zeitreise durch das queere migrantische Berlin.

 

Die multimediale Installation verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, um die Präsenz und das kulturelle Erbe queerer Migrant:innen und BIPoC hervorzuheben und wertzuschätzen.

 

In mehreren Videos widmen sich die Künstler:innen zusammen mit zahlreichen Protagonist:innen Räumen des Austauschs, der Selbstorganisation und der Sichtbarkeit queerer BIPoC (Black, Indigenous, People of Colour) in Berlin. Sie schlagen einen Bogen von der queer-migrantischen Geschichte der 1920er Jahre, über das queere jüdische Leben vor dem Zweiten Weltkrieg, politische Kämpfe des Vereins »ADEFRA – Schwarze Frauen in Deutschland« in den 1980er Jahren oder des »OYA-Kollektivs« heute, bis hin zu Visionen der jugendlichen Ballroom-Szene für ein queeres Berlin der Zukunft. Die verschiedenen Orte, Menschen und Zeitebenen treten in Beziehung zueinander und bilden ein bewegliches Gefüge aus individuellen und kollektiven Erzählungen.

 

Die Installation versteht sich als Teil einer selbstbestimmten, nicht abgeschlossenen Geschichte aus Kontinuitäten, Überlagerungen und Erinnerungen. Im Museum wird diese Geschichte nun als vielstimmige Reise durch die Zeit erfahrbar.

 

 

Freiflächen Partner

 

Eine Freifläche von Noam Gorbat, Omar Nicolas und Sama Ahmadi in Zusammenarbeit mit der Stiftung Stadtmuseum Berlin.

18.06.26 - 15.02.27

Mirae kh Rhee – Weiterreichen

Was sehen wir in Museen? In Vitrinen und hinter Absperrungen erscheinen die Dinge vor allem statisch. Mirae kh Rhee beschäftigt sich damit, wie die Objekte an ihren heutigen Platz gelangten. Die Künstlerin hinterfragt, wer warum was sammelt(e) und welche Botschaften über Sammlungen unterschiedlichster Art vermittelt werden. Nicht zuletzt durch die Mobilität von Menschen haben Sammlungsobjekte ebenso wie jene, die sie kreierten, bemerkten, bewahrten und weitertrugen, eine bewegte Geschichte hinter sich!

 

Mirae kh Rhee ist eine interdisziplinär und forschungsbasiert arbeitende Künstlerin, die in Deutschland, Kalifornien und Süd-Korea tätig ist. Von ihrer eigenen diasporischen Identität ausgehend, untersucht sie in ihrer künstlerischen Arbeit Themen wie Sammelpraktiken und -geschichten, erzwungene Migration oder kulturelle Aneignung und erzählt autoethnografische Geschichten.

 

Die aktuelle Präsentation ist Teil eines Langzeitprojekts, das das Konzept der Kuriositätenkabinette aus der Perspektive eines transnationalen Feminismus und mit dekolonisierenden Ansätzen betrachtet. Darin beleuchtet Mirae kh Rhee etablierte Sammlungserzählungen und blickt kritisch auf Sammelpraktiken zwischen Europa und Asien. Sie analysiert elitäre Sammlungskonzepte, die der Demonstration von Macht und der Konstruktion von Identität dienen. Ausstellungsbesuchende sind eingeladen, sich mit ihrer eigenen Praxis des Sammelns auseinanderzusetzen.

 

 

Publikation zur Ausstellung

 

Nach Ausstellungseröffnung erscheint eine Broschüre, die auf dieser Seite auch als Download zur Verfügung gestellt wird.

 

 

Kuratorin

 

Die Ausstellung wird kuratiert von Uta Rahman Steinert, Museum für Asiatische Kunst, in Kooperation mit der Künstlerin.

Standort
Standort
Schloßplatz, 10178 Berlin
Öffnungszeiten
Montag10:30–18:30
Dienstaggeschlossen
Mittwoch10:30–18:30
Donnerstag10:30–18:30
Freitag10:30–18:30
Samstag10:30–18:30
Sonntag10:30–18:30
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