Die Kunsthalle Basel ist ein Ort an dem zeitgenössische Kunst ausgestellt, diskutiert und reflektiert wird und dies schon seit ihrer Gründung 1872. Als eine der ersten und aktivsten Institutionen in der Region, die internationale und Schweizer Kunst der Gegenwart zeigt, ist die Kunsthalle Basel insbesondere für ihr tiefgreifendes Engagement für aufstrebende Künstlerinnen und Künstler bekannt. Dies mit der Absicht, anregende künstlerische Praktiken und mutige Ausstellungen einer interessierten Öffentlichkeit jeden Alters zu präsentieren. Mit bis zu zehn Ausstellungen pro Jahr, oft mit neuen Produktionen und begleitet von Künstlergesprächen sowie Performances, ist die Kunsthalle Basel der Treffpunkt für die Betrachtung von und Debatten über zeitgenössische Kunst.
Das neoklassizistische Gebäude am Steinenberg wurde nach den Plänen des Architekten Johann Jakob Stehlin erbaut. In direkter Nähe zum Stadttheater und dem Stadtcasino, das als Konzerthalle dient, ergänzt es das städtebauliche Kulturensemble um die Sparte der bildenden Kunst.
Anfänglich dienten die Räumlichkeiten der Kunsthalle vor allem der Verwahrung und Präsentation der Kunstsammlung des Vereins. Die Ausrichtung der Kunstpflege, die zu Beginn noch nationalistischen Idealen verpflichtet war, wurde bald überdacht. Mit Übergabe der bis zur Jahrhundertwende ehrenamtlich geführten Geschäfte an einen Konservator wurde der Grundstein für einen modernen und lebendigen Ausstellungsbetrieb gelegt.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Coumba Samba – Wild Wild Wall
Coumba Samba (geb. 2000) beschäftigt sich in ihrer multimedialen und performativen Praxis mit den Auswirkungen institutioneller Strukturen auf individuelle und kollektive Identitäten und hinterfragt dominante kulturelle Narrative. Ihre Arbeiten reflektieren Themen wie Konsumkultur, soziale Dynamiken und die Schnittstellen von Technologie und Identität, wobei sie die Dynamik zwischen Mainstream-Kultur und subversiven Praktiken beleuchtet. Dabei öffnet sie den Blick auf das globale Geflecht von Macht und die Kontinuitäten des Kolonialismus, indem sie aufzeigt, wie koloniale Strukturen soziale und politische Gegenwart prägen. Seit 1996 wird der öffentliche Raum mit künstlerischen Einzelpräsentationen an der Aussenwand der Kunsthalle Basel mit zeitgenössischer Kunst aktiviert. Im Jahr 2025 lädt die Kunsthalle Basel den Londoner Ausstellungsraum Galerina ein, gemeinsam das Projekt von Coumba Samba zu kuratieren und auszurichten.
Vernissage: 18. September 2025, 19–21 Uhr
Diambe – Bees beings beans
Diambe (geb. 1993) entwickelt eine künstlerische Sprache zwischen Skulptur, Malerei und Film, in der Natur, Ritual und Bewegung hybride Narrative bilden. Aus lebenden, organischen Materialien – Stoffe, Bronze, Textilien, Nahrungsmittel, Eitempera, pflanzliche Farbstoffe und Bienenwachs – choreografiert Diambe fragile, sinnliche Landschaften, die sich zwischen Flüchtigkeit und Widerstand bewegen. Die Arbeiten verhandeln Themen rund um Körper, Territorium und kulturelle Erinnerung, untersuchen koloniale Archive ebenso wie ökologische Krisen. Für Diambes bisher größte institutionelle Einzelausstellung werden an der Kunsthalle Basel neue Skulpturen, Malereien und ein Film produziert, die sich zu einer choreografischen Beschreibung von Bienen verdichten, an der Schwelle von Verlust und Wiedergeburt.
Dominique White – All Great Powers Collapse from the Centre
In ihrer Praxis verwebt Dominique White (geb. 1993) maritime Mythologien der Schwarzen Diaspora mit der Aufhebung der Hydrarchie – der Herrschaft des Wassers – durch ein Objekt, das Schwarzsein und den Nationalstaat verbindet: das Schiff. Im Zentrum ihrer Arbeiten für diese Ausstellung steht der Begriff »Schiffbruch/schiffbrüchig«. Diesen Zustand begreift White weniger als Zeichen des Untergangs denn als radikale Umorientierung Schwarzer Existenz und Zukunftsgewandtheit – ein Ort zwischen Zerstörung und Schöpfung, Trauma und Hoffnung, Verlust und Selbstermächtigung. Auf diese Weise in der Schwebe gehalten können neue Denk- und Seinsweisen in Erscheinung treten, die die Normen einer vom Kolonialismus überformten Welt hinter sich lassen.

