Mit seinen über Generationen zusammengetragenen Beständen ist das MKG ein Universalmuseum, das mit über 500 000 Werken Spitzenleistungen menschlicher Kreativität und Erfindungsgabe präsentiert. Die hochkarätige Sammlung umspannt 4000 Jahre Menschheitsgeschichte von der Antike über Mittelalter und Renaissance, Barock und Klassizismus bis zur Moderne und Gegenwart. Viele der Werke finden Sie auch in der MKG Sammlung Online. Die erste Inventarnummer bezeichnet 1872 eine Bouillontasse der Königlichen Porzellanmanufaktur im französischen Sèvres, sie steht heute in der Sammlung Keramik. Seitdem wächst der Bestand kontinuierlich durch Ankäufe, Schenkungen und Vermächtnisse. Die Sammlungen des MKG sind international ausgerichtet mit Schwerpunkten in der europäischen und ostasiatischen Kunst.
Unter einem Dach vereint sind auch die vier Weltreligionen: Christentum, Judentum, Buddhismus und Islam. Den Charakter dieses interdisziplinären Museums prägen zudem umfangreiche Kollektionen zum Thema Grafikdesign, Plakatkunst, Fotografie und neue Medien, Mode und Textil. Eine besonders aktive Erwerbungsstrategie in der Gründungsphase sicherte dem MKG ein herausragendes Ensemble von Möbeln und Objekten des Jugendstil. Die Period Rooms sind eine weitere Spezialität. Im Zusammenspiel aller Medien, Möbel und Objekte vergegenwärtigen die einzigartigen Raumensembles den Lebensstil verschiedenster Epochen. DieMilde-Speckter-Zimmer demonstrieren die bürgerliche Wohnkultur des Klassizismus, der Spiegelsaal ist als repräsentativer gründerzeitlicher Konzertraum noch heute ein gesellschaftlicher Mittelpunkt Hamburgs. 2012 kommt Verner Pantons grellfarbige Kantine, eine Stilikone der Pop Art, aus dem SPIEGEL-Verlagshaus in das MKG. Einzigartig ist auch die Musikinstrumentensammlung. Die kostbaren historischen Instrumente, die in regelmäßigen Konzerten und Führungen gespielt werden, machen das MKG zu einem klingenden Museum.
Veranstaltungen und Ausstellungen
Inspiration Japan
Mit einer neuen Präsentation der Sammlung Ostasien feiert das MK&G die ungebrochene Inspirationskraft japanischer Gestaltung: Erstmals zu sehen sind Malereien der Edo-Zeit (1615–1868), buddhistische Kalligrafien und Farbholzschnitte der 2021 erworbenen Privatsammlung Walter Gebhard. Die Ausstellung entfaltet sich über zwei Stockwerke: Im ersten Teil treten die Bilder in einen Dialog mit Keramiken, Lackwaren, Bambuskörben, Metallarbeiten und Schwertschmuck aus der bestehenden Sammlung.
Die Neukonzeption der Sammlung Ostasien wird unterstützt von der Justus Brinckmann Gesellschaft und der Hans Brökel Stiftung für Wissenschaft und Kultur.
INSPIRATION CHINA
Nach der Wiedereröffnung des ersten Sammlungsbereichs Ostasien mit Schwerpunkt Japan folgt der abschließende zweite Teil der Neupräsentation »Inspiration China«. Ausgewählte Highlights aus der über 3.000 chinesische Objekte umfassenden Sammlung des MK&G verdeutlichen Prinzipien und Grundlagen chinesischer Kunst wie die modulare Gestaltung und die Einheit von Schrift und Bild. Zu sehen sind unter anderem Ritualbronzen, kaiserliches Porzellan, Schnitzlacke sowie Malerei, Kalligrafie und Farbholzschnitte.
Die Neukonzeption der Sammlung Ostasien wird unterstützt von der Justus Brinckmann Gesellschaft und der Hans Brökel Stiftung für Wissenschaft und Kultur.
Hello Image – Die Inszenierung der Dinge
Ein erfolgreiches Produkt lebt von starken Bildern und ihrer Wirkung. In Kampagnen und Fotostrecken wird es gezielt in Szene gesetzt. Doch wie entsteht diese visuelle Sprache? Wie arbeiten Designer:innen, Fotograf:innen, Grafiker:innen und Unternehmen zusammen? Wer prägt das Erscheinungsbild einer Marke? Und wie kommt das bei uns an? Die Ausstellung »Hello Image. Die Inszenierung der Dinge« befasst sich mit der kreativen Zusammenarbeit von Akteur:innen aus den Bereichen Design, Fotografie und Grafik. Sie präsentiert die Gestaltung von Designobjekten und Mode und beleuchtet ihre Inszenierung, indem sie Designobjekte, die Fotografien und die grafische Umsetzung einander gegenüberstellt. In acht Kapiteln erzählt sie beispielhafte Geschichten des Produkt- und Werbedesigns von den Anfängen des 20. Jahrhunderts bis heute. Zu sehen sind u. a. Design-Klassiker von Marianne Brandt, Charles und Ray Eames und Ettore Sottsass, Ikonen der Mode von Martin Margiela und Issey Miyake sowie spannende Neuentdeckungen, etwa von der Fotografin Ingeborg Rams und der Grafikerin Lora Lamm.
Positionen der Ausstellung: Otl Aicher, Don Albinson (Eames Office), Theo Baumann, Herbert Bayer, Arthur Benda, Lucian Bernhard, Fulvio Bianconi, Florian Böhm, Marianne Brandt, Ballo+Ballo, B.B.P.R., Santi Caleca, Clino Castelli (Olivetti), Charles und Ray Eames, Georg Eckelt, Michael Engelmann, Marina Faust, Hans Finsler, Emilio Fioravanti, Marguerite Friedlaender, Tomás Gonda, Hein Gorny, Konstantin Grcic, Hermann Gretsch, Gerd Grimm, Oskar Hermann Werner Hadank, Hans Hansen, Hildegard Heise, Louis Held, Bernd Heyden, Ewald Hoinkis, Margarete Jahny, Jasmin Jouhar, Peter Keetman, Joachim Kellner, Fritz Kempe, György Kepes, Perry A. King, Marvin Koner, Arthur Köster, Max Krajewsky, Béatrice Kunz, Lora Lamm, Franz Lazi, El Lissitzky, Heinrich Löffelhardt, Vico Magistretti, Gerhard Marcks, Martin Margiela, Michael Loos Visual, Herman Miller, Issey Miyake, Möbel perdu (Michel Feith, Rouli Lecatsa und Claudia Schneider-Esleben), Willi Moegle, Lucia Moholy, László Moholy-Nagy, Jean-Baptiste Mondino, Ugo Mulas, Erich Müller, Hansi Müller-Schorp, Marcello Nizolli, Magdalene Odundo, Ian Padgham, Marziano Pasqué, Irving Penn, Trude Petri, Roberto Pieracini, Giovanni Pintori, Prince Gyasi, Dieter Rams, Ingeborg Rams, Albert Renger-Patzsch, Hans Roericht, Olivier Rousteing, Daniel Rubin, Alfred Runge, Wolfgang Schmidt, Hildi Schmidt Heins, Curt Schumann, Kurt Schwitters, Eduard Scotland, Ridley Scott, Ettore Sottsass, Philippe Starck, Josef Sudek, Ladislav Sutnar, Allene Talmey, Ikko Tanaka, Juergen Teller, Olivero Toscani, Hans von Klier, Wilhelm Wagenfeld
Marken in der Ausstellung: Apple, Artemide, Benetton, Elbeo, Erco, JW Anderson, Jacquemus, Jenaer Glas & gen., Staatliche Porzellan Manufaktur (KPM), Levy’s, Olivetti S.p.A., Pelikan, Pirelli, Schott & Gen. Jenaer Glas, Schönwald, Telfar, Thomas Porzellanwerke, Rosenthal, Vitsoe
Die Ausstellungsarchitektur entwirft die Berliner Gestalterin Katleen Arthen, die Ausstellungsgrafik übernimmt das Münchener Grafikstudio strobo B M.
Flachware und Papiertorten – Neuzugänge und Infografiken zur Sammlung Grafik und Plakat
Plakate und Grafikdesign werden im Museum als »Flachware« bezeichnet. Rund 400.000 dieser flachen Arbeiten liegen in den Schubladen der Sammlung Grafik und Plakat. In den letzten vier Jahren sind mehr als 3500 hinzugekommen, 120 sind in der Ausstellung zu sehen. Mit Hilfe von Infografiken machen wir die wachsende Sammlung in ihrer Vielfalt sichtbar und geben Einblick in das, was hinter den Kulissen passiert: Was sind die Besonderheiten der Sammlung Grafik und Plakat? Wie wird etwas zum Sammlungsobjekt? Wie wird entschieden, was aufgenommen wird – und wie geht es dann weiter? Begleiten Sie uns bei der ebenso kritischen wie spielerischen Annäherung, tauchen Sie ein in die Herausforderungen diversitätssensibler Sammlungserweiterung und erfreuen Sie sich an den Arbeiten und Infografiken.
Gestalter:innen der Ausstellung: Virgil Abloh, Abolfazi Hemmati Ahouei, Mohamed ’Abd al-Aziz, Betül Atlı, Peter Biľak, Louise Bourgeois, Wiebke Bolduan, Chris Campe, Jacqueline S. Casey, Doris Casse-Schlüter, Nadine Chahine, Frederika Sophia Cohen, Muḥammad-Riḍā Dādgar, Jutta Damm-Fiedler, DIES IRAE, Wilhelmina Drupsteen, Michał Dyakowski, Ahmed Fouad, Anke Feuchtenberger, Kathrin Freudenberg, Gassour, Mkrtchyan,V. Gorochov, Guerrilla Girls, Ibrāhīm Ḥaqīqī, Gosia Herba, Jenny Holzer, Areum Hwang, Anja Kaiser, Büro Klass, Golnar Kat-Rahmani, Jolanta Karczewska-Zagórska, Bahram Khaef, Kharroi, Hania Kmieć, Barbara Kruger, Dafi Kühne, Helen Li, Lu Lin, Barbara Lüdde, Peter Maly, Germaine Marx, Stefan Marx, Farshid Mesghali, Tomoko Miho, Dore Mönkemeyer-Cortý, Murtaz̤á Mumayyiz, Stephanie Müller, Nadine Nebel, Patu, Inka Petersen, Raymond Pettibon, Semyon Borisovich Raev, Rashid Rahnama, Harvey Redding, Rimini Berlin, Jens Oliver Robbers, Maria Robertowna, Dolly Rudeman, Marcus Schäfer, Viktor Fokovich Schewtschenko, Hannah Schulz, Jan Schwochow, Seline Seidler, Studio Laucke Siebein, Lorna Simpson, Nancy Spero, Annik Troxler, Paula Troxler, Evgenia Tsanana, Te I Um, A.A. Umurkulov, Stamatis Vassiliou, VERY, Mary Vieria, Aleksandra Wilert, Marie-Luise Zachariae, Noureddin Zarrinkelk, Perilla Zine
Die Ausstellung ist in Kooperation mit Jona Piehl, Kommunikationsdesignerin und Professorin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW), entstanden.
Die Fassung bewahren – Die Restaurierung der vier Jahreszeiten
Im Erdgeschoss des MK&G bietet ein Projekt einen seltenen Blick hinter die Kulissen der Museumsarbeit: Präsentiert wird die aufwendige Restaurierung des Miniatur-Ensembles »Die Vier Jahreszeiten« des Zittauer Goldschmieds Christoph Ertel (1670–1719) – ein herausragendes Beispiel barocker Schatzkunst. In anschaulicher und kompakter Form vermittelt die Kabinettausstellung zentrale Etappen des Forschungsprojekts: Von Ertels kunstvoller Arbeitsweise über die aufwendige Objektkonstruktion bis hin zur faszinierenden Materialvielfalt. So konnte beispielsweise nachgewiesen werden, dass bis zu 20 verschiedene Materialien verwendet wurden – darunter bemaltes Elfenbein, vergoldetes und emailliertes Silber, Glas, Perlen sowie Edelsteine wie Diamanten, Rubine, Smaragde und Jaspis. Weitere Befunde sowie Werkzeuge eines Goldschmieds verdeutlichen die Besonderheit der »Vier Jahreszeiten« von Christoph Ertel. Vier kleine Skulpturen, die die Jahreszeiten symbolisieren.
Die Erforschung von Ertels »Vier Jahreszeiten« im MK&G entstand in Kooperation mit der Akademie der Künste Stuttgart und dem Mineralogischen Museum der Universität Hamburg.
Das Restaurierungsprojekt wird gefördert von der Rudolf-August Oetker-Stiftung.
XULY.Bët – Funkin’ Fashion Factory 100% Recycled
Die Geschichte von Lamine Badian Kouyaté (* 1962 in Bamako, Mali) und seinem 1991 gegründetem Label XULY.Bët ist eine Geschichte des Widerstands, der Vision und der Liebe zur Mode – geprägt von Migration, Diversität und einer radikalen Idee von Nachhaltigkeit, lange bevor dieses Wort zum Trendbegriff wird. Aufgewachsen in Bamako, steht Kouyaté unter dem Einfluss seiner Großmutter, die Stoffe verarbeitet und ihnen eine zweite Chance gibt. Für ihn ist das keine Modeerscheinung, es ist Haltung. Als er in den 1990er Jahren nach Paris kommt, bringt er genau diese Perspektive mit: Kleidung als Erinnerung, Ressource und Werkzeug, um Identität zu stärken und gesellschaftliche Zugehörigkeit auszudrücken – zu einer Zeit, als Umweltbewusstsein in der europäischen Modeindustrie kaum Thema ist. Für Kouyaté ist Upcycling künstlerische Praxis. Seine Mode bewegt sich zwischen Streetwear und Couture, zwischen Alltag und Runway – getragen wird sie von Stars wie Rihanna, Dua Lipa, Halle Berry und Viola Davis, gefeiert wird sie in internationalen Ausstellungen. Mit Guerilla-Modenschauen revolutioniert Kouyaté die Pariser Modeszene. 1994 würdigt Regisseur Robert Altman ihn im Film Prêt-à-Porter, gespielt von Forrest Whitaker.
Inspiration SWANA
Die Sammlungspräsentation »Inspiration SWANA« bildet den Abschluss der Neugestaltung der außereuropäischen Sammlungen des Museums. Die inhaltliche Neuausrichtung blickt kritisch auf das koloniale Erbe des Museums und geht mit der Umbenennung der »Sammlung Islamische Kunst« in »Sammlung SWANA« einher. SWANA ist die Abkürzung für die Region Südwestasien und Nordafrika. Mit der Umbenennung vollzieht das MK&G als erstes Museum weltweit einen wegweisenden Perspektivwechsel hin zu einer zeitgemäßen Bezeichnung der Sammlung. In regelmäßigen Wechseln werden historische und zeitgenössische Werke in einem lebendigen Dialog präsentiert und gemeinsam mit Partner:innen aus der Region SWANA und ihrer Diaspora weiterentwickelt. Zu sehen sind über 200 Objekte – Fliesen, Keramikgefäße, Metallarbeiten, Glas, Textilien und Kalligrafien. Zu den zeitgenössischen Highlights zählen die neuerworbene Arbeit »Untitled Convertible« (2016) der international bekannten iranischen Künstlerin Monir Shahroudy Farmanfarmaian (1922–2019) sowie eine interaktive Position zum arabischen Alphabet des Hamburger Modelabels Habibi.
Die Neukonzeption der Sammlung SWANA ermöglichen die folgenden Saalpaten: Agnes Gräfe Stiftung, Herbert-Pumplün-Stiftung, Justus Brinckmann Gesellschaft, Peter und Dietlinde Bischoff Stiftung, ZEIT STIFTUNG BUCERIUS.
»Früher hießen wir Gastarbeiter.« – Erweiterung der Sammlung Fotografie und neue Medien
Das MK&G erweitert seine Sammlung um zentrale Arbeiten der Fotograf:innen Muhlis Kenter, Nuri Musluoğlu, Asimina Paradissa und Mehmet Ünal. Sie kamen in den 1960er- und 1970er-Jahren aus der Türkei und Griechenland nach Deutschland und dokumentierten das Leben, Arbeiten und ihr politisches Engagement aus migrantischer Perspektive. Die Ausstellung „Früher hießen wir Gastarbeiter.“ zeigt rund 80 Fotografien und Collagen, die den Alltag von Menschen mit und ohne Migrationsgeschichte in der Bundesrepublik abbilden und soziale Ungleichheit, Sexismus, Rassismus sowie das Leben im Exil thematisieren. Damit eröffnen sie einen wenig beachteten Blickwinkel auf gesellschaftspolitische Themen, die bis heute hochaktuell sind.
Der Ankauf der in der Ausstellung gezeigten Positionen für die Sammlung des MK&G wird von der Stiftung Hamburger Kunstsammlungen ermöglicht.
Contemporary Craft – Ernst Gamperl. Das Lebensbaumprojekt
Das »Lebensbaumprojekt« des Künstlers Ernst Gamperl umfasst rund 100 Holzobjekte – skulpturale Gefäße in unterschiedlichen Formen und Größen – die aus einer 230 Jahre alten Eiche gestaltet wurden. Die Werkserie ist das Ergebnis einer jahrelangen Auseinandersetzung mit Material und Form. Bereits zu Beginn seiner Laufbahn entwickelte Ernst Gamperl eine ganz eigene künstlerische Sprache – jenseits gängiger Regeln und Konventionen. Die historische Technik des Drechselns hat er radikal erneuert und in die Gegenwart geführt. Vom 22. November 2025 bis 26. April 2026 präsentiert das MK&G die Arbeiten des Holzgestalters in der Ausstellungsreihe »Contemporary Craft«, die zeitgenössische Positionen im Kunsthandwerk vorstellt.
Der alte Eichenstamm, der 2008 bei einem Sturm im bayerischen Rott am Inn entwurzelt wurde, diente Gamperl als Ausgangspunkt für das umfassende, zehn Jahre währende Kunstprojekt. Für die Bearbeitung des gewaltigen, rund 33 Tonnen schweren Baumes erweiterte er seine Werkstatt und konstruierte neue Drehmaschinen. Seine Arbeit versteht Ernst Gamperl als einen »leisen, forschenden Austausch mit dem Baum«. Mit eigens entwickelten Werkzeugen lotet er dabei die Grenzen des Werkstoffs aus und bezieht beispielsweise den natürlichen Trocknungsprozess des Holzes sowie Unregelmäßigkeiten, Risse und Bruchstellen des Materials bewusst ein. Die Urkraft des Materials spiegelt sich in den archaischen, geradezu monumentalen Formen, die durch ihre dünnwandigen Körper gleichzeitig filigran wirken. Die weitere Bearbeitung der Oberflächen – zum Beispiel mit Kalk und Eisenoxid – entsteht eine besondere Textur, die jedem Stück einen individuellen Charakter verleiht.
Künste Frauen Netzwerk – 100 Jahre GEDOK
Mit der Ausstellung »Künste Frauen Netzwerk – 100 Jahre GEDOK« feiert das MK&G gemeinsam mit der GEDOK das 100-jährige Bestehen des größten deutsch-österreichischen Künstlerinnenverbands. Vom 30. Januar bis 29. März 2026 werden 15 ausgewählte Positionen der Bildenden und Angewandten Kunst präsentiert, die die Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen innerhalb der Gemeinschaft sichtbar machen. Ergänzt wird die Gruppenausstellung durch einen Film über die Kunstmäzenin und Frauenrechtlerin Ida Dehmel, die 1926 die GEDOK in Hamburg gründete. Mit ihrer visionären Idee, künstlerisch tätige Frauen zu fördern und ihre Arbeitsbedingungen zu verbessern, legte sie den Grundstein für eine bis heute aktive und europaweit bedeutende Künstlerinnen-Community.
Die in der Ausstellung gezeigten zeitgenössischen Künstlerinnen und Designerinnen arbeiten in verschiedenen Medien und repräsentieren damit die Vielfalt der in der GEDOK vertretenen Gestaltungsdisziplinen – von Malerei über Grafik, Video, Keramik, Textil und Schmuck. Die Auswahl von Künstlerinnen zeigt exemplarisch künstlerische Strategien, die eine vielfältige, interdisziplinäre Generation der Gegenwart mit zentralen Themen wie Nachhaltigkeit, Körperbilder und gesellschaftliche Auseinandersetzung prägen. Filigrane Materialarbeit verbunden mit sozialem Engagement eröffnet neue Perspektiven auf Vergänglichkeit und Stärke, immersive Installationen schaffen sinnliche Erfahrungsräume, eine feinsinnige Bildsprache lotet Beziehungen zwischen Mensch, Tier und Natur aus und lädt zu einer tiefgehenden Umweltreflexion ein.
TEILNEHMENDE KÜNSTLERINNEN
Henrike Altes, Corinna Bernshaus, Renata Brink, Karin Camara, Claudie A Cruz, Ekaterina Ezhkova, Carola Faller-Barris, Simone Fezer, Iris Hoppe, Eugenia Jäger, Nina Annabell Märkl, Ingrid Mohr, Simone ten Hompel, Astrid Weichelt, Soomee Yu

